Es war eine Begegnung der besonderen Art... vielleicht ja auch der Dritten.
Ich hatte zugesagt, einen guten Freund zur Niederlassung der Barmer Ersatzkasse zu begleiten, zu der man ihn - quasi - hinzitiert hatte. (Aber natürlich meint man das alles nur nett.) Besagter Freund steht kurz vor einer geschlechtsangleichenden Operation, oder würde gerne kurz davor stehen.
Die Gutachten, die Vater Staat zur Vornamensä¤nderung benötigt, sind erstellt, ein Alltagstest erfolgt seit 5 (sic!) Jahren, eine Hormontherapie seit 3 Jahren. Sein Geburtsgeschlecht ist für jemanden, der ihm gegenübersteht schon seit geraumer Zeit nicht mehr zu erkennen, es sei denn, man beginnt an Stellen zu suchen, wo neugierige Nasen nichts verloren haben. Und dieses Manko sollte die fällige OP ein für alle Mal beseitigen.
Doch ist es eine Sache, den Staat mitsamt seinem bürokratischen Apparat zu überzeugen und eine andere, das selbe bei einer Krankenkasse zu tun, die ihre
Drachenpranke auf dem Geldtopf stehen hat, aus dem die OP finanziert werden muß.
Wir kamen also dort an und wurden von einer Sachbearbeiterin abgeholt, auf deren Lätzchen schon deutlich 'Ich habe hier keine Entscheidungen zu treffen, schon gar keine wichtigen.' zu lesen war und zu ihrem Chef, dem Chef der Niederlassung, gebracht...