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Gefährliche Supererreger
Erstaunlich ist an dem Bericht der WELT eigentlich nur, dass er so tut als sei MRSA ganz plötzlich und über Nacht aufgetaucht (oder als seien alle gefährlichen Resistenzen und iatrogenen Infektionen Abarten von Staphylococcus Aureus).
Auch hier im Medblog haben wir schon einige Male über MRSA berichtet,
Die Zahl der Patienten, die nach harmlosen Operationen lebensbedrohlich erkranken, steigt: Jährlich infizieren sich in deutschen Kliniken über 500.000 Menschen mit resistenten Bakterien. Berichte aus Gerichtsakten klingen wie ein Albtraum. Ein neuer Antibiotika-Resistenz-Pass soll das Problem eindämmen.steht im oben verlinkten Welt-Artikel als Teaser. Ein Pass soll helfen? Erschlägt man damit die Erreger? Oder werden Patienten die ggf. resistent sind zu ihrer eigenen Sicherheit gar nicht erst im Krankenhaus aufgenommen?
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Kliniken verschwenden Milliarden
Das AOK-Institut legt einen neuen Krankenhausreport vor. Danach wären bei den deutschen Kliniken Einsparungen von fast vier Milliarden Euro in der Verwaltung möglich. Hauptproblem ist der Mangel an Effizienz.
-- Quelle: DIE WELT, image: annia316
Im Kreuzfeuer der Kritik stehen besonders nicht privatisierte Kliniken, die oft eine zu schwerfällige Bürokratie haben, das meiste Geld werde "in den Verwaltungsetagen" sinnlos verbraten.
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Dump-A-Patient
In einem der ärmsten Stadtteile von Los Angeles, salopp nur als 'skid row', etwa "Pennergegend" bezeichnet, liefern Ambulanzen und Krankenhäuser unerwünschte, nicht zahlungsfähige oder nicht krankenversicherte Patienten einfach ab, anders gesagt sie setzen sie vor Obdachlosencentern oder auch sonstwo einfach auf die Straße.
Während Offfizielle der betroffenen Krankenhäuser lautstark dementieren, sprechen die Aussagen von James Frailey, einem Angestellten einer privaten Krankentransportfirma, eine andere Sprache.
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Qualität sichtbar machen
Krankenhausunternehmen stellen ihre Qualität offensiv dar und scheuen sich dabei nicht, auch weniger gute Ergebnisse offen zu legen.
Zumindest theoretisch.
Praktisch haben gerade einmal 30% aller Krankenhäuser an dieser Studie mitgewirkt, und von Qualität und Transparenz kann keine Rede sein.
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Kurzmeldung: Hygiene mangelhaft
Viele Ärzte in Großbritannien waschen sich nicht regelmäßig die Hände und verschleppen damit unter anderem so gefährliche Krankheitserreger wie die Methicillin-resistenten Staphylokokken (MRSA), die schwere Entzündungen auslösen können. 38 Prozent der Mediziner reinigten ihre Hände selbst dann nicht, nachdem sie mit Blut in Berührung gekommen waren, berichtet jetzt eine Gruppe um Professor Ben Fletcher von der Universität in Hertfordshire im "Journal of Hospital Infection". Demnach hätten 25 Prozent der Mediziner selbst nach dem Kontakt mit Fäkalien auf eine Handwäsche verzichtet.
Und da wundert sich noch jemand über iatrogene Krankheiten oder die Ausbreitung resistenter Staphylokokken?
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Radiotipp: DLF - Sprechstunde: Behandlungsfehler
Morgen, am Dienstag, dem 18. Juli, bringt der Deutschlandfunk im Rahmen seiner Sendung "Journal am Vormittag" die
Sprechstunde:Behandlungsfehler
10:10 Uhr bis 11:30 Uhr, Deutschlandfunk
Studiogast:
Prof. Matthias Schrappe, Dekan der Universität Witten-Herdecke, Vorsitzender Aktionsbündnis Patientensicherheit
Moderation: Carsten Schroeder
Hörertel.: 00800 - 44 64 44 64
Hörerfax: 00800 - 44 64 44 65
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Rauchverbot für Ärzte und Erzieher
In öffentlichen Verkehrsmitteln ist Rauchen schon lange verboten. Der Bremer Senat ist jedoch noch einen Schritt weiter gegangen. Künftig darf weder in Krankenhäusern noch in Kindergärten oder Schulen der Glimmstängel rausgeholt werden.
-- Quelle: STERN
Ich warte ja schon drauf dass jetzt jemand sein verfassungsmässiges Recht auf freie Glimmstängelentfaltung einklagt. Aber ich kann nur sagen: richtig so. Wer in einem Krankenhaus als Ärztin oder Pfleger arbeitet, sollte auf das Rauchen verzichten - den Patienten zuliebe. Wer Patient ist sollte ohnehin nicht rauchen. Und Lehrerinnen und Erzieher haben eine Vorbildfunktion, die impliziert, dass man selbst nicht raucht, wenn es den Schülern verboten ist.
Ich hoffe, es schließen sich noch mehr Bundesländer an.
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Putzen mit der schwarzen Madonna
Manchmal schauen ihre feinen Ohrmuscheln ein bisschen durch ihr wallendes Haar, dann sieht sie aus wie eine Elbenprinzessin aus den Feenwäldern von Mittelerde. Fast.
Wenn sie nicht so angespannt die Stirn runzeln würde.
Außer dem Betreuten Einzelwohnen hat die schwarze Madonna einen gesetzlichen Betreuer, bei dem sie wöchentlich ihr Haushaltsgeld abholt, und eine Sozialstation, die ihr morgens und abends ihre Medikamente gibt.
Sie ist das, was wir eine „niedrigschwellige“ Klientin nennen. Das heißt übersetzt, dass wir im Betreuten Einzelwohnen keine großen Ansprüche an sie stellen. Meine Aufgabe ist es, ganz regelmäßig den Kontakt zu ihr zu halten und sie behutsam zu stabilisieren. Mehr nicht.
Für mich gehört das zu den schwereren Herausforderungen. Es ist so verführerisch, sich einzumischen. Es wäre auch einfacher. Diese ganze Zurückhaltung und Vorsicht kostet viel mehr Konzentration und Selbstbeherrschung als man das von außen so mitkriegt. Nicht zu vergessen die endlose Geduld, die man dafür aufbringen muss.
Aber bei der schwarzen Madonna hat es sich gelohnt. In winzigen Schrittchen wurde eine Besserung sichtbar. Früher hat sie im psychotischen Schub schon mal ihre Wohnung komplett zertrümmert oder Leute angegriffen. Eine Klinikeinweisung ging grundsätzlich mit dramatischen Polizeiaktionen und richterlichen Zwangsanordnungen einher.
Durch das Betreute Einzelwohnen legte sich nach und nach die Dramatik.
Zuerst ging sie dazu über, „harmlosere“ Zwangeinweisungen zu provozieren.
Heute reicht es, wenn ich bei ihr vorbei gehe und sage: „Frau Hoch, es ist mal wieder so weit. Ich erkenne Ihre Krisenzeichen. Am Besten, Sie packen jetzt ihre Tasche und wir fahren zusammen in die Klinik.“ Dann sagt sie: „Ja, ist gut.“ Und kommt ganz friedlich mit mir mit.
Dadurch sind ihre Klinikaufenthalte kürzer geworden. Und sie werden langsam seltener.
Jetzt gerade ist sie wieder in der Klinik, und ich besuche sie dort regelmäßig.
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Gesundheitsrisiko Übergewicht
So schreibt die WELT heute:
Doch in den meisten Krankenhäusern und Arztpraxen wird weiter so behandelt, als gäbe es keine Patienten mit Gewichtsproblemen. Daß auch das Personal damit ein Problem hat, begreifen Krankenschwestern, Pfleger und Mediziner meist erst, wenn es fast zu spät ist: Wenn der Blutdruckmesser nicht mehr um den Oberarm paßt, die Nadel für die intravenöse Versorgung im Fett steckenbleibt oder beim Umdrehen des bettlägerigen Patienten der Rücken knackst. Nur langsam wächst das Bewußtsein, daß dicke Patienten eine spezielle Behandlung brauchen.
Die Rede ist vor allem von den USA, wo Medizintechnikhersteller langsam auf den neuen Markt ansprechen. Erneut die WELT:
In der Industrie hat das Umdenken längst begonnen. Das Unternehmen Quick-Medical im nordwestlichen Bundesstaat Washington etwa hat sich auf die Herstellung von Waagen spezialisiert, die selbst bei 450 Kilogramm Gewicht noch nicht am Anschlag sind. Ob Apparate für Mammographien, Blutdruckmesser, Rollstühle oder OP-Hemden - fast alles wird inzwischen auch in der Version XXXXXL angeboten.
Dennoch ist die Ausrüstung für den schwerstmöglichen Fall (pun intended) keineswegs Standard, und bei vielen Behandlungsmethoden weiß man schlicht nicht, wie sie sich auf Fettleibige auswirken, Medikamente etwa können ganz anders oder gar nicht wirken. Krankenhäuser lernen erst nach und nach, ihren Betrieb auch an die Bedürfnisse extrem fettleibiger Patienten anzupassen, und es ist noch viel Forschungsarbeit vonnöten.
Noch besser wäre allerdings, es patientenseitig gar nicht erst so weit kommen zu lassen...
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Die Sozialarbeiterin und die Psychiatrie: Meine erste aufgebrochene Tür
Meine Kollegen haben aufgeschrieben, dass die Sozialstation Glückauf angerufen hat, zwei mal schon. Wegen Frau Nöte.
Die Sozialstation Glückauf soll Frau Nöte zweimal täglich ihre Medikamente verabreichen, und ihr zweimal wöchentlich beim Putzen helfen.
Frau Nöte hat heute Morgen für die Medikamente die Tür nicht geöffnet, und heute Vormittag fürs Putzen auch nicht.
Hm.
Ich bin eh schon besorgt.
Gestern bei meinem Hausbesuch hat Frau Nöte mir überhaupt nicht gefallen. Sie konnte gar nicht richtig sprechen. Hilflos und zitternd saß sie auf ihrem Sofa und sah mich aus panikgeweiteten Augen an. Es kam mir so vor, als wüsste sie auch nicht, welchen Wochentag oder welche Tageszeit wir haben.
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