Entries tagged as Resistenzen
MRSA auch in der Schweiz auf dem Vormarsch
Fast 25 % der Patienten auf Intensivstationen in der Schweiz ziehen sich iatrogene Infektionen zu. Besonders hoch ist dabei der Anteil an Infektionen mit MRSA, einem besonders zähen Streptokokken-Stamm, der gegen gängige Antibiotika resistent ist. Die geschätzten Folgekosten solcher Infektionen belaufen sich auf 150 bis 300 Mio. Schweizer Franken (rund 1900 bis 200 Mio. Euro).
Einer Schweizer Studie zufolge reinigen 43 % aller Ärzte ihre Hände nicht vorschriftsgemäß, ehe sie Patienten untersuchen.
Mit 23,5 Prozent am höchsten war der Anteil infizierter Patienten in den Intensivstationen, gefolgt von Chirurgie (8,3%), Medizin (5,6%), Gynäkologie (3,3%) und Geburtshilfe (2,2%). An der Spitze der häufigsten Infektionsarten stehen chirurgische Wundinfektionen (28,7%), Pneumonien (19,7%) und Harnwegsinfektionen (19,6%). (via espace.ch)
Einer Schweizer Studie zufolge reinigen 43 % aller Ärzte ihre Hände nicht vorschriftsgemäß, ehe sie Patienten untersuchen.
Posted by Ishtar on Tuesday, October 4. 2005 at 14:41 in Aus aller Welt
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E. Coli Superbug
Das Bakterium Escherichia coli, normalerweise eher für Lebensmittelvergiftungen und Durchfallerkrankungen (Reisediarrhoe) bekannt, macht derzeit in Großbritannien Schlagzeilen. Wissenschaftler der Health Protection Agency (HPA) haben Meldungen der Krankenhäuser über Blutvergiftungen im Zeitraum 1994 bis heute ausgewertet. Dabei sind sie möglicherweise einem neuen, gefählichen Stamm von stark antibiotikaresistenten E. coli auf die Spur gekommen.
Die Baterien, die ins Auge der Forscher gerückt sind, wurden 2001 erstmals entdeckt. Man bezeichnet sie als CTX-M-15, von dem es diverse Varianten gibt. Dieses Bakterium gehört zu den Kolibakterien, die Infektionen der Harnwege verursachen können. Möglicherweise gehen bis zu einem Viertel der Todesfälle, die untersucht wurden, auf das Konto dieses Erregers.
Das Bakterium scheint durch Nahrung in den Körper zu gelangen, bei den meisten Patienten befand sich das Bakterium im Verdauungstrakt. Dort verursacht es meist eher unbemerkte Infekte. Wer dann aus anderen Gründen Antiobiotika erhält, züchtet sich damit womöglich einen resistenten Stamm heran, während die normalen, gesunden E. coli im Körper von den Antiobiotika eliminiert wurden. Der resistente Erreger kann jetzt sein Werk tun...
In UK gibt es den Erreger nicht in Fleischprodukten, aber in spanischem Hühnerfleisch oder japanischem Rind wurde bereits CTX-M-15 gefunden. In Argentinien, Asien und Kontinentaleuropa scheint der Erreger laut The Guardian mittlerweile weiter verbreitet zu sein. CTX-M-15 ist resistent gegen Standard-Antibiotika wie Penicillin und Cephalosporin. Bislang hat man nur wenige wirksame Gegenmittel gefunden.
Die Baterien, die ins Auge der Forscher gerückt sind, wurden 2001 erstmals entdeckt. Man bezeichnet sie als CTX-M-15, von dem es diverse Varianten gibt. Dieses Bakterium gehört zu den Kolibakterien, die Infektionen der Harnwege verursachen können. Möglicherweise gehen bis zu einem Viertel der Todesfälle, die untersucht wurden, auf das Konto dieses Erregers.
Das Bakterium scheint durch Nahrung in den Körper zu gelangen, bei den meisten Patienten befand sich das Bakterium im Verdauungstrakt. Dort verursacht es meist eher unbemerkte Infekte. Wer dann aus anderen Gründen Antiobiotika erhält, züchtet sich damit womöglich einen resistenten Stamm heran, während die normalen, gesunden E. coli im Körper von den Antiobiotika eliminiert wurden. Der resistente Erreger kann jetzt sein Werk tun...
In UK gibt es den Erreger nicht in Fleischprodukten, aber in spanischem Hühnerfleisch oder japanischem Rind wurde bereits CTX-M-15 gefunden. In Argentinien, Asien und Kontinentaleuropa scheint der Erreger laut The Guardian mittlerweile weiter verbreitet zu sein. CTX-M-15 ist resistent gegen Standard-Antibiotika wie Penicillin und Cephalosporin. Bislang hat man nur wenige wirksame Gegenmittel gefunden.
Posted by Ishtar on Monday, September 12. 2005 at 13:19 in Vermischtes
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Defined tags for this entry: Infektionen, Resistenzen
Medikamentenresistente Tuberkulose auf dem Vormarsch
Nach Berichten des Journal of the American Medical Association (JAMA) gibt es in Kalifornien einen Stamm von stark gegen Medikamente resistenter Tuberkulose (multi-drug resistant tuberculosis oder MDR-TB). Besonders verbreitet ist diese Tuberkuloseform bei Einwanderern aus Mexiko und von den Philippinen.
Von 1994 bis 2003 wurden in Kalifornien 38.291 Fälle von TB gemeldet, 407 davon mit MDR-TB. Mit MDR-TB infizierte Patienten haben eine viermal höhere Chance, an der Krankheit zu sterben und übertragen die Krankheit zweimal so häufig wie 'normale' Tuberkulose-Patienten.
Bereits 'normale' Tuberkulose ist stark lebensbedrohlich und wird durch die Luft (per Tröpfcheninfektion) übertragen. Ein großflächiger Ausbruch von MDR-TB könnte sich zu einer medizinischen Katastrophe auswachsen. Schon jetzt wird die öffentliche Gesundheitsversorgung des Bundesstaates davon stark belastet - die Behandlungskosten für einen einzigen Patienten reichen von 200.000 Dollar bis 1,2 Mio. Dollar, verteilt auf einen Zeitraum von 18-24 Monaten.
Von 1994 bis 2003 wurden in Kalifornien 38.291 Fälle von TB gemeldet, 407 davon mit MDR-TB. Mit MDR-TB infizierte Patienten haben eine viermal höhere Chance, an der Krankheit zu sterben und übertragen die Krankheit zweimal so häufig wie 'normale' Tuberkulose-Patienten.
Bereits 'normale' Tuberkulose ist stark lebensbedrohlich und wird durch die Luft (per Tröpfcheninfektion) übertragen. Ein großflächiger Ausbruch von MDR-TB könnte sich zu einer medizinischen Katastrophe auswachsen. Schon jetzt wird die öffentliche Gesundheitsversorgung des Bundesstaates davon stark belastet - die Behandlungskosten für einen einzigen Patienten reichen von 200.000 Dollar bis 1,2 Mio. Dollar, verteilt auf einen Zeitraum von 18-24 Monaten.
Posted by Ishtar on Wednesday, June 8. 2005 at 07:44 in Aus aller Welt
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Ohrenentzündung - Abwarten statt Antibiotika
Mediziner der Universität von Texas in Galveston haben den Verlauf von Mittelohrentzündungen bei Kindern beobachtet. Das besondere Augenmerk galt dabei einer Behandlungsmethode, die als "watchful waiting" - etwa: Aufmerksames Beobachten und Nichtstun - bezeichnet wird. Dabei wurden den Kindern Schmerzmittel gegen die starken Ohrenschmerzen, jedoch keine Antibiotika verabreicht. Die Eltern behielten dann den Gesundheitszustand ihrer Sprößlinge im Auge. Das Ergebnis - in 2/3 aller Fälle heilte die Entzündung von allein und ohne Antibiotikagabe aus.
Schlüssel zu dieser Behandlungsmethode sind vor allem gut geschulte Ärzte, die anhand einer Kriterienliste für 'watchful waiting' die Infektionen untersuchen und entsprechend der Schwere der Erkrankung sich für oder gegen watchful waiting bzw. Antibiotika entscheiden sollen.
Interessanterweise ging der Heilungsprozess bei Kindern, die Antibiotika erhielten, zwar schneller, aber nach 10 Tagen waren in ihren Atemwegen antibiotika-resistente Erreger zu finden.
Die Studie kommt zu dem Schluß, dass vor allem gut informierte Eltern, die in den Entscheidungsprozeß miteinbezogen werden und eine entsprechend fundierte Entscheidung treffen können, für den Erfolg und die geringere Verwendung von Antiobiotika ausschlaggebend sind.
Schlüssel zu dieser Behandlungsmethode sind vor allem gut geschulte Ärzte, die anhand einer Kriterienliste für 'watchful waiting' die Infektionen untersuchen und entsprechend der Schwere der Erkrankung sich für oder gegen watchful waiting bzw. Antibiotika entscheiden sollen.
Doctors in the study gave parents information about the risks and benefits of a non-antibiotic approach to treatment. They also showed them how to manage their child’s pain and how to recognize signs the infection is getting worse. In addition, parents in the study had 24-hour telephone access to the study team, who could prescribe an antibiotic or advise about the need for another doctor’s visit.
“Watchful waiting means that parents have ready access to the doctor in case the child’s condition worsens,” McCormick says. Studies have already shown similar results with a contingency, or “safety-net,” prescription protocol, in which doctors provide a prescription but ask parents to wait up to three days before filling it. Most children with non-severe infections recover without needing the safety net prescription. Research suggests that up to 70 percent of these prescriptions will go unfilled, McCormick says
Interessanterweise ging der Heilungsprozess bei Kindern, die Antibiotika erhielten, zwar schneller, aber nach 10 Tagen waren in ihren Atemwegen antibiotika-resistente Erreger zu finden.
Die Studie kommt zu dem Schluß, dass vor allem gut informierte Eltern, die in den Entscheidungsprozeß miteinbezogen werden und eine entsprechend fundierte Entscheidung treffen können, für den Erfolg und die geringere Verwendung von Antiobiotika ausschlaggebend sind.
Posted by Ishtar on Monday, June 6. 2005 at 09:02 in Aus aller Welt
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Übertragen Bibeln MRSA?
Beim Lesen der News heute fragte ich mich, ob ich nicht eine Rubrik 'Skurriles' oder 'Satire' anlegen sollte... offenbar macht man sich in einigen britischen Krankenhäusern Gedanken darum, daß die in den Zimmern oder Stationen ausliegenden Bibeln Infektionsherde seien und zur Verbreitung von MRSA beitrügen.
Prompt kommt der Aufschrei von kirchlicher Seite, hier solle Gottes Wort aus den Krankenhäusern verbannt werden, während andere Gruppen den Schritt auch aus Gründen der Gleichbehandlung verschiedener religiöser Ansichten begrüßen. In vielen Städten Englands lebt eine bunte Ethnien- und Glaubensvielfalt.
Die Gideon-Gesellschaft hat angekündigt, künftig Patienten ihre Bibeln mit nach Hause zu geben; Ärzte hatten moniert, die Bibeln seien nicht abwischbar und nicht desinfizierbar. -- Christliche Forscher, Ihr seid gefordert - es wird Zeit für die autoklav-taugliche Bibelausgabe.
Während ich durchaus der Meinung bin, dass seelische Fürsorge und Unterstützung etwas ist, das den meisten Patienten nur Gutes tun kann, finde ich den Schritt, religiöse Traktate aus öffentlichen Krankenhäusern zu verbannen, sowohl im Sinne der Hygiene als auch eines säkularisierten Staates mit einem hohen Prozentsatz nichtchristlicher Bürger und Steuerzahler konsequent. Wer eine Bibel braucht, wird sie sicher von seiner Familie oder Gemeinde oder dem lokalen Geistlichen zur Verfügung gestellt bekommen...
Was den Punkt MRSA angeht, sollten die Herren und Damen Ärzte sich vor allem mal an die eigne ungewaschene Nase fassen und über ihre Hygiene- und Medikamentenverschreibungspraxis nachdenken.
Prompt kommt der Aufschrei von kirchlicher Seite, hier solle Gottes Wort aus den Krankenhäusern verbannt werden, während andere Gruppen den Schritt auch aus Gründen der Gleichbehandlung verschiedener religiöser Ansichten begrüßen. In vielen Städten Englands lebt eine bunte Ethnien- und Glaubensvielfalt.
Die Gideon-Gesellschaft hat angekündigt, künftig Patienten ihre Bibeln mit nach Hause zu geben; Ärzte hatten moniert, die Bibeln seien nicht abwischbar und nicht desinfizierbar. -- Christliche Forscher, Ihr seid gefordert - es wird Zeit für die autoklav-taugliche Bibelausgabe.
Während ich durchaus der Meinung bin, dass seelische Fürsorge und Unterstützung etwas ist, das den meisten Patienten nur Gutes tun kann, finde ich den Schritt, religiöse Traktate aus öffentlichen Krankenhäusern zu verbannen, sowohl im Sinne der Hygiene als auch eines säkularisierten Staates mit einem hohen Prozentsatz nichtchristlicher Bürger und Steuerzahler konsequent. Wer eine Bibel braucht, wird sie sicher von seiner Familie oder Gemeinde oder dem lokalen Geistlichen zur Verfügung gestellt bekommen...
Was den Punkt MRSA angeht, sollten die Herren und Damen Ärzte sich vor allem mal an die eigne ungewaschene Nase fassen und über ihre Hygiene- und Medikamentenverschreibungspraxis nachdenken.
Posted by Ishtar on Monday, June 6. 2005 at 08:35 in Aus aller Welt
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The German Disease - MRSA
Schlamperei und Schlendrian, so konstatiert die ZEIT, Inkompetenz, Ignoranz und Arbeitsüberlastung bringen in Deutschland mindestens einer halben Million Patienten unnötige Infektionen mit resistenten Erregern bei. Und das ist nur der Gipfel des Eisberges.
Dabei treten diese Erreger vor allem in Deutschland und Großbritannien auf - in den Niederlanden geht man mit derlei Keimen sehr viel sorgsamer um. Ein Fakt, der nicht zufällig auch mit der Verschreibungspraxis für Antibiotika in den jeweiligen Ländern korreliert - je mehr Antibiotika für Bagatellerkrankungen verschrieben werden, um so höher die Chance für resistente Super-Erreger...
Das geht so weit, dass deutsche Patienten im Ausland erst mal in die Quarantäne müssen.
Ein weiterer Grund ist einfach mangelhafte Hygiene. Was soll man noch sagen, wenn ein deutscher Oberarzt tatsächlich argumentiert: "Für Hygiene haben wir keine Zeit."
Der ganze Artikel in der ZEIT über Hygiene, Schlamperei und MRSA in deutschen Kliniken:
http://www.zeit.de/2005/17/M-MRSA
... drastische Zunahme Methicillin-resistenter Stämme von Staphylococcus aureus, im Fachjargon MRSA genannt. Methicillin ist ein Antibiotikum. Wenn eine Staphylokokke gegen dieses Mittel immun ist, greifen auch fast alle anderen Antibiotika nicht mehr. »Noch vor 15 Jahren waren in Deutschland weniger als zwei Prozent dieser Keime in den Krankenhäusern gegen herkömmliche Antibiotika resistent«, sagt Wolfgang Witte, Leiter des Nationalen Referenzzentrums für Staphylokokken, einer Außenstelle des RKI in Wernigerode. Inzwischen, versichert der Experte, seien es mehr als 20 Prozent. »MRSA ist in Deutschland ein infektiologisches Problem ersten Ranges.«
Dabei treten diese Erreger vor allem in Deutschland und Großbritannien auf - in den Niederlanden geht man mit derlei Keimen sehr viel sorgsamer um. Ein Fakt, der nicht zufällig auch mit der Verschreibungspraxis für Antibiotika in den jeweiligen Ländern korreliert - je mehr Antibiotika für Bagatellerkrankungen verschrieben werden, um so höher die Chance für resistente Super-Erreger...
Das geht so weit, dass deutsche Patienten im Ausland erst mal in die Quarantäne müssen.
Ein weiterer Grund ist einfach mangelhafte Hygiene. Was soll man noch sagen, wenn ein deutscher Oberarzt tatsächlich argumentiert: "Für Hygiene haben wir keine Zeit."
Der ganze Artikel in der ZEIT über Hygiene, Schlamperei und MRSA in deutschen Kliniken:
http://www.zeit.de/2005/17/M-MRSA
Posted by Ishtar on Sunday, June 5. 2005 at 00:01 in Vermischtes
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Resistente Superbakterien
Immer mehr Erreger werden gegen die Mittel, mit denen wir sie bekämpfen, resistent. So gibt es z.B. Salmonellen, die gegen so ziemlich alles, was wir ihnen antun könnten, mittlerweile widerstandsfähig sind.
Antibiotika, einstmals die Wunderwaffe schlechthin gegen Krankheiten, verlieren immer mehr an Wirkung, da ihr Einsatz auch zum Entstehen immer resistenterer Stämme führt. Zusätzlich verwenden wir viel zu viele eigentlich medizinisch sinnvolle Antibiotika für andere Zwecke - etwa indem wir Käse damit behandeln oder Tiere damit füttern und so die Wirkstoffe in unseren Körper und die Umwelt bringen - und kraftlos machen.
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Posted by Ishtar on Saturday, April 16. 2005 at 10:43 in Aus aller Welt
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