Ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest...
...wünsche ich euch. Ich hoffe, ihr werdet reich beschenkt und könnt die Tage zum entspannen und erholen nutzen.
Jedoch ist Weihnachten auch immer ein Grund, Symptome nicht ernst zu nehmen. Da ich dieses Weihnachten Dienst habe, sehe und höre ich oft von einigen Fällen, dass es einen nur noch wundern kann. Nicht nur dass der vorweihnachtliche Stress unterschätzt und ignoriert wird, sondern dass viele sich den Bauch so voll schlagen, dass der Gang ins Krankenhaus ignoriert oder besonders angegangen wird.
Daher möchte ich euch einige Anekdoten erzählen, die sich wahrscheinlich in jedem Krankenhaus zu immer der selben Zeit, nämlich zu Weihnachten, ereignen.
Jedoch ist Weihnachten auch immer ein Grund, Symptome nicht ernst zu nehmen. Da ich dieses Weihnachten Dienst habe, sehe und höre ich oft von einigen Fällen, dass es einen nur noch wundern kann. Nicht nur dass der vorweihnachtliche Stress unterschätzt und ignoriert wird, sondern dass viele sich den Bauch so voll schlagen, dass der Gang ins Krankenhaus ignoriert oder besonders angegangen wird.
Daher möchte ich euch einige Anekdoten erzählen, die sich wahrscheinlich in jedem Krankenhaus zu immer der selben Zeit, nämlich zu Weihnachten, ereignen.
Continue reading "Ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest..."
Posted by shanice on Sunday, December 24. 2006 at 17:00 in Alles nur im Kopf, Ausbildung, Erfahrungsberichte, Schwester, Skalpell bitte!, Vermischtes
no comments yet, be the first! Trackbacks (0)
no comments yet, be the first! Trackbacks (0)
Schizophrenie - bald einfachere Diagnose?
Wissenschafter der Universitäten Köln sowie Cambridge und London haben erste Biomarker für Schizophrenie entdeckt. Damit ist erstmals ein messbarer Nachweis der Schizophrenie möglich, wie die Uni Köln am Dienstag mitteilte. - Quelle: APA / AFP - DerStandard
Quer durch die Medien zieht sich der Bericht über die Entdeckung des Biomarkers für Schizophrenie, meist recht euphorisch betitelt, da ist von Meilensteinen die Rede oder der "erstmals möglichen sicheren Diagnose" der Schizophrenie.
Was genau ist eigentlich ein Biomarker?
Continue reading "Schizophrenie - bald einfachere Diagnose?"
Posted by Ishtar on Tuesday, August 29. 2006 at 08:36 in Alles nur im Kopf, Vermischtes
2 Comments Trackbacks (0)
2 Comments Trackbacks (0)
Autismus beeinflusst das gesamte Gehirn
Forscher kommen zunehmend zu dem Schluß, dass Autismus sämtliche Funktionen des Gehirns beeinflußt. Bislang hatte sich die Forschung vor allem auf die "offensichtlichen" Störungsbereiche des autistischen Spektrums konzentriert, wie Probleme bei sozialer Interaktion oder Prosopagnosie.
Dass Autisten u.a. motorisch gehandicapt sein können, finde ich jetzt nicht sooo neu, aber sei es drum.
Interessanterweise schreibt derselbe Artikel:
However within the last two decades, researchers have begun studying other aspects of the condition, as people with autism also have difficulties in other areas, such as balance, movement and memory. - Quelle: Irishhealth.com
Dass Autisten u.a. motorisch gehandicapt sein können, finde ich jetzt nicht sooo neu, aber sei es drum.
Interessanterweise schreibt derselbe Artikel:
For this study, the researchers carried out a range of 'neuropsychological tests' on 56 children with autism and 56 without the condition. In terms of basic functioning, the children with autism performed as well and in some instances better than the other children.
Continue reading "Autismus beeinflusst das gesamte Gehirn"
Posted by Ishtar on Friday, August 18. 2006 at 09:16 in Alles nur im Kopf, Vermischtes
no comments yet, be the first! Trackbacks (0)
no comments yet, be the first! Trackbacks (0)
Kann eine einzelne Hirnzelle denken?
Heute nur ein Lesetipp:
Voller Artikel in der ZEIT:
Kann eine einzelne Nervenzelle denken? Oder was hat Hirnforschung mit Jennifer Aniston zu tun?
Ein Team von Wissenschaftlern der Universität von Kalifornien in Los Angeles (UCLA) und des California Institute of Technology (Caltech) hat entdeckt, dass einzelne Nervenzellen (Neuronen) in der Lage sind, eine Art Vorstellung von Dingen oder Personen zu entwickeln. Diese Forschung widerspricht der Auffassung der meisten Neurowissenschaftler, wonach einzelne Zellen nichts anderes sind, als kleine Pixel in einem großen, sehr komplexen System. Die Frage lautet also: "Kann eine einzelne Nervenzelle denken?", so Dr. Christof Koch vom Caltech, der die Ergebnisse dieser Forschung am 9. Juli auf dem Forum of European Neuroscience Societies (FENS) 2006 in Wien vorstellte.
"Was ist Bewusstsein? Das ist eine grundlegende Frage, die beantwortet werden muss", sagte Dr. Koch.
Voller Artikel in der ZEIT:
Kann eine einzelne Nervenzelle denken? Oder was hat Hirnforschung mit Jennifer Aniston zu tun?
Posted by Ishtar on Tuesday, July 11. 2006 at 10:52 in Alles nur im Kopf, Aus aller Welt, Vermischtes
no comments yet, be the first! Trackbacks (0)
no comments yet, be the first! Trackbacks (0)
Defined tags for this entry: Forschung, Neurologie
Putzen mit der schwarzen Madonna
Frau Hoch gehört zu den KlientInnen, die sich meistens in geheimnisvolles und unnahbares Schweigen hüllen. Sie ist eine junge Frau mit einem engelgleichen Gesicht, zarter Haut und langen schwarzen Haaren. Niemals würde sie eine Hose tragen. Sie kleidet sich ausschließlich in schwarze, fließende Gewänder. Anfangs dachte ich, sie würde zur „Gothic“- Szene gehören, aber das war eine schwere Fehleinschätzung. In Wirklichkeit ist sie nämlich nicht von dieser Welt. Deswegen habe ich sie für mich „die schwarze Madonna“ getauft.
Manchmal schauen ihre feinen Ohrmuscheln ein bisschen durch ihr wallendes Haar, dann sieht sie aus wie eine Elbenprinzessin aus den Feenwäldern von Mittelerde. Fast.
Wenn sie nicht so angespannt die Stirn runzeln würde.
Außer dem Betreuten Einzelwohnen hat die schwarze Madonna einen gesetzlichen Betreuer, bei dem sie wöchentlich ihr Haushaltsgeld abholt, und eine Sozialstation, die ihr morgens und abends ihre Medikamente gibt.
Sie ist das, was wir eine „niedrigschwellige“ Klientin nennen. Das heißt übersetzt, dass wir im Betreuten Einzelwohnen keine großen Ansprüche an sie stellen. Meine Aufgabe ist es, ganz regelmäßig den Kontakt zu ihr zu halten und sie behutsam zu stabilisieren. Mehr nicht.
Für mich gehört das zu den schwereren Herausforderungen. Es ist so verführerisch, sich einzumischen. Es wäre auch einfacher. Diese ganze Zurückhaltung und Vorsicht kostet viel mehr Konzentration und Selbstbeherrschung als man das von außen so mitkriegt. Nicht zu vergessen die endlose Geduld, die man dafür aufbringen muss.
Aber bei der schwarzen Madonna hat es sich gelohnt. In winzigen Schrittchen wurde eine Besserung sichtbar. Früher hat sie im psychotischen Schub schon mal ihre Wohnung komplett zertrümmert oder Leute angegriffen. Eine Klinikeinweisung ging grundsätzlich mit dramatischen Polizeiaktionen und richterlichen Zwangsanordnungen einher.
Durch das Betreute Einzelwohnen legte sich nach und nach die Dramatik.
Zuerst ging sie dazu über, „harmlosere“ Zwangeinweisungen zu provozieren.
Heute reicht es, wenn ich bei ihr vorbei gehe und sage: „Frau Hoch, es ist mal wieder so weit. Ich erkenne Ihre Krisenzeichen. Am Besten, Sie packen jetzt ihre Tasche und wir fahren zusammen in die Klinik.“ Dann sagt sie: „Ja, ist gut.“ Und kommt ganz friedlich mit mir mit.
Dadurch sind ihre Klinikaufenthalte kürzer geworden. Und sie werden langsam seltener.
Jetzt gerade ist sie wieder in der Klinik, und ich besuche sie dort regelmäßig.
Manchmal schauen ihre feinen Ohrmuscheln ein bisschen durch ihr wallendes Haar, dann sieht sie aus wie eine Elbenprinzessin aus den Feenwäldern von Mittelerde. Fast.
Wenn sie nicht so angespannt die Stirn runzeln würde.
Außer dem Betreuten Einzelwohnen hat die schwarze Madonna einen gesetzlichen Betreuer, bei dem sie wöchentlich ihr Haushaltsgeld abholt, und eine Sozialstation, die ihr morgens und abends ihre Medikamente gibt.
Sie ist das, was wir eine „niedrigschwellige“ Klientin nennen. Das heißt übersetzt, dass wir im Betreuten Einzelwohnen keine großen Ansprüche an sie stellen. Meine Aufgabe ist es, ganz regelmäßig den Kontakt zu ihr zu halten und sie behutsam zu stabilisieren. Mehr nicht.
Für mich gehört das zu den schwereren Herausforderungen. Es ist so verführerisch, sich einzumischen. Es wäre auch einfacher. Diese ganze Zurückhaltung und Vorsicht kostet viel mehr Konzentration und Selbstbeherrschung als man das von außen so mitkriegt. Nicht zu vergessen die endlose Geduld, die man dafür aufbringen muss.
Aber bei der schwarzen Madonna hat es sich gelohnt. In winzigen Schrittchen wurde eine Besserung sichtbar. Früher hat sie im psychotischen Schub schon mal ihre Wohnung komplett zertrümmert oder Leute angegriffen. Eine Klinikeinweisung ging grundsätzlich mit dramatischen Polizeiaktionen und richterlichen Zwangsanordnungen einher.
Durch das Betreute Einzelwohnen legte sich nach und nach die Dramatik.
Zuerst ging sie dazu über, „harmlosere“ Zwangeinweisungen zu provozieren.
Heute reicht es, wenn ich bei ihr vorbei gehe und sage: „Frau Hoch, es ist mal wieder so weit. Ich erkenne Ihre Krisenzeichen. Am Besten, Sie packen jetzt ihre Tasche und wir fahren zusammen in die Klinik.“ Dann sagt sie: „Ja, ist gut.“ Und kommt ganz friedlich mit mir mit.
Dadurch sind ihre Klinikaufenthalte kürzer geworden. Und sie werden langsam seltener.
Jetzt gerade ist sie wieder in der Klinik, und ich besuche sie dort regelmäßig.
Continue reading "Putzen mit der schwarzen Madonna"
Posted by Brangäne on Sunday, May 21. 2006 at 22:22 in Alles nur im Kopf, Erfahrungsberichte
4 Comments Trackbacks (0)
4 Comments Trackbacks (0)
Prozac - neue Hoffnung bei Alzheimer?
Gefunden in der WELT:
Besonders bei degenerativen Hirnerkrankungen könnte sich dieser Wirkmechanismus von Fluoetin als nützlich erweisen. Dem gehen die Forscher jetzt nach.
Der Wirkstoff Fluoxetin, besser bekannt unter dem Handelsnamen Prozac, ist eines der Medikamente, die weltweit am häufigsten gegen schwere Formen der Depression verschrieben werden. Wie ein US-Forscherteam am Cold Spring Harbor Laboratory auf Long Island nun im Fachblatt "PNAS" berichtet, läßt sich die Wirkungsweise des Medikaments möglicherweise auch für die Behandlung von anderen neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson nutzbar machen.
(...)
Es zeigte sich, daß Prozac die Bildung spezieller Vorläufer-Nervenzellen (ANP, Amplifying Neural Progenitors) anregt. Die Zellen vermitteln die Bildung von reifen Nervenzellen aus Stammzellen und übernehmen damit eine wichtige Hilfsfunktion.
Besonders bei degenerativen Hirnerkrankungen könnte sich dieser Wirkmechanismus von Fluoetin als nützlich erweisen. Dem gehen die Forscher jetzt nach.
Posted by Ishtar on Tuesday, May 16. 2006 at 15:28 in Alles nur im Kopf, Aus aller Welt
no comments yet, be the first! Trackback (1)
no comments yet, be the first! Trackback (1)
Die Sozialarbeiterin und die Psychiatrie: Meine erste aufgebrochene Tür
Ich komme nach einer Runde von Hausbesuchen ins Büro zurück. Meine erste Amtshandlung ist, wie immer, der Blick in unser Nachrichtenbuch.
Meine Kollegen haben aufgeschrieben, dass die Sozialstation Glückauf angerufen hat, zwei mal schon. Wegen Frau Nöte.
Die Sozialstation Glückauf soll Frau Nöte zweimal täglich ihre Medikamente verabreichen, und ihr zweimal wöchentlich beim Putzen helfen.
Frau Nöte hat heute Morgen für die Medikamente die Tür nicht geöffnet, und heute Vormittag fürs Putzen auch nicht.
Hm.
Ich bin eh schon besorgt.
Gestern bei meinem Hausbesuch hat Frau Nöte mir überhaupt nicht gefallen. Sie konnte gar nicht richtig sprechen. Hilflos und zitternd saß sie auf ihrem Sofa und sah mich aus panikgeweiteten Augen an. Es kam mir so vor, als wüsste sie auch nicht, welchen Wochentag oder welche Tageszeit wir haben.
Meine Kollegen haben aufgeschrieben, dass die Sozialstation Glückauf angerufen hat, zwei mal schon. Wegen Frau Nöte.
Die Sozialstation Glückauf soll Frau Nöte zweimal täglich ihre Medikamente verabreichen, und ihr zweimal wöchentlich beim Putzen helfen.
Frau Nöte hat heute Morgen für die Medikamente die Tür nicht geöffnet, und heute Vormittag fürs Putzen auch nicht.
Hm.
Ich bin eh schon besorgt.
Gestern bei meinem Hausbesuch hat Frau Nöte mir überhaupt nicht gefallen. Sie konnte gar nicht richtig sprechen. Hilflos und zitternd saß sie auf ihrem Sofa und sah mich aus panikgeweiteten Augen an. Es kam mir so vor, als wüsste sie auch nicht, welchen Wochentag oder welche Tageszeit wir haben.
Continue reading "Die Sozialarbeiterin und die Psychiatrie: Meine erste aufgebrochene Tür"
Posted by Brangäne on Monday, May 1. 2006 at 13:46 in Alles nur im Kopf, Erfahrungsberichte
2 Comments Trackbacks (0)
2 Comments Trackbacks (0)
Filmfestival Ausnahmezustand
Ab 27. April findet ein Bundesweites Filmfestival zum Thema Depression - Psychische Erkrankungen statt. Es startet in Berlin und tourt anschließend von Mai bis Oktober 06 durch verschiedene Städte.
Veranstaltet wird das Filmfestival vom Leipziger Verein Irrsinnig Menschlich e.V. und den Berliner Programm- Machern EYZ mit ihrem Kinoverleih BFILM.
Sie "wollen Menschen ins Gespräch bringen, zu einem Thema, das uns Angst macht, das wir tabuisieren, über das wir in der Öffentlichkeit nur ungern sprechen: Psychische Erkrankungen. Dabei ist jeder dritte Mensch einmal in seinem Leben davon betroffen.
Beunruhigend: Obwohl das Wissen der Bevölkerung über psychische Krankheiten in den letzten Jahren zugenommen hat, ist die öffentliche Einstellung gegenüber Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen noch ablehnender geworden"
Unterstützt wird das Festival von der Aktion Mensch und dem Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen.
Es werden acht aktuelle Dokumentationen aus Deutschland, den USA, Frankreich, Schweiz, Italien und Norwegen gezeigt, in herausragender digitaler Qualität.
In den Kinos kann das Publikum mit Menschen, die psychische Krankheit durchgemacht haben, Angehörigen und Experten diskutieren.
Festivalpartner vor Ort sind Selbsthilfegruppen, Verbände, Organisationen und Einrichtungen, die sich für die Erhaltung der seelischen Gesundheit engagieren.
Infos unter www.ausnahmezustand-filmfest.de
Veranstaltet wird das Filmfestival vom Leipziger Verein Irrsinnig Menschlich e.V. und den Berliner Programm- Machern EYZ mit ihrem Kinoverleih BFILM.
Sie "wollen Menschen ins Gespräch bringen, zu einem Thema, das uns Angst macht, das wir tabuisieren, über das wir in der Öffentlichkeit nur ungern sprechen: Psychische Erkrankungen. Dabei ist jeder dritte Mensch einmal in seinem Leben davon betroffen.
Beunruhigend: Obwohl das Wissen der Bevölkerung über psychische Krankheiten in den letzten Jahren zugenommen hat, ist die öffentliche Einstellung gegenüber Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen noch ablehnender geworden"
Unterstützt wird das Festival von der Aktion Mensch und dem Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen.
Es werden acht aktuelle Dokumentationen aus Deutschland, den USA, Frankreich, Schweiz, Italien und Norwegen gezeigt, in herausragender digitaler Qualität.
In den Kinos kann das Publikum mit Menschen, die psychische Krankheit durchgemacht haben, Angehörigen und Experten diskutieren.
Festivalpartner vor Ort sind Selbsthilfegruppen, Verbände, Organisationen und Einrichtungen, die sich für die Erhaltung der seelischen Gesundheit engagieren.
Infos unter www.ausnahmezustand-filmfest.de
Posted by Brangäne on Friday, April 14. 2006 at 11:52 in Alles nur im Kopf
no comments yet, be the first! Trackbacks (0)
no comments yet, be the first! Trackbacks (0)
Die Sozialarbeiterin und die Psychiatrie: Scharmützel
Frau Blank ist bei unserem gewohnten Termin nicht zuhause. Das ist nichts Besonderes, das passiert immer wieder mal. Ich denke mir, sie hatte vielleicht was Besseres vor, als mit mir zu putzen.
Später am Tag ruft sie bei uns im Büro an. Das ist bemerkenswert, weil das sonst nie vorkommt. Sie klingt munter und guter Dinge. „Hallo Frau Tüchtig, wissen Sie denn gar nicht, dass ich im Krankenhaus bin?“
Weiß ich nicht.
Ich bin überrascht.
Beim letzten Termin wirkte sie nicht im Geringsten psychotisch, und auch jetzt klingt sie nicht so. Ich fahre noch am gleichen Nachmittag in der Klinik vorbei.
Beim ersten Anblick kriege ich einen Schreck. Frau Blank sieht richtig schlimm aus. Sie hat ein Pflaster an der Schläfe und ein geschwollenes, blutunterlaufenes Auge. Ist sie etwa verprügelt worden?
Später am Tag ruft sie bei uns im Büro an. Das ist bemerkenswert, weil das sonst nie vorkommt. Sie klingt munter und guter Dinge. „Hallo Frau Tüchtig, wissen Sie denn gar nicht, dass ich im Krankenhaus bin?“
Weiß ich nicht.
Ich bin überrascht.
Beim letzten Termin wirkte sie nicht im Geringsten psychotisch, und auch jetzt klingt sie nicht so. Ich fahre noch am gleichen Nachmittag in der Klinik vorbei.
Beim ersten Anblick kriege ich einen Schreck. Frau Blank sieht richtig schlimm aus. Sie hat ein Pflaster an der Schläfe und ein geschwollenes, blutunterlaufenes Auge. Ist sie etwa verprügelt worden?
Continue reading "Die Sozialarbeiterin und die Psychiatrie: Scharmützel"
Posted by Brangäne on Thursday, April 13. 2006 at 16:00 in Alles nur im Kopf, Erfahrungsberichte
no comments yet, be the first! Trackbacks (3)
no comments yet, be the first! Trackbacks (3)
Die Sozialarbeiterin und die Psychiatrie: Über das Schweigen
Apropos, wenn man gar nichts tun kann:
Manchmal gibt es Klienten, die nicht sprechen. Das ist schwer. Wir versuchen dann, ob wir gemeinsam etwas tun können, ohne viel zu reden: spazieren gehen, aufräumen, renovieren, basteln, irgendwas.
Wenn das auch nicht geht, wird es ganz schwer. Dann fragen wir uns manchmal: Wozu sind wir eigentlich hier? Was will der Klient von uns?
Da sitzen wir mit unserem Klienten. Er ist offensichtlich verstört, und wir werden langsam auch immer verstörter. Und nun?
Eine meiner ersten Klientinnen war so.
Ich war unerfahren und ungeschickt, und sie war stumm. Beinah. Sie schaute mich niemals an. Wenn ich zu ihr sprach, sah sie starr an mir vorbei ins Leere. Wenn ich sie etwas fragte, waren die Antworten maximal zwei Silben lang. Maximal.
"Ja." -- "Nein." -- "Okay." -- "Weiß nicht."
Und wieder Schweigen.
Da fängt man als Sozialarbeiterin an, wie wild zu denken.
Manchmal gibt es Klienten, die nicht sprechen. Das ist schwer. Wir versuchen dann, ob wir gemeinsam etwas tun können, ohne viel zu reden: spazieren gehen, aufräumen, renovieren, basteln, irgendwas.
Wenn das auch nicht geht, wird es ganz schwer. Dann fragen wir uns manchmal: Wozu sind wir eigentlich hier? Was will der Klient von uns?
Da sitzen wir mit unserem Klienten. Er ist offensichtlich verstört, und wir werden langsam auch immer verstörter. Und nun?
Eine meiner ersten Klientinnen war so.
Ich war unerfahren und ungeschickt, und sie war stumm. Beinah. Sie schaute mich niemals an. Wenn ich zu ihr sprach, sah sie starr an mir vorbei ins Leere. Wenn ich sie etwas fragte, waren die Antworten maximal zwei Silben lang. Maximal.
"Ja." -- "Nein." -- "Okay." -- "Weiß nicht."
Und wieder Schweigen.
Da fängt man als Sozialarbeiterin an, wie wild zu denken.
Continue reading "Die Sozialarbeiterin und die Psychiatrie: Über das Schweigen"
Posted by Brangäne on Tuesday, April 11. 2006 at 08:19 in Alles nur im Kopf, Erfahrungsberichte
4 Comments Trackbacks (0)
4 Comments Trackbacks (0)
View as PDF: Category Alles nur im Kopf | This month | Full blog


