Entries tagged as krankenhaus
Alkohol auf der Krebsstation
Im North Hampshire Hospital in Basingstoke, Großbritannien, hat man entschieden, dass den Patienten auf der Krebsstation Alkohol angeboten wird - Wein, Bier oder auch Spirituosen. Nach Aussage von Schwester Caroline Price war das Abgeben von Alkohol an Krebspatienten bis Anfang der 80er Jahre durchaus üblich. Im allgemeinen Gesundheitswahn hätten die Krankenhäuser vergessen, dass moderater Alkoholgenuß unbestreitbare gesundheitliche Vorteile mit sich bringe, ganz besonders für Krebspatienten. Zum einen sind z.B. dunkle Biere wie Guinesss sehr nährstoffhaltig, zum anderen entspannt der Alkohol, fördert den durch Chemo- oder Strahlentherapie unterdrückten Appetit und hilft den Schwerkranken, besser einzuschlafen.
Im Christie Hospital in Manchester wird kein Alkohol an Patienten ausgeschenkt, allerdings dürfen sie ihren eigenen mitbringen (lassen). Auch andere Krankenhäuser in UK beteiligen sich an der Praxis, Krebspatienten zur Förderung ihres Wohlbefindens Alkohol anzubieten. Eine einheitliche Richtlinie dazu gibt es nicht, die Entscheidung pro oder contra liegt im jeweiligen Ermessensspielraum der Krankenhäuser.
Ja was wächst denn da?
„Das deutsche Gesundheitswesen mit seinen 2 200 Krankenhäusern ist eine Wachstumsbranche, von der positive Beschäftigungsimpulse ausgehen.“ Das erklärte die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) bei der Vorstellung ihrer neuen Broschüre „Zahlen, Daten, Fakten 2004/05“ am 27. Juli in Berlin(so u.a. im Ärzteblatt unter dem Titel "Krankenhausgesellschaft:"Kliniken bleiben Wachstumsmotor!“ zu lesen).
weiter im Text:
In vielen Städten und Gemeinden seien die Krankenhäuser die wichtigsten Arbeitgeber und Abnehmer für Zulieferer und Dienstleistungsunternehmen. Kliniken seien zudem Stätten der Aus- und Weiterbildung und ein wichtiger Motor für Innovationen in Forschung und Entwicklung.
Das veröffentlichte Zahlenmaterial zeigt laut DKG weiterhin, dass die Kliniken in Deutschland immer effizienter wirtschaften. Während die Zahl der Krankenhauspatienten kontinuierlich ansteige, vollziehe sich parallel dazu ein beträchtlicher Abbau von Kapazitäten: Allein zwischen 1991 und 2003 wurden knapp 20 Prozent aller Krankenhausbetten abgebaut. Gleichzeitig sei es den Kliniken gelungen, die durchschnittliche Verweildauer seit Beginn der 90er Jahre von fast 15 Tagen auf 8,9 Tage im Jahr 2003 abzusenken.
Die DKG sieht für die Krankenhäuser langfristig den Trend zu „Integrierten Dienstleistungszentren“ mit einer zentralen Koordinierungsfunktion in der Kette der gesundheitlichen Versorgung.
Fassen wir mal zusammen...
- Das deutsche Gesundheitswesen liefert "positive Beschäftigungsimpulse". - Ein Impuls für mehr Beschäftigung ist demzufolge, wenn man mit der gleichen Zahl Mitarbeiter eine erhöhte Zahl Patienten bei weniger Betten also Leistung durchbringt?
- Wachstumsmotor. Wenn das Gesundheitswesen wächst bedeutet das im Klartext es macht mehr Umsätze und Gewinne. Das heisst im Umkehrschluß, erhöhte Kosten für die Sozialversicherungsträger. Ist eben alles eine Frage des Blickwinkels, was dem einen ein Wachstumsmotor ist ist dem anderen eine Kostenexplosion...
- Da wir die Patienten früher heimschicken und schlechter versorgen ist unser Gesundheitssystem effizienter geworden. Und so wie die Sache mit den Jobagenturen oder Jobcentern ganz prima geklappt hat werden wir als nächstes die Krankenhäuser in integrierte Gesundheitscenter umwandeln, damit wird dann endgültig alles besser (tm).
Vielleicht habe ich aber auch nur einen schlechten Tag und das alles geträumt... ebenso wie die Meldungen, dass
- zahlreiche Krankenhäuser aus wirtschaftlichen Gründen vor dem Aus stehen und gerade in ländlichen Gegenden mehr Kliniken geschlossen werden und die Qualität der dort ohnehin mageren Versorgung sinkt
- selbst reiche Bundesländer wie Hamburg sich den Betrieb ihrer Landeskrankenhäuser nicht mehr leisten können,
- bei einem Drittel aller Krankenhäuser nicht mal gesichert ist, dass die Instrumente vernünftig sterilisiert sind und
- sich immer mehr Patienten iatrogene Krankheiten zuziehen...
no comments yet, be the first! Trackbacks (0)
Schwer krank oder nicht schwer krank...das ist hier die Frage!
Es ist schon wieder lange her, dass ich Bericht über meine Ausbildung erstattet habe. Aber nach mehrfachem Drängen hab ich mich an meinem freien Tag dazu breitschlagen lassen.
Diesmal werde ich etwas mehr auf die Patienten und den Arbeitsalltag eingehen. Sicherlich haben einige von euch schon einmal ein Krankenhaus (notgedrungen oder freiwillig) von Innen gesehen. Vielleicht erkennt ihr einige Sachen ansatzweise wieder.
Continue reading "Schwer krank oder nicht schwer krank...das ist hier die Frage!"
no comments yet, be the first! Trackbacks (0)
Finanzjonglierereien auf dem Rücken der Hamburger Bürger
Gesundheit ist hier zweitrangig, beim LBK geht es jetzt nur noch um den Profit, wie man deutlich sehen kann. Der CDU-Senat hat hier fröhlich einen Verkauf getätigt, der noch viele Jahre das Personal und die Patienten beschäftigen wird. Letztendlich sind sie die Leidtragenden des Klinik-Chaos in Hamburg, während sich Ole von Beust über ein paar Euros mehr in der Stadtkasse freut.
Keimfreies Krankenhaus?
Zurzeit werden Nordrhein-Westfalen die Sterilisationsgeräte aller Krankenhäuser des Bundeslandes untersucht. Das vorläufige Ergebnis: Über 40 Prozent erfüllen die gesetzlichen Anforderungen nicht. Wiederum 75 Prozent dieser Kliniken mit Mängeln müssen ihre alten Sterilisatoren innerhalb von zwölf Monaten gegen neue austauschen. Die Anschaffung eines Geräts kostet die Häuser zwischen 400.000 und 2 Mio. Euro. "Da müssen die Krankenhäuser natürlich an die Fördertöpfe gehen, und das Geld fehlt woanders", sagte CKM-Geschäftsführer von Eiff. Auch eine Untersuchung der Reinigungsgeräte von 18 deutschen Kliniken durch die Firma SMP in Tübingen brachte bedenkliche Resultate ans Licht. Nur fünf Einrichtungen schickten ausreichend gereinigte Instrumente an das Unternehmen zurück.Anders gesagt, in wenigstens einem Drittel der untersuchten Kliniken mussten die Geräte wegen gravierender Mängel ersetzt werden.
no comments yet, be the first! Trackback (1)
Auf die Patienten....fertig....los
Continue reading "Auf die Patienten....fertig....los"
no comments yet, be the first! Trackbacks (0)
There's a bug in your keyboard

THE deadly MRSA superbug can survive in hospitals for longer than previously thought, lurking on false fingernails and computers for weeks, according to new research by scientists in America.
A study found that strains of the bug could survive for up to eight weeks, and the researchers, of the Minnesota-based Ecolab, said this emphasised the need for frequent hand-washing and disinfection of hospitals.
Experten fordern jetzt, dass im (britischen) Gesundheitswesen ebenso strenge Hygienevorschriften wie in der Lebensmittelindustrie gelten sollen - die u.a. das Tragen von Schmuck und falschen Fingernägeln während der Arbeit aus Gründen der Infektionsvorbeugung verbieten.

For the study, two strains of MRSA were inoculated on to bed linen, keyboard covers and acrylic fingernails. When these were tested periodically, it was found that the bugs remained at detectable levels for eight weeks on acrylic fingernails, six weeks on keyboard covers and five days on bed linen.
"The results of this study clearly demonstrate the need for frequent hand-washing and environmental disinfection in healthcare settings," said Mr Owens.
Theoretisch sind diese Dinge in allen Krankenhäusern vorgeschrieben, wenn ich mich nicht sehr irre...
no comments yet, be the first! Trackbacks (0)
Übertragen Bibeln MRSA?
Prompt kommt der Aufschrei von kirchlicher Seite, hier solle Gottes Wort aus den Krankenhäusern verbannt werden, während andere Gruppen den Schritt auch aus Gründen der Gleichbehandlung verschiedener religiöser Ansichten begrüßen. In vielen Städten Englands lebt eine bunte Ethnien- und Glaubensvielfalt.
Die Gideon-Gesellschaft hat angekündigt, künftig Patienten ihre Bibeln mit nach Hause zu geben; Ärzte hatten moniert, die Bibeln seien nicht abwischbar und nicht desinfizierbar. -- Christliche Forscher, Ihr seid gefordert - es wird Zeit für die autoklav-taugliche Bibelausgabe.
Während ich durchaus der Meinung bin, dass seelische Fürsorge und Unterstützung etwas ist, das den meisten Patienten nur Gutes tun kann, finde ich den Schritt, religiöse Traktate aus öffentlichen Krankenhäusern zu verbannen, sowohl im Sinne der Hygiene als auch eines säkularisierten Staates mit einem hohen Prozentsatz nichtchristlicher Bürger und Steuerzahler konsequent. Wer eine Bibel braucht, wird sie sicher von seiner Familie oder Gemeinde oder dem lokalen Geistlichen zur Verfügung gestellt bekommen...
Was den Punkt MRSA angeht, sollten die Herren und Damen Ärzte sich vor allem mal an die eigne ungewaschene Nase fassen und über ihre Hygiene- und Medikamentenverschreibungspraxis nachdenken.
no comments yet, be the first! Trackbacks (0)
The German Disease - MRSA
... drastische Zunahme Methicillin-resistenter Stämme von Staphylococcus aureus, im Fachjargon MRSA genannt. Methicillin ist ein Antibiotikum. Wenn eine Staphylokokke gegen dieses Mittel immun ist, greifen auch fast alle anderen Antibiotika nicht mehr. »Noch vor 15 Jahren waren in Deutschland weniger als zwei Prozent dieser Keime in den Krankenhäusern gegen herkömmliche Antibiotika resistent«, sagt Wolfgang Witte, Leiter des Nationalen Referenzzentrums für Staphylokokken, einer Außenstelle des RKI in Wernigerode. Inzwischen, versichert der Experte, seien es mehr als 20 Prozent. »MRSA ist in Deutschland ein infektiologisches Problem ersten Ranges.«
Dabei treten diese Erreger vor allem in Deutschland und Großbritannien auf - in den Niederlanden geht man mit derlei Keimen sehr viel sorgsamer um. Ein Fakt, der nicht zufällig auch mit der Verschreibungspraxis für Antibiotika in den jeweiligen Ländern korreliert - je mehr Antibiotika für Bagatellerkrankungen verschrieben werden, um so höher die Chance für resistente Super-Erreger...
Das geht so weit, dass deutsche Patienten im Ausland erst mal in die Quarantäne müssen.
Ein weiterer Grund ist einfach mangelhafte Hygiene. Was soll man noch sagen, wenn ein deutscher Oberarzt tatsächlich argumentiert: "Für Hygiene haben wir keine Zeit."
Der ganze Artikel in der ZEIT über Hygiene, Schlamperei und MRSA in deutschen Kliniken:
http://www.zeit.de/2005/17/M-MRSA
no comments yet, be the first! Trackback (1)
Ein Hoch auf die Schulbildung - ausnahmsweise!
Tja, was soll man über die ersten Wochen bei einer Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung sagen. Die ersten Stunden waren vor allem von organisatorische Sachen geprägt. Wie ist die Ausbildung aufgebaut? Wer sind unsere Lehrer? Was lernen wir? und so weiter und so fort.
Wie bereits erwähnt, sind unsere Lehrer durchgehend sehr nett. Alle sind kompetent in ihrer Arbeit und können auch abweichende Fragen (vom Stoff) sehr gut beantworten. Alle besitzen eine ordentliche Menge Humor und erzählen gern aus dem "Nähkästchen" was sie selber in ihrer aktiven Zeit als Krankenschwester erlebt haben, als sie selber einmal im Krankenhaus lagen, oder was sie bei Besuchen anderer Azubis gesehen haben. Man fühlt sich von Anfang an richtig in dieser Ausbildung (soweit man auch den Wunsch hat, diese Ausbildung zu machen).
Continue reading "Ein Hoch auf die Schulbildung - ausnahmsweise!"
no comments yet, be the first! Trackbacks (0)
View as PDF: This month | Full blog

