Entries tagged as Pharmaindustrie
Related tags
Afrika AIDS Antibiotika Bücher Chirurgie Dermatologie Diabetes Ernährung Forschung Frauen Functional Food Gesundheitsversorgung Gynäkologie HighTech Humor Infektionen Kardiologie Korruption Kosten Krankenkassen Krebs Malaria Medikamente Migräne Orthopädie Osteoporose Patienten Politik Qualität Resistenzen Schmerzen Tee Tuberkulose TV Video Viren Vitamine Vogelgrippe Vorsorge WHOAktueller TV-Tipp: Plusminus, heute 21:50 Uhr
Aus der Pressemeldung auf www.plusminus.de:
Eine Vorankündigung für die Sendung habe ich gerade im Morgenmagazin gesehen, zu sehen war u.a. Gelomyrtol, ein von mir bislang geschätztes Erkältungsmedikament. Vermutlich dienen die Phtalate als Weichmacher in den Gelkapseln. Nach Aussage des Moderators war bislang kein Pharmakonzern zu einer Stellungnahme bereit.
Bezeichnend: die Phtalate sind auf dem Beipackzettel ordnungsgemäß aufgeführt, gleichzeitig steht im Beipackzettel, das Medikament sei für Schwangere unbedenklich. Phtalate sind als Weichmacher z.B. aus Kinderspielzeugen gebannt, da sie erbgut- und keimzellenschädigend sind...
Schwangere Frauen und Eltern greifen aus gesundheitlichen Gründen gerne auf pflanzliche Arzneimittel zurück. Da diese Mittel meist kaum Nebenwirkungen haben, können sie nicht schaden, so eine viel verbreitete Meinung. Ein Test des ARD-Magazins [plusminus (Das Erste, 7. März 2006, 21.50 Uhr) hat ergeben, dass dies eine fatale Fehleinschätzung sein kann, wenn die verabreichten Medikamente neben den eigentlichen Wirkstoffen die Chemikalie Dibutylphthalat (DBP) enthält.
Gemeinsam mit dem Institut für Umwelt- und Arbeitsmedizin der Universität Erlangen untersuchte das ARD-Magazin Urinproben von neun Männern und Frauen auf die Konzentration des gefährlichen Weichmachers DBP in ihrem Körper. Er bewirkt, dass sich die Inhaltsstoffe des jeweiligen Medikaments noch nicht im Magen auflösen. Alle Testpersonen nahmen jeweils ein freiverkäufliches pflanzliches Mittel gegen Erkältung ein. Das Ergebnis der Untersuchung: Der Grenzwert der Europäischen Lebensmittelbehörde für die Langzeiteinnahme von DBP wurde bis zu 63-mal überschritten.
Eine Vorankündigung für die Sendung habe ich gerade im Morgenmagazin gesehen, zu sehen war u.a. Gelomyrtol, ein von mir bislang geschätztes Erkältungsmedikament. Vermutlich dienen die Phtalate als Weichmacher in den Gelkapseln. Nach Aussage des Moderators war bislang kein Pharmakonzern zu einer Stellungnahme bereit.
Bezeichnend: die Phtalate sind auf dem Beipackzettel ordnungsgemäß aufgeführt, gleichzeitig steht im Beipackzettel, das Medikament sei für Schwangere unbedenklich. Phtalate sind als Weichmacher z.B. aus Kinderspielzeugen gebannt, da sie erbgut- und keimzellenschädigend sind...
Posted by Ishtar on Tuesday, March 7. 2006 at 07:59 in Vermischtes
no comments yet, be the first! Trackbacks (0)
no comments yet, be the first! Trackbacks (0)
Schmidt: Mehr Geld für Ärzte
Ulla Schmidt:
Das ist das erste Vernünftige was ich seit Wochen aus dem Gesundheitsministerium höre.
Dummerweise schleichen sich mir da gleich wieder Hintergedanken isn Hirn: ist das jetzt Schmidts Beschwichtigungsansprache an streikende Ärzte, oder vielleicht nur ein neuer Trick, das Geld aus der Tasche des Patienten in die des Behandlers zu befördern?
Fakt ist, die Pharmakonzerne werden wenig begeistert sein, wenn man ihnen an die Pfründe will, und das Geld muß irgendwoher kommen. Tatsache ist auch, daß schon lange überfällig ist, daß Ärzte für ihre wichtigste Leistung, nämlich die (immer seltener und knapper werdende) Kommunikation mit dem Patienten, das Zuhören und ernst Nehmen, überhaupt nicht entlohnt werden - daran muß sich dringend etwas ändern. Die GOÄ braucht einen Punkt "therapeutisches Gespräch, 15 Minuten" der auch schon mal für 30 Minuten pro Arztbesuch eingesetzt werden dürfte. Wie wäre es mit der Streichung der Rezeptgebühr? Ärzte würden sich zweimal überlegen, ein Rezept auszustellen. wenn es ihnen nichts einbringt, und den Patienten lieber zu anderen Dingen ermutigen, die seiner Heilung zuträglich wären.
Aber so viel Reformwille ist wohl von keinem Politiker zu erwarten - die jeweilige Partei müßte nämlich anschließend ohne Zuwendungen von Bayer. Hoechst, Novartis und Co. auskommen, und auch ein Aufschub gesetzlicher Neuregelungen für Preissenkungen bei Medikamenten war beispielsweise den Pharmakonzernen noch 2003 einen kleinen Zuschuß in die Kasse der Bundesregierung von rund 200 Mio Euro wert.
"Ich halte es nicht für richtig, dass wir mehr Geld für Arzneimittel ausgeben als für die gesamte Honorierung der niedergelassenen Ärzte." -- zitiert nach Focus/Ärzteblatt.
Das ist das erste Vernünftige was ich seit Wochen aus dem Gesundheitsministerium höre.
Dummerweise schleichen sich mir da gleich wieder Hintergedanken isn Hirn: ist das jetzt Schmidts Beschwichtigungsansprache an streikende Ärzte, oder vielleicht nur ein neuer Trick, das Geld aus der Tasche des Patienten in die des Behandlers zu befördern?
Fakt ist, die Pharmakonzerne werden wenig begeistert sein, wenn man ihnen an die Pfründe will, und das Geld muß irgendwoher kommen. Tatsache ist auch, daß schon lange überfällig ist, daß Ärzte für ihre wichtigste Leistung, nämlich die (immer seltener und knapper werdende) Kommunikation mit dem Patienten, das Zuhören und ernst Nehmen, überhaupt nicht entlohnt werden - daran muß sich dringend etwas ändern. Die GOÄ braucht einen Punkt "therapeutisches Gespräch, 15 Minuten" der auch schon mal für 30 Minuten pro Arztbesuch eingesetzt werden dürfte. Wie wäre es mit der Streichung der Rezeptgebühr? Ärzte würden sich zweimal überlegen, ein Rezept auszustellen. wenn es ihnen nichts einbringt, und den Patienten lieber zu anderen Dingen ermutigen, die seiner Heilung zuträglich wären.
Aber so viel Reformwille ist wohl von keinem Politiker zu erwarten - die jeweilige Partei müßte nämlich anschließend ohne Zuwendungen von Bayer. Hoechst, Novartis und Co. auskommen, und auch ein Aufschub gesetzlicher Neuregelungen für Preissenkungen bei Medikamenten war beispielsweise den Pharmakonzernen noch 2003 einen kleinen Zuschuß in die Kasse der Bundesregierung von rund 200 Mio Euro wert.
Posted by Ishtar on Tuesday, January 31. 2006 at 08:55 in Gesundheitspolitik
3 Comments Trackbacks (0)
3 Comments Trackbacks (0)
Ende der Geschenkekultur?
Eine Gruppe renommierter Ärzte, darunter Dr. Jerome Kassirer, ehemals Chefredakteur des New England Journal of Medicine; Dr. Jordan Cohen, Präsident der Association of American Medical Colleges und Dr. David Blumenthal, Leiter des Institute for Health Policy am Massachusetts General Hospital, haben in der aktuellen Ausgabe des Journal of the American Medical Association ein generelles Verbot von Geschenken an Ärzte durch Pharma- und Medizintech-Konzerne gefordert.
Amerikanische Pharmakonzerne investieren rund 21 Milliarden Dollar in Marketing, davon gehen 90 % an Ärzte.
Amerikanische Pharmakonzerne investieren rund 21 Milliarden Dollar in Marketing, davon gehen 90 % an Ärzte.
Continue reading "Ende der Geschenkekultur?"
Posted by Ishtar on Thursday, January 26. 2006 at 07:09 in Aus aller Welt, Pharmaindustrie
no comments yet, be the first! Trackbacks (0)
no comments yet, be the first! Trackbacks (0)
Die WHO und die Malaria-Schizophrenie
Jährlich sterben etwa 1 Million Menschen an Malaria. Die WHO hat schon vor einiger Zeit - im Verein mit Pharmakonzernen - einen Roll-Back gegen die Ausbreitung der Malaria verkündet. Das wichtigste Mittel zur Bekämpfung der Malaria sind derzeit Medikamente auf der Basis von Artemisinin.
Nun gibt die WHO sich in einem offiziellen Memorandum besorgt, daß die übermäßige Verwendung von Artemisinin-Produkten als Monopräparat eventuell Resitenzen in den besonders betroffenen Ländern Südostasiens erzeugen und somit das momentan wichtigste und wertvollste Malaria-Medikament wertlos machen könnten.
Nun gibt die WHO sich in einem offiziellen Memorandum besorgt, daß die übermäßige Verwendung von Artemisinin-Produkten als Monopräparat eventuell Resitenzen in den besonders betroffenen Ländern Südostasiens erzeugen und somit das momentan wichtigste und wertvollste Malaria-Medikament wertlos machen könnten.
If we lose artemisinin, we will no longer have an effective cure for malaria. WHO estimates that it will take at least ten years before another effective medicine may become available. -- Dr. Arata Kochi, Leiter der Malaria-Abteilung bei der WHO, zitiert nach VOA
Continue reading "Die WHO und die Malaria-Schizophrenie"
Posted by Ishtar on Friday, January 20. 2006 at 13:33 in Aus aller Welt
no comments yet, be the first! Trackbacks (0)
no comments yet, be the first! Trackbacks (0)
Jörg Blech - Heillose Medizin
Jörg Blech, Wissenschaftsjournalist in Diensten von Stern, ZEIT und zuletzt dem SPIEGEL, untertitelt sein Buch mit "Fragwürdige Therapien und wie Sie sich davor schützen können". Sehr viel prägnanter allerdings ist sein Einleitungssatz in das Buch:
Das muß man erst mal wirken lassen. Den Beleg für diesen Satz liefert das Buch mehr als einmal. Da wären die Fachärzte zu nennen, die sich in mehrheitlich großer Zahl den gepriesenen Standardtherapien ihrer eigenen Profession nicht unterziehen würden, müssten sie die Entscheidung treffen, da ist die Tatsache, daß gebildete Menschen deutlich seltener invasiven und schädlichen Therapien ausgesetzt werden, aber auch die Tendenz, Wohlhabenden mit vorgegaukelten sinnlosen Sonderleistungen in die Geldbeutel zu greifen.
Blech hat für sein Buch Experten befragt, allesamt Mediziner und Spezialisten in ihrer Disziplin. Viele davon sind an Unikliniken tätig und selbst oft kritisch, was den lässigen Umgang ihrer Zunftgenossen mit Medikamenten und Operationen angeht.
"Je schlechter Menschen informiert sind, desto häufiger werden sie medizinisch behandelt."
Das muß man erst mal wirken lassen. Den Beleg für diesen Satz liefert das Buch mehr als einmal. Da wären die Fachärzte zu nennen, die sich in mehrheitlich großer Zahl den gepriesenen Standardtherapien ihrer eigenen Profession nicht unterziehen würden, müssten sie die Entscheidung treffen, da ist die Tatsache, daß gebildete Menschen deutlich seltener invasiven und schädlichen Therapien ausgesetzt werden, aber auch die Tendenz, Wohlhabenden mit vorgegaukelten sinnlosen Sonderleistungen in die Geldbeutel zu greifen.

Jörg Blech - Heillose Medizin
Blech hat für sein Buch Experten befragt, allesamt Mediziner und Spezialisten in ihrer Disziplin. Viele davon sind an Unikliniken tätig und selbst oft kritisch, was den lässigen Umgang ihrer Zunftgenossen mit Medikamenten und Operationen angeht.
Continue reading "Jörg Blech - Heillose Medizin"
Posted by Ishtar on Saturday, January 14. 2006 at 14:43 in Vermischtes
no comments yet, be the first! Trackbacks (0)
no comments yet, be the first! Trackbacks (0)
Defined tags for this entry: Bücher, Chirurgie, Gynäkologie, Kardiologie, Kosten, Krebs, Medikamente, Orthopädie, Osteoporose, Patienten, Pharmaindustrie
Zuzahlungsregelung unter der Lupe
Die CDU hat vorgeschlagen, die bestehenden Zuzahlungsregelungen für Medikamente zu ändern. Das entbehrt nicht einer gewissen Komik, denn diese Regelungen gehen im wesentlichen auf einen Vorschlag der Union zurück. Momentan bezahlen Patienten 5 Euro zu jedem Medikament dazu, egal ob das Medikament 5 oder 50 Euro kostet. Durch eine Anpassung der Zuzahlungsregelung sollen die Patienten (ahja?) ermutigt werden, dem günstigeren Medikament den Vorzug zu geben. Über eine Absenkung der Zuzahlung für niedrigpreisige Medikamente wird nachgedacht. Da das Zuzahlungsvolumen jedoch gleich bleiben soll, wird es im Endeffekt wohl auf eine proportionale Zahlung hinauslaufen, mit anderen Worten, wer teure Medikamente braucht, muß tiefer in die Tasche greifen.
So sehr ich dafür bin, günstige Medikamente einzusetzen, so sehr frage ich mich doch, wem diese Regelung letztendlich dient und wen sie erziehen soll.
So sehr ich dafür bin, günstige Medikamente einzusetzen, so sehr frage ich mich doch, wem diese Regelung letztendlich dient und wen sie erziehen soll.
Continue reading "Zuzahlungsregelung unter der Lupe"
Posted by Ishtar on Saturday, January 7. 2006 at 09:01 in Gesundheitspolitik
no comments yet, be the first! Trackbacks (0)
no comments yet, be the first! Trackbacks (0)
Das Bundesgesundheitsministerium informiert
Aus der Pressemeldung des BMG:
Schöner Satz, nicht wahr? Immerhin gibt sie zu, daß die Arzneimittelausgaben zu hoch sind. Und was tut man dagegen? Das hier (identische Quelle):
Anders ausgedrückt, die Preise für wirksame und günstige Generika werden gedrückt und sogenannte echte Innovationen (also mit kräftigen Gewinnspannen patentierte Neuentwicklungen) dürfen weiterhin Unsummen kosten. Was allerdings unter "Stärkung der ärztlichen Verantwortung" zu verstehen ist, überlege ich noch.
Müssen Ärzte künftig Abschläge pro verordnetem Medikament bezahlen statt Rezeptgebühr zu erhalten? Oder ihre Nebeneinkünfte durch Pharmavertreter schonungslos offenlegen? Oder werden gar Hausbesuche vom Pharmavertreter verboten? Oder mehr Medikamente rezeptpflichtig? Gemeint sein kann eigentlich nur wieder eine Art Budgetierung auf dem Umweg über Quoten - die ebenso unsinnig ist wie die breitgestreute Verordnung von Antibiotika gegen Erkältungskrankheiten...
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt: „Die gesetzliche Krankenversicherung stünde finanziell erheblich besser da, wenn die Ausgabenzuwächse im Arzneimittelbereich im Rahmen der von der Selbstverwaltung vereinbarten Steigerungsrate geblieben wären. Das Versagen der Selbstverwaltung bei der Steuerung der Arzneimittelausgaben erfordert deshalb weiteres Handeln des Gesetzgebers. Der jetzt vorliegende Gesetzentwurf zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit im Arzneimittelbereich wird die Krankenkassen bereits im nächsten Jahr um etwa 1 Mrd. Euro finanziell entlasten.“
Schöner Satz, nicht wahr? Immerhin gibt sie zu, daß die Arzneimittelausgaben zu hoch sind. Und was tut man dagegen? Das hier (identische Quelle):
• Verbot der so genannten Naturalrabatte an Apotheken zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung. Bei patentfreien, wirkstoffgleichen Arzneimitteln, die zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung abgerechnet werden, erfolgt ein 10-%iger Abschlag auf die Herstellerabgabepreise zugunsten der Krankenkassen. Für alle Arzneimittel gilt für zwei Jahre ein Preisstopp.
• Neujustierung der Festbetragsregelung für Arzneimittel (klare Abgrenzung von echten Innovationen, Erschließung von Wirtschaftlichkeitsreserven in den Festbetragsgruppen).
• Stärkung der ärztlichen Verantwortung für die Verordnung von Arzneimitteln.
Anders ausgedrückt, die Preise für wirksame und günstige Generika werden gedrückt und sogenannte echte Innovationen (also mit kräftigen Gewinnspannen patentierte Neuentwicklungen) dürfen weiterhin Unsummen kosten. Was allerdings unter "Stärkung der ärztlichen Verantwortung" zu verstehen ist, überlege ich noch.
Müssen Ärzte künftig Abschläge pro verordnetem Medikament bezahlen statt Rezeptgebühr zu erhalten? Oder ihre Nebeneinkünfte durch Pharmavertreter schonungslos offenlegen? Oder werden gar Hausbesuche vom Pharmavertreter verboten? Oder mehr Medikamente rezeptpflichtig? Gemeint sein kann eigentlich nur wieder eine Art Budgetierung auf dem Umweg über Quoten - die ebenso unsinnig ist wie die breitgestreute Verordnung von Antibiotika gegen Erkältungskrankheiten...
Posted by Ishtar on Thursday, December 15. 2005 at 07:42 in Gesundheitspolitik, Krankenkassen
1 Comment Trackbacks (0)
1 Comment Trackbacks (0)
Zu Risiken und Nebenwirkungen
Die meisten Beipackzettel zu Medikamenten sind zu klein gedruckt und zu schwer verständlich. So unter anderem beim Ärzteblatt zu lesen:
Die Schriftgröße halten sie nicht ohne Grund für zu klein - bei der Untersuchung der 100 gängigsten Medikamente stellte sich heraus, dass keines die Vorgaben des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte bezüglich der Mindestschriftgröße einhielt und immerhin 1/10 der Präparate nicht die gesetzlichen Vorgaben zur Gestaltung des Beipackzettels erfüllten. Bei rund 1/4 der Medikamente wurden Fremdworte nicht übersetzt.
Hier entsteht natürlich eine schwierige Situation. Der Beipackzettel muß, das ist der Zweck, den Patienten über die bekannten Risiken aufklären. Damit das alles hochwissenschaftlich klingt, wird dem Endverbraucher weiter Medizinerlatein serviert, das verklausuliert auch so schön mögliche Nebenwirkungen.
Der mündige und besser informierte Patient könnte sich aber aus gutem Grund nun fragen, warum er zur Gesundung etwas nehmen soll, das ihm so augenscheinlich Schaden zufügen kann, und der Arzt und Pharmakonzern könnten zugeben müssen, dass nicht jede Pille so glänzend ist, wie sie im Blister erscheint... über die Nebenwirkungen redet niemand gern.
Der Zwang zu juristisch unanfechtbaren Erläuterungen, die den Pharmakonzern von Schadenersatz und Co. freisprechen, vertritt sich nicht gut mit einer Klartext-Variante, die Patienten etwa die Entscheidung erleichtert, ob sie ein Medikament einnehmen wollen oder nicht. Wo kämen wir schließlich hin, wenn Patienten über das Pillenschlucken hinaus etwas mitzubestimmen hätten. Was die Götter in Weiß verordnet haben, hat der Patient gefälligst zu schlucken.
Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker... der im Zweifelsfall auch nur das weiß was der Pharmavertreter kürzlich in Hochglanz behauptet hat....
Nach einer Studie sind die meist mehrseitigen Verbraucherinformationen in den Arzneimittel-Packungen schwer lesbar, schlecht verständlich und unübersichtlich. Nahezu jeder dritte Patient fühlt sich durch die Informationen sogar verunsichert, wie der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und der Bundesverband der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) am 3. November in Berlin mitteilten. 42 Prozent der Verbraucher bewerten die Beilagen als zu lang, 20 Prozent als wenig verständlich, und 17 Prozent halten die Schriftgröße für zu klein, geht aus einer Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hervor.
Die Schriftgröße halten sie nicht ohne Grund für zu klein - bei der Untersuchung der 100 gängigsten Medikamente stellte sich heraus, dass keines die Vorgaben des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte bezüglich der Mindestschriftgröße einhielt und immerhin 1/10 der Präparate nicht die gesetzlichen Vorgaben zur Gestaltung des Beipackzettels erfüllten. Bei rund 1/4 der Medikamente wurden Fremdworte nicht übersetzt.
Hier entsteht natürlich eine schwierige Situation. Der Beipackzettel muß, das ist der Zweck, den Patienten über die bekannten Risiken aufklären. Damit das alles hochwissenschaftlich klingt, wird dem Endverbraucher weiter Medizinerlatein serviert, das verklausuliert auch so schön mögliche Nebenwirkungen.
Der mündige und besser informierte Patient könnte sich aber aus gutem Grund nun fragen, warum er zur Gesundung etwas nehmen soll, das ihm so augenscheinlich Schaden zufügen kann, und der Arzt und Pharmakonzern könnten zugeben müssen, dass nicht jede Pille so glänzend ist, wie sie im Blister erscheint... über die Nebenwirkungen redet niemand gern.
Der Zwang zu juristisch unanfechtbaren Erläuterungen, die den Pharmakonzern von Schadenersatz und Co. freisprechen, vertritt sich nicht gut mit einer Klartext-Variante, die Patienten etwa die Entscheidung erleichtert, ob sie ein Medikament einnehmen wollen oder nicht. Wo kämen wir schließlich hin, wenn Patienten über das Pillenschlucken hinaus etwas mitzubestimmen hätten. Was die Götter in Weiß verordnet haben, hat der Patient gefälligst zu schlucken.
Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker... der im Zweifelsfall auch nur das weiß was der Pharmavertreter kürzlich in Hochglanz behauptet hat....
Posted by Ishtar on Sunday, November 6. 2005 at 08:11 in Gesundheitspolitik
no comments yet, be the first! Trackback (1)
no comments yet, be the first! Trackback (1)
Die Große Finanz-Reform (DGF) 1: Arzneimittelpreise
In nächster Zeit werden uns einige politische Neuregelungen ins Haus stehen - diese findet Ihr dann mit dem Kürzel DGF im Betreff beim Medblog.
Aktuell haben sich die Noch-nicht-Regierungsparteien laut Reuters auf Folgendes einigen können:
Genauer gesagt, die Hersteller von Generika sollen gezwungen werden, ihre Preise zu senken, während den Pharmakonzernen ansonsten eine freiere Preisgestaltung für neue Medikamente zugesagt wurde, um "die Forschung zu stärken".
Aktuell haben sich die Noch-nicht-Regierungsparteien laut Reuters auf Folgendes einigen können:
Die Gesundheitspolitiker verständigten sich darauf, die Arzneimittelpreise für zwei Jahre einzufrieren, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag aus Verhandlungskreisen. Einkaufsvorteile für Apotheker, etwa von der Pharmaindustrie gewährte Naturalrabatte, sollen verboten werden. Insgesamt sollten bei den Ausgaben der Krankenversicherung für Medikamente zwei Milliarden Euro eingespart werden. Nach Zeitungsberichten sollen auch die Preise für Nachahmerpräparate, so genannte Generika, sinken und die Preisregeln für neue Arzneien überarbeitet werden.
Genauer gesagt, die Hersteller von Generika sollen gezwungen werden, ihre Preise zu senken, während den Pharmakonzernen ansonsten eine freiere Preisgestaltung für neue Medikamente zugesagt wurde, um "die Forschung zu stärken".
Posted by Ishtar on Friday, November 4. 2005 at 08:05 in Gesundheitspolitik
2 Comments Trackbacks (0)
2 Comments Trackbacks (0)
Taiwan produziert Tamiflu-Kopie für den Eigenbedarf
Die Regierung Taiwans hat angekündigt, für die Aufstockung ihrer eigenen Notvorräte 6 kg eines Medikamentes zu produzieren, das zu 99% dem patentierten antiviralen Mittel Tamiflu des Pharmakonzerns Roche gleicht. Sie betonte, das Produkt solle nicht kommerziell vermarktet werden. Zuvor hatten Gespräche mit Roche über eine Lizenzproduktion stattgefunden, die aber wohl gescheitert sind.
"It means we have shown our goodwill to Roche and we appreciate their patent. But to protect our people is the utmost important thing." sagte ein Vertreter der taiwanesischen Gesundheitsbehörde. (via BBC Health)Das National Health Institute of Taiwan gab bekannt, das Medikament schneller und deutlich preisgünstiger als Roche produzieren zu können.
Posted by Ishtar on Monday, October 24. 2005 at 00:18 in Aus aller Welt
no comments yet, be the first! Trackbacks (0)
no comments yet, be the first! Trackbacks (0)
View as PDF: This month | Full blog

