Entries tagged as Antibiotika
Gefährliche Supererreger
Die WELT betitelt heute einen Artikel über den massiven Anstieg von Antibiotikaresistenzen mit "Gefährliche Super-Erreger bedrohen Patienten", und unwillkürlich drängt sich mir ein Bild auf wie ein lebensgroßer Staphylokokkus vor einem Menschen steht und sagt "BUH, Geld her oder ich beiße Dich...".
Erstaunlich ist an dem Bericht der WELT eigentlich nur, dass er so tut als sei MRSA ganz plötzlich und über Nacht aufgetaucht (oder als seien alle gefährlichen Resistenzen und iatrogenen Infektionen Abarten von Staphylococcus Aureus).
Auch hier im Medblog haben wir schon einige Male über MRSA berichtet,
Erstaunlich ist an dem Bericht der WELT eigentlich nur, dass er so tut als sei MRSA ganz plötzlich und über Nacht aufgetaucht (oder als seien alle gefährlichen Resistenzen und iatrogenen Infektionen Abarten von Staphylococcus Aureus).
Auch hier im Medblog haben wir schon einige Male über MRSA berichtet,
Die Zahl der Patienten, die nach harmlosen Operationen lebensbedrohlich erkranken, steigt: Jährlich infizieren sich in deutschen Kliniken über 500.000 Menschen mit resistenten Bakterien. Berichte aus Gerichtsakten klingen wie ein Albtraum. Ein neuer Antibiotika-Resistenz-Pass soll das Problem eindämmen.steht im oben verlinkten Welt-Artikel als Teaser. Ein Pass soll helfen? Erschlägt man damit die Erreger? Oder werden Patienten die ggf. resistent sind zu ihrer eigenen Sicherheit gar nicht erst im Krankenhaus aufgenommen?
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Posted by Ishtar on Thursday, October 18. 2007 at 08:20 in Vermischtes
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Defined tags for this entry: Antibiotika, Gesundheitsversorgung, Immunologie, Infektionen, Krankenhaus, MRSA, Resistenzen, Vorsorge
Antibiotika - mehr fürs Geld
Nein, dieser Eintrag befaßt sich nicht mit günstigen Medikamenteneinkäufen. Den Titel konnte ich mir einfach nicht verkneifen -warum, erkläre ich gleich.
Angesichts einer in der aktuellen Ausgabe des renommierten Mediziner-Fachblatts The Lancet veröffentlichten Studie über den "ursächlichen Zusammenhang zwischen Antibiotikaverschreibung und -resistenz" (im Abstract und Artikel steht dann korrekterweise 'Gebrauch' stattt 'Verschreibung') überschlagen sich die Medien gerade mit Berichten zur Resistenzenbildung durch Antibiotika, und ich möchte frei nach Loriot einfach nur "Ach?" sagen.
Stellvertretend n-tv:
[mode: Ironie] Nein, wirklich?! [mode: Ironie off]
Angesichts einer in der aktuellen Ausgabe des renommierten Mediziner-Fachblatts The Lancet veröffentlichten Studie über den "ursächlichen Zusammenhang zwischen Antibiotikaverschreibung und -resistenz" (im Abstract und Artikel steht dann korrekterweise 'Gebrauch' stattt 'Verschreibung') überschlagen sich die Medien gerade mit Berichten zur Resistenzenbildung durch Antibiotika, und ich möchte frei nach Loriot einfach nur "Ach?" sagen.
Stellvertretend n-tv:
Vorsicht bei Antibiotika - Bakterien rasch resistent
Was bereits lange vermutet wurde, ist nun bewiesen: Der Einsatz von Antibiotika macht Bakterien rasch unempfindlich gegen einige dieser Substanzen. (...)Mediziner sollten deshalb genau überlegen, wie oft und für welche Fälle sie die Mittel einsetzen. Resistenzen führen zunehmend zu massiven Problemen, weil einige Antibiotika ihre Wirksamkeit gegen bestimmte Erreger komplett verloren haben.
[mode: Ironie] Nein, wirklich?! [mode: Ironie off]
Antibiotika bei chronischen Ohrenentzündungen nutzlos
Dass Antibiotika bei Ohrenentzündungen von Kindern aus vielerlei Gründen nicht immer erste Wahl bei der Behandlung sind (oder sein sollten), haben wir schon hier und hier berichtet.
Wie nun neueste Forschungsergebnisse zeigen, sind Antibiotika bei chronischen Ohrenentzündungen ohnehin wirkungslos.
Anstelle der Antibiotikagaben ist bei einer lang anhaltenden Mittelohrentzündung nach Meinung der Wissenschaftler eine Trommelfellpunktion angezeigt, um die Flüssigkeit abzuleiten.
Wie nun neueste Forschungsergebnisse zeigen, sind Antibiotika bei chronischen Ohrenentzündungen ohnehin wirkungslos.
Wenn Kinder unter chronischen Mittelohrentzündungen leiden, ist daran fast immer ein Biofilm schuld. Solche "Bakterienrasen" bilden eine Schutzschicht, die Antibiotika unwirksam machen. -- Quelle: Die WELT
Anstelle der Antibiotikagaben ist bei einer lang anhaltenden Mittelohrentzündung nach Meinung der Wissenschaftler eine Trommelfellpunktion angezeigt, um die Flüssigkeit abzuleiten.
Posted by Ishtar on Wednesday, July 12. 2006 at 11:29 in Vermischtes
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Am Ende der Nahrungskette
Titelzeile eines Artikels bei EurekAlert:
Australien hat die Verwendung von Antibiotika der Gruppe Fluoroquinolone in Tierfutter verboten. In der Folge sanken bei menschlichen Patienten die Infektionen mit antibiotikaresistenten Stämen von Campylobacter jejuni, einem Bakterium, das typische Durchfallerkranungen nach Kontakt mit verunreinigten Lebensmitteln auslöst.
Fluoroquinolone sind in den meisten Industrienationen in Tierfutter zulässig. In Norwegen und Schweden, wo das Mittel schon geraume Zeit verboten ist, treten weniger schwere Infektionen mit resistenten Formen von Campylobacter jenuni auf:
Eine großangelegte wissenschaftliche Studie zu Fluoroquinolonen und Campylobacter jenuni erscheint in der aktuellen Ausgabe von Clinical Infectious Diseases :
Low-Level Fluoroquinolone Resistance among Campylobacter jejuni Isolates in Australia
Wieder einmal zeigt sich sehr schön, daß Antibiotika die Nahrungskette hindurchwandern - ein Punkt, den ich aus eigener Erfahrung kenne, da ich gegen einige in der Tierzucht verwendete Antibiotika allergisch bin - und daß wir uns keinen Gefallen damit tun, Stoffe, die für uns medizinisch überlebensnotwendig sein könnten, ihrer Funktion zu berauben, indem wir auf Wegen wie Tierfutter resistente Stämme heranzüchten.
Less antibiotic use in food animals leads to less drug resistance in people, study shows
Australien hat die Verwendung von Antibiotika der Gruppe Fluoroquinolone in Tierfutter verboten. In der Folge sanken bei menschlichen Patienten die Infektionen mit antibiotikaresistenten Stämen von Campylobacter jejuni, einem Bakterium, das typische Durchfallerkranungen nach Kontakt mit verunreinigten Lebensmitteln auslöst.
Fluoroquinolone sind in den meisten Industrienationen in Tierfutter zulässig. In Norwegen und Schweden, wo das Mittel schon geraume Zeit verboten ist, treten weniger schwere Infektionen mit resistenten Formen von Campylobacter jenuni auf:
Campylobacter isolates were collected from almost 600 patients in five Australian states. Only 2 percent were resistant to ciprofloxacin, a type of fluoroquinolone. In countries that allow fluoroquinolone use in animals, the prevalence of drug resistance can be as high as 29 percent. -- mercola.com
Eine großangelegte wissenschaftliche Studie zu Fluoroquinolonen und Campylobacter jenuni erscheint in der aktuellen Ausgabe von Clinical Infectious Diseases :
Low-Level Fluoroquinolone Resistance among Campylobacter jejuni Isolates in Australia
Wieder einmal zeigt sich sehr schön, daß Antibiotika die Nahrungskette hindurchwandern - ein Punkt, den ich aus eigener Erfahrung kenne, da ich gegen einige in der Tierzucht verwendete Antibiotika allergisch bin - und daß wir uns keinen Gefallen damit tun, Stoffe, die für uns medizinisch überlebensnotwendig sein könnten, ihrer Funktion zu berauben, indem wir auf Wegen wie Tierfutter resistente Stämme heranzüchten.
Posted by Ishtar on Sunday, May 7. 2006 at 08:02 in Aus aller Welt
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Antibiotika, Asthma und Ohrenentzündung
Es gibt immer mehr Beweise für einen Zusammenhang zwischen dem Einsatz von Antibiotika in der frühen Kindheit und einer späteren Asthmaerkrankung. Eine Studie der University of British Columbia mit 12.082 Teilnehmern ist zu dem Ergebnis gekommen, dass jene Kinder, die unter einem Jahr mit Antibiotika behandelt wurden, über ein doppelt so hohes Asthmarisiko verfügen. Die Wissenschafter schreiben in dem Fachmagazin Chest, dass weitere Antibiotikagaben innerhalb des ersten Lebensjahres das Asthmarisiko noch weiter steigerten. -- Quelle: Der Standard
Die Wissenschaftler gehen davon aus, daß die Antibiotikagaben im jungen Alter gutartige Bakterien der Darmflora schädigen und das Immunsystem damit stark beeinträchtigen. Besonders oft werden Antibiotika im Kleinkindalter bei Ohrenentzündungen gegeben, die jedoch häufig durch Viren statt durch Bakterien verursacht sind.
GlaxoSmithKline kündigte gerade groß einen Impfstoff gegen Ohrenentzündungen an, und besonders Eltern damit geplagter Kinder dürften über die Nachricht glücklich sein.
Hauptauslöser der Ohrenentzündung sind zwei Bakterienstämme, nämlich Streptococcus pneumoniae und Haemophilus influenzae. Bisherige Impfstoffe schützten wohl vor den Streptokokken, nicht aber vor den anderen Erregern. Dieser Mangel wurde nun bei der neuen Impflösung behoben, indem man elf unterschiedliche Streptokokken-Stämme mit dem Protein des Influenza-Stammes zusammenbrachte. - Quelle: taz
Allerdings hat die Impfung bei bestimmten Erregertypen - auf die sie spezifisch angelegt ist - nur eine Erfolgsquote von 35 Prozent.
Und die Gabe von Antibiotika könnte sich auch bei bakteriellen Ohrenentzündungen erübrigen - ebenfalls im oben genannten taz-Artikel zu lesen:
Die Wissenschaftler träufelten 15 Patienten mehrmals täglich einige verdünnte Essigtropfen ins Ohr und verglichen ihr Wohlergehen mit 15 Patienten, die per antibiotischer Ohrenlösung behandelt wurden. Drei Wochen später waren die Essig-Anwender komplett beschwerdefrei, die Heilungsquote bei den Antibiotikum-Probanden lag hingegen nur bei 65 Prozent.
Posted by Ishtar on Thursday, March 16. 2006 at 18:48 in Vermischtes
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Clostridium difficile breitet sich aus
Das Bakterium Clostridium difficile, einer der gern auch als Super- oder Killer-Bakterien bezeichneten Erreger. scheint sich nach letzten Erkenntnissen sehr viel stärker auszubreiten, als man bisher angenommen hatte.
Clostridium difficile löst vor allem starke Durchfälle und eine Darmentzündung aus, die bei ungünstigem Krankheitsverlauf tödlich enden kann. Antibiotika-Behandlungen gehören zu den Risikofaktoren für den Befall mit dem Bakterium.
Während vor allem die in Kanada aufgetretenen Erkrankungen mit einer stark toxischen Version des Bakteriums Bekanntheit erlangt haben, berichten nun die Centers of Disease Control (CDC), die obersten US-amerikanischen Seuchenhüter, dass immer mehr Fälle auftreten, in denen die Erkrankten vorher gesund waren, sich das Bakterium nicht in Krankenhäusern oder Pflegeheimen zugezogen haben und auch keine die Darmflora schädigenden Antibiotika eingenommen haben.
Die CDC warnen, dass Patienten mit starken Durchfällen unbedingt einen Arzt aufsuchen sollten.
Clostridium difficile löst vor allem starke Durchfälle und eine Darmentzündung aus, die bei ungünstigem Krankheitsverlauf tödlich enden kann. Antibiotika-Behandlungen gehören zu den Risikofaktoren für den Befall mit dem Bakterium.
One of the 33 patients died. She was a 31-year-old Pennsylvania woman who was 14 weeks pregnant, and was expecting twins. She went to an emergency room with symptoms. Despite treatment with antibiotics that were considered effective against Clostridium difficile, she lost the fetuses and then died. The woman had been treated three months earlier for a urinary tract infection with an antibiotic, trimethoprim-sulfamethoxazole. -- (Quelle: boston.com)
Während vor allem die in Kanada aufgetretenen Erkrankungen mit einer stark toxischen Version des Bakteriums Bekanntheit erlangt haben, berichten nun die Centers of Disease Control (CDC), die obersten US-amerikanischen Seuchenhüter, dass immer mehr Fälle auftreten, in denen die Erkrankten vorher gesund waren, sich das Bakterium nicht in Krankenhäusern oder Pflegeheimen zugezogen haben und auch keine die Darmflora schädigenden Antibiotika eingenommen haben.
Die CDC warnen, dass Patienten mit starken Durchfällen unbedingt einen Arzt aufsuchen sollten.
Posted by Ishtar on Saturday, December 3. 2005 at 07:49 in Vermischtes
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Medikamentenresistente Tuberkulose auf dem Vormarsch
Nach Berichten des Journal of the American Medical Association (JAMA) gibt es in Kalifornien einen Stamm von stark gegen Medikamente resistenter Tuberkulose (multi-drug resistant tuberculosis oder MDR-TB). Besonders verbreitet ist diese Tuberkuloseform bei Einwanderern aus Mexiko und von den Philippinen.
Von 1994 bis 2003 wurden in Kalifornien 38.291 Fälle von TB gemeldet, 407 davon mit MDR-TB. Mit MDR-TB infizierte Patienten haben eine viermal höhere Chance, an der Krankheit zu sterben und übertragen die Krankheit zweimal so häufig wie 'normale' Tuberkulose-Patienten.
Bereits 'normale' Tuberkulose ist stark lebensbedrohlich und wird durch die Luft (per Tröpfcheninfektion) übertragen. Ein großflächiger Ausbruch von MDR-TB könnte sich zu einer medizinischen Katastrophe auswachsen. Schon jetzt wird die öffentliche Gesundheitsversorgung des Bundesstaates davon stark belastet - die Behandlungskosten für einen einzigen Patienten reichen von 200.000 Dollar bis 1,2 Mio. Dollar, verteilt auf einen Zeitraum von 18-24 Monaten.
Von 1994 bis 2003 wurden in Kalifornien 38.291 Fälle von TB gemeldet, 407 davon mit MDR-TB. Mit MDR-TB infizierte Patienten haben eine viermal höhere Chance, an der Krankheit zu sterben und übertragen die Krankheit zweimal so häufig wie 'normale' Tuberkulose-Patienten.
Bereits 'normale' Tuberkulose ist stark lebensbedrohlich und wird durch die Luft (per Tröpfcheninfektion) übertragen. Ein großflächiger Ausbruch von MDR-TB könnte sich zu einer medizinischen Katastrophe auswachsen. Schon jetzt wird die öffentliche Gesundheitsversorgung des Bundesstaates davon stark belastet - die Behandlungskosten für einen einzigen Patienten reichen von 200.000 Dollar bis 1,2 Mio. Dollar, verteilt auf einen Zeitraum von 18-24 Monaten.
Posted by Ishtar on Wednesday, June 8. 2005 at 07:44 in Aus aller Welt
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Super-Bakterien: Clostridium difficile
In Großbritannien sind kürzlich 12 Patienten an einer Infektion mit einem Erreger gestorben, der als Clostridium difficile bezeichnet wird. Das Bakterium verursacht starke Durchfälle, die besonders für ältere Menschen lebensbedrohlich sein können. Hat sich das Bakterium erst mal im Darmtrakt eingenistet, produziert es dort starke Toxine.
Bereits 2004 starben in der Provinz Quebec in Kanada rund 100 Patienten an diesem Bakterium. Wissenschaftler vermuten, dass es sich bei dem Krankheitsauslöser in Stoke Mandeville, Buckinghamshire, um eine genetisch veränderte Version handelt, die ein deutlich stärkeres Toxin in ihre Umgebung abgibt - der in Quebec isolierte Erreger etwa erzeugte 20mal mehr Toxin als bis dahin bekannte Arten. Die Patienten haben hohes Fieber, reagieren nur sehr langsam auf Behandlungen, und in einigen Fällen mussten Teile des Darmes entfernt werden, um dem Infekt Einhalt zu gebieten.
Clostridium difficile kann sich besonders gut dort einnisten, wo die natürliche Darmflora der Patienten durch reichliche Antiobiotikagaben vorgeschädigt ist und das Immunsystem den Eindringling nicht mehr gezielt bekämpfen kann.
Nach letzten Studien sind mehr als die Hälfte aller in Krankenhäusern Beschäftigten Überträger von Clostridium difficile.
Bereits 2004 starben in der Provinz Quebec in Kanada rund 100 Patienten an diesem Bakterium. Wissenschaftler vermuten, dass es sich bei dem Krankheitsauslöser in Stoke Mandeville, Buckinghamshire, um eine genetisch veränderte Version handelt, die ein deutlich stärkeres Toxin in ihre Umgebung abgibt - der in Quebec isolierte Erreger etwa erzeugte 20mal mehr Toxin als bis dahin bekannte Arten. Die Patienten haben hohes Fieber, reagieren nur sehr langsam auf Behandlungen, und in einigen Fällen mussten Teile des Darmes entfernt werden, um dem Infekt Einhalt zu gebieten.
Clostridium difficile kann sich besonders gut dort einnisten, wo die natürliche Darmflora der Patienten durch reichliche Antiobiotikagaben vorgeschädigt ist und das Immunsystem den Eindringling nicht mehr gezielt bekämpfen kann.
Nach letzten Studien sind mehr als die Hälfte aller in Krankenhäusern Beschäftigten Überträger von Clostridium difficile.
Posted by Ishtar on Tuesday, June 7. 2005 at 08:32 in Aus aller Welt
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Defined tags for this entry: Antibiotika, Infektionen
Ohrenentzündung - Abwarten statt Antibiotika
Mediziner der Universität von Texas in Galveston haben den Verlauf von Mittelohrentzündungen bei Kindern beobachtet. Das besondere Augenmerk galt dabei einer Behandlungsmethode, die als "watchful waiting" - etwa: Aufmerksames Beobachten und Nichtstun - bezeichnet wird. Dabei wurden den Kindern Schmerzmittel gegen die starken Ohrenschmerzen, jedoch keine Antibiotika verabreicht. Die Eltern behielten dann den Gesundheitszustand ihrer Sprößlinge im Auge. Das Ergebnis - in 2/3 aller Fälle heilte die Entzündung von allein und ohne Antibiotikagabe aus.
Schlüssel zu dieser Behandlungsmethode sind vor allem gut geschulte Ärzte, die anhand einer Kriterienliste für 'watchful waiting' die Infektionen untersuchen und entsprechend der Schwere der Erkrankung sich für oder gegen watchful waiting bzw. Antibiotika entscheiden sollen.
Interessanterweise ging der Heilungsprozess bei Kindern, die Antibiotika erhielten, zwar schneller, aber nach 10 Tagen waren in ihren Atemwegen antibiotika-resistente Erreger zu finden.
Die Studie kommt zu dem Schluß, dass vor allem gut informierte Eltern, die in den Entscheidungsprozeß miteinbezogen werden und eine entsprechend fundierte Entscheidung treffen können, für den Erfolg und die geringere Verwendung von Antiobiotika ausschlaggebend sind.
Schlüssel zu dieser Behandlungsmethode sind vor allem gut geschulte Ärzte, die anhand einer Kriterienliste für 'watchful waiting' die Infektionen untersuchen und entsprechend der Schwere der Erkrankung sich für oder gegen watchful waiting bzw. Antibiotika entscheiden sollen.
Doctors in the study gave parents information about the risks and benefits of a non-antibiotic approach to treatment. They also showed them how to manage their child’s pain and how to recognize signs the infection is getting worse. In addition, parents in the study had 24-hour telephone access to the study team, who could prescribe an antibiotic or advise about the need for another doctor’s visit.
“Watchful waiting means that parents have ready access to the doctor in case the child’s condition worsens,” McCormick says. Studies have already shown similar results with a contingency, or “safety-net,” prescription protocol, in which doctors provide a prescription but ask parents to wait up to three days before filling it. Most children with non-severe infections recover without needing the safety net prescription. Research suggests that up to 70 percent of these prescriptions will go unfilled, McCormick says
Interessanterweise ging der Heilungsprozess bei Kindern, die Antibiotika erhielten, zwar schneller, aber nach 10 Tagen waren in ihren Atemwegen antibiotika-resistente Erreger zu finden.
Die Studie kommt zu dem Schluß, dass vor allem gut informierte Eltern, die in den Entscheidungsprozeß miteinbezogen werden und eine entsprechend fundierte Entscheidung treffen können, für den Erfolg und die geringere Verwendung von Antiobiotika ausschlaggebend sind.
Posted by Ishtar on Monday, June 6. 2005 at 09:02 in Aus aller Welt
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The German Disease - MRSA
Schlamperei und Schlendrian, so konstatiert die ZEIT, Inkompetenz, Ignoranz und Arbeitsüberlastung bringen in Deutschland mindestens einer halben Million Patienten unnötige Infektionen mit resistenten Erregern bei. Und das ist nur der Gipfel des Eisberges.
Dabei treten diese Erreger vor allem in Deutschland und Großbritannien auf - in den Niederlanden geht man mit derlei Keimen sehr viel sorgsamer um. Ein Fakt, der nicht zufällig auch mit der Verschreibungspraxis für Antibiotika in den jeweiligen Ländern korreliert - je mehr Antibiotika für Bagatellerkrankungen verschrieben werden, um so höher die Chance für resistente Super-Erreger...
Das geht so weit, dass deutsche Patienten im Ausland erst mal in die Quarantäne müssen.
Ein weiterer Grund ist einfach mangelhafte Hygiene. Was soll man noch sagen, wenn ein deutscher Oberarzt tatsächlich argumentiert: "Für Hygiene haben wir keine Zeit."
Der ganze Artikel in der ZEIT über Hygiene, Schlamperei und MRSA in deutschen Kliniken:
http://www.zeit.de/2005/17/M-MRSA
... drastische Zunahme Methicillin-resistenter Stämme von Staphylococcus aureus, im Fachjargon MRSA genannt. Methicillin ist ein Antibiotikum. Wenn eine Staphylokokke gegen dieses Mittel immun ist, greifen auch fast alle anderen Antibiotika nicht mehr. »Noch vor 15 Jahren waren in Deutschland weniger als zwei Prozent dieser Keime in den Krankenhäusern gegen herkömmliche Antibiotika resistent«, sagt Wolfgang Witte, Leiter des Nationalen Referenzzentrums für Staphylokokken, einer Außenstelle des RKI in Wernigerode. Inzwischen, versichert der Experte, seien es mehr als 20 Prozent. »MRSA ist in Deutschland ein infektiologisches Problem ersten Ranges.«
Dabei treten diese Erreger vor allem in Deutschland und Großbritannien auf - in den Niederlanden geht man mit derlei Keimen sehr viel sorgsamer um. Ein Fakt, der nicht zufällig auch mit der Verschreibungspraxis für Antibiotika in den jeweiligen Ländern korreliert - je mehr Antibiotika für Bagatellerkrankungen verschrieben werden, um so höher die Chance für resistente Super-Erreger...
Das geht so weit, dass deutsche Patienten im Ausland erst mal in die Quarantäne müssen.
Ein weiterer Grund ist einfach mangelhafte Hygiene. Was soll man noch sagen, wenn ein deutscher Oberarzt tatsächlich argumentiert: "Für Hygiene haben wir keine Zeit."
Der ganze Artikel in der ZEIT über Hygiene, Schlamperei und MRSA in deutschen Kliniken:
http://www.zeit.de/2005/17/M-MRSA
Posted by Ishtar on Sunday, June 5. 2005 at 00:01 in Vermischtes
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