Entries tagged as psychiatrie
Die Sozialarbeiterin und die Psychiatrie: Action!!!
Es ist Mittag im Büro. Mein nächster Klient ist gerade zum Einzelgespräch erschienen, und ich kämpfe tapfer gegen ein Kreislauftief an.
Während ich hin und her laufe und Kaffeetassen in den Gesprächsraum trage, klingelt das Telefon.
Eine Krankenschwester von der B- Klinik Station 13 meldet sich.
Ich erfahre von ihr, dass meine Klientin Frau Wirr morgen früh in die Reha verlegt werden soll, nach Unterdorf. Das ist ungefähr eine Stunde Zugfahrt von Oberstadt entfernt.
Ich finde es sehr nett, dass sie mich darüber informiert. Wir sind an diesem Punkt so gar nicht verwöhnt. Ich habe vor einigen Wochen aus Versehen eine Tür aufbrechen lassen, während die Klientin schon lange in der Klinik war. (Diese Geschichte wird auch noch erzählt!)
Die Krankenschwester sagt, Frau Wirr hat keine Kleidung mehr, sie bräuchte bis morgen dringend ein paar Klamotten.
Ich setze mich erst mal.
„Das ist aber verdammt kurzfristig!“ sage ich zu der Schwester. „Kann Ihnen so was nicht ein bisschen früher einfallen?“ Die Schwester stottert ein bisschen und behauptet, sie hätten das auch gerade erst erfahren.
Ich könnte jetzt nachfragen.
Ich könnte meine Energie aber auch sinnvoller einsetzen.
„Ich weiß nicht, ob ich da heute noch was machen kann.“ Sage ich streng zu der Schwester. Vorsichtshalber.
Derweil rattert es schon in meinem Kopf.
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Die Sozialarbeiterin und die Psychiatrie: Vom Türen Aufbrechen. 1. Teil
Wenn jemand eine fremde Tür aufbricht, dann ist er entweder ein Einbrecher, oder er arbeitet bei der Feuerwehr.
Deswegen brechen wir Sozialarbeiter auch keine Türen auf. Aber wir sind vor Ort und kennen unsere Klienten. Wenn wir denken, dass Gefahr im Verzug ist, müssen wir die ganze Kette in Gang setzen, die manchmal damit endet, dass eine Tür aufgebrochen wird. Das ist nicht schön, und es kommt Gott sei Dank nicht allzu häufig vor.
Wenn eine Tür aufgebrochen wird, ist das immer ein spektakuläres und dramatisches Ereignis, für alle Beteiligten.
Und nachher hat man das Problem, wer die Tür repariert.
Wenn unsere Klienten in einer schlimmen Krise sind, versuchen wir deswegen beharrlich, Kontakt aufzunehmen, so lange, bis derjenige doch noch die Tür öffnet. Meistens schaffen wir es auch. Wir schaffen es auch oft, ihn zu überreden, freiwillig in die Klinik zu gehen, bevor es ganz schlimm wird. Aber nicht immer.
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Die Sozialarbeiterin und die Psychiatrie
Wenn ich auf einer Party bin und danach gefragt werde, was ich denn so mache, ziehe ich vorsichtshalber schon die Schultern hoch. Gleich passiert es wieder.
Ich sage: “Sozialarbeiterin“, und spüre prompt das erste Zurückweichen. Wenn dann sogar noch die höfliche Nachfrage kommt, was ich denn genau mache; und wenn ich dann erzähle, dass ich zu psychisch kranken Leuten nachhause gehe und ihnen helfe, mit ihrem Leben und ihrer Krankheit besser klar zu kommen, spätestens dann ist es so weit. Dann kommt’s wieder:
„Oh Gott, das könnt ich ja nie.“
Der Satz ist nicht lang, und so sehr viele Variationen gibt es nicht davon. Ich kenne alle.
Egal, wo ich gearbeitet habe, ob mit geistig Behinderten, mit Körperbehinderten, mit Alten, mit Kranken, oder wie jetzt mit psychisch Kranken, es ist immer der gleiche Satz gewesen.
Und ich habe ihn satt.
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Radiotipp: DLF - Sprechstunde: Angststörungen
Morgen, am Dienstag, dem 14. März, bringt der Deutschlandfunk im Rahmen seiner Sendung "Journal am Vormittag" die
Sprechstunde: Panikattacken und Angststörungen
10:10 Uhr bis 11:30 Uhr, Deutschlandfunk
Studiogast: Dr. Angelika Erhardt, Leiterin der Angstambulanz am Max-Planck-Institut für Psychiatrie, München
Moderation: Carsten Schroeder
Hörertel.: 00800 - 44 64 44 64
Hörerfax: 00800 - 44 64 44 65
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Radiotipp: DLF - Sprechstunde: Alkoholabhängigkeit
Morgen, am Dienstag, dem 7. Februar, bringt der Deutschlandfunk im Rahmen seiner Sendung "Journal am Vormittag" die
Sprechstunde: Alkoholabhängigkeit
10:10 Uhr bis 11:30 Uhr, Deutschlandfunk
Studiogast: Prof. Dr. med. Dipl. Psych. Lutz G. Schmidt, Klinikum der Johannes Gutenberg Universität Mainz, Psychiatrische Klinik und Poliklinik
Moderation: Judith Grümmer
Hörertel.: 00800 - 44 64 44 64
Hörerfax: 00800 - 44 64 44 65
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Radiotipp: DLF - Sprechstunde: Borderline-Syndrom
Morgen, am Dienstag, dem 20. Dezember, bringt der Deutschlandfunk im Rahmen seiner Sendung "Journal am Vormittag" die
Sprechstunde: Borderline-Syndrom
10:10 Uhr bis 11:30 Uhr, Deutschlandfunk
Studiogast: Prof. Sabine Herpertz, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinikum Rostock
Moderation: Carsten Schroeder
Hörertel.: 00800 - 44 64 44 64
Hörerfax: 00800 - 44 64 44 65
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