Radiotipp: DLF - Sprechstunde: Nierenerkrankungen
Morgen, am Dienstag, dem 7. August, bringt der Deutschlandfunk im Rahmen seiner Sendung "Journal am Vormittag" die
Sprechstunde: Nierenerkrankungen
10:10 Uhr bis 11:30 Uhr, Deutschlandfunk
Studiogäste:
Prof. Jürgen Floege, Direktor der Klinik für Nephrologie am Universitätsklinikum RWTH Aachen
Christine Behner, Heimdialyse-Patientin und Aktivistin des Selbsthilfe-Forums dialyse-oline
Moderation: Carsten Schroeder
Hörertel.: 00800 - 44 64 44 64
Hörerfax: 00800 - 44 64 44 65
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Mit Reis gegen Cholera
Tomonori Nochi von der Universität Tokio und seine Mitarbeiter hatten Reispflanzen genetisch so verändert, dass sie in ihren Samen ein Teilstück des krankmachenden Eiweißes der Cholera-Bakterien produzierten. Die Forscher zeigten zunächst, dass dieses Impfeiweiß von aggressiver Magensäure nicht zerstört wird. Mäuse, denen die Wissenschaftler anschließend den Reis verabreichten, bildeten Antikörper gegen das Eiweiß und waren daraufhin vor der Durchfallerkrankung geschützt.
Die Forscher wiesen die Antikörper vor allem auch direkt in den Schleimhäuten nach, über die Krankheitserreger wie das Cholera-Bakterium oft in den menschlichen Körper gelangen. - Quelle: stern.de
So wenig ich im allgemeinen von Gentechnik und genveränderter Nahrung hatte, so genial finde ich diese Idee.
Für viele Menschen in den Entwicklungsländern könnte ein simpler Sack vom richtigen Reis für viele Monate einen Schutz gegen die Cholera bedeuten - ohne aufwändige Impfprogramme, ohne Medikamente die gekühlt und transportiert und fachgerecht gelagert und gespritzt werden müssen. Solange das die Regierungen dieser Welt nicht als Entschuldigung dafür nehmen, die Versorgung ihrer Bevölkerung mit sauberem, unverseuchtem Trinkwasser auch weiterhin stiefmütterlich zu behandeln...
Mandeln, roh und gesund
Allerdings sind konventionell erzeugte Mandeln - wie so viele Produkte - auch echte Schadstoffpakete, Mandeln werden in großen Monokultur-Plantagen (besonders in Spanien und Kalifornien) angebaut und kräftig gegen Schädlinge gespritzt, und trotz der harten Schale bleibt davon einiges in der Frucht zurück.
Ein weiteres Problem ist, dass Mandeln oft nur erhitzt (geröstet, pasteurisiert) in den Handel kommen, was die Keimbelastung senkt, aber gleichzeitig die Fette und Eiweiße verändert und ihrer gesundheitlichen Wirkungen beraubt - nicht nur Rohköstler schwören auf rohe, unverarbeitete Mandeln.
Das Almond Board of California, die grösste Lobbyvereinigung der Mandelproduzenten in USA, muss allerdings den gesetzlichen Vorgaben der USA (die was Keime angeht stark paranoid sind, in diesem Fall geht es um Salmonellen) genügen, und darf in Zukunft nur noch "pasteurisierte" Mandeln in den Verkehr bringen. Dagegen sprechen sich viele Verbrauchergruppen aus gutem Grund aus.
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Sonnenschein senkt den Blutdruck
Patienten mit hohem Blutdruck etwa sollten sich zweimal überlegen, ob sie ihren Körper mit Diuretika und Betablockern stressen wollen. Bereits 2003 stellte ein Forscherteam der Boston University (um Prof. Dr. Holick, Professor für Medizin, Dermatologie, Physiologie und Biophysik und eine der Weltkoryphäen in Sachen UV-Strahlung, Haut und Vitamin D) fest, dass eine sogenannte Helio- bzw. Phototherapie - im Fall der Testpersonen über sechs Wochen dreimal wöchentlich Bestrahlung mit UV-B auf einer Sonnenbank - exakt die gleiche blutdrucksenkende Wirkung hat wie handelsübliche Betablocker - aber keine ihrer Nebenwirkungen.
Veröffentlicht wurde die Studie bei The Lancet.
Auch über die Gesamtdauer der Untersuchung, 9 Monate lang, blieb der Bluthochdruck der mit UV-B behandelten Patienten gesünder und niedriger als bei der Kontrollgruppe.
Nach Holicks Ansicht genügt es schon, täglich einen Spaziergang von 15-20 Minuten mit moderater Sonnenexposition der Haut (Arme, Gesicht, Hände) zu machen, um in den Genuß der protektiven Wirkung der Sonne zu kommen, in südlichen Ländern mit stärkerer Sonneneinstrahlung entsprechend weniger.
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Spender wider Willen?
Rund 1000 Menschen sterben jedes Jahr in Deutschland, obwohl sie mit einem Spenderorgan gerettet werden könnten. Tausende weitere warten darauf, dass beispielsweise eine neue Niere ihr Leben zumindest erleichtert. Um dem Mangel abzuhelfen, plädiert der Nationale Ethikrat für eine Neuregelung der Organspende.schreibt die sz-online.
Das Problem: bislang muss ein potenzieller Spender ausdrücklich zugestimmt haben dass ihm nach dem Tode Organe entnommen werden dürfen (Organspendeausweis).
Da das Verfahren bei Menschen ohne entsprechende Willenserklärung (der Mehrheit) viel zu aufwändig ist - so müssen ggf. erst die Angehörigen befragt werden und diese eine rechtsverbindliche Entscheidung treffen - schlägt der Ethikrat vor, dass in Zukunft Schweigen, also das Nichtabgeben eines Nichteinverständnisses, automatisch als Zustimmung gewertet werden soll. Mit anderen Worten, wer nicht deutlich zu Lebzeiten sagt (und diese Information auch am Körper trägt) dass er nicht als Organspender zur Verfügung steht, wird von vornherein als Quelle für Organe in Betracht gezogen.
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Milch - ein gesundes Getränk?
Ich habe für Foodfreak einen Milchkaffee beigetragen und dabei einen Artikel für das Medblog angekündigt.
Über die politischen Implikationen (Milchproduktion ist in der Schweiz ein sehr spezielles Politikum, die Milch wird vom Staat massiv subventioniert und kostet etwa doppelt so viel wie in Deutschland, damit den lokalen Milchbauern das Überleben gesichert wird) will ich mich nicht auslassen, obwohl auch das sicher ein interessanter Aspekt wäre, aber Agrarsubventionen und ihr Sinn oder Unsinn sind nicht Thema im Medblog.
Umso interessanter ist die Frage, was Milch für unsere Gesundheit tun kann.
"Viel Milchprodukte" (wahlweise: viel fettarme Milchprodukte) soll homo sapiens zum Beispiel zu sich nehmen, um der Osteoporose vorzubeugen, denn es weiss doch jedes Kind, dass Milch viel Kalzium hat und damit den Knochen stärkt, richtig?
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Lesetipp: Wundregeneration
Verband wechseln, lüften, trockenlegen – so behandelten die meisten Ärzte chronische Blessuren. Die Patienten litten oft jahrelang. Neuerdings gilt: Das Pflaster bleibt drauf.Und, vielleicht noch interessanter:
Dabei weiß man schon lange, wie Wunden am schnellsten heilen, und neue Hightechverbände machen die Behandlung besser und einfacher. Die Tücke liegt darin, dass sich allzu viele um die Wunden kümmern: Chirurgen und Gefäßspezialisten, Hautärzte und Internisten, Klinik- und Hausärzte und nicht zuletzt Pfleger. Da sind die Meinungen zahlreich, die Aufgaben oft nicht klar verteilt und Kompetenzen rasch empfindlich infrage gestellt. Abrechnungssystem und Zuweisungsstrategie machen die Sache zusätzlich kompliziert: Spezialisierte Wundzentren wie an der Hamburger Klinik könnten auch ambulante Patienten optimal versorgen, dürfen aber meist nicht. Hausärzte hingegen dürfen, doch ihr Budget reicht häufig nur für veraltete Methoden.Unter'm Strich bezahlen die Kassen (und damit wir) Milliarden Euro für eine schlechte (Wund-) Versorgung und deren Folgeschäden, dabei ginge es effizienter und mit sehr viel bessern Heilungsaussichten für den Patienten, wenn Wundversorgung in Deutschland in allen Fällen professionell und richtig, statt nach GOÄ gemacht würde. Wieder einmal wird offensichtlich, dass unser Gesundheitssystem an ganz anderen Dingen krankt als daran, dass Oma Kasuppke mal zum Arzt geht wenn sie einen Gesprächspartner braucht oder wir alle nicht bereit seien, aktiv was für unsere Gesundheit zu tun...
Lesenswert! Auch, weil man selbst mal eine Wundbehandlung brauchen könnte ... und sich mit dem Wissen aus diesem Artikel von keinem Pflegedienst mehr ein X für ein U vormachen lässt.
Radiotipp: Ökosystem Mensch
Den vollen Text zur Sendung findet man hier bei dradio.de. Daraus auszugsweise:
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Udo Pollmer - Esst endlich normal!
- einen starken Willen
- eine kalorienreduzierte Diät
- reichlich Bewegung
Richtig?
Nein. Grundfalsch. Und zwar in allen Punkten.
Diäten sind sinnlos und machen die meisten Menschen dicker, sagt der Ernährungsexperte Udo Pollmer. Warum dennoch immer wieder neue Wunderdiäten angeboten werden und Millionen Menschen - den seit langem bekannten Jo-Jo-Effekt ignorierend - jedes Mal von neuem darauf anspringen, erklärt er in seinem neuesten Buch. "Esst endlich normal! Wie die Schlankheitsdiktatur die Dünnen dick und die Dicken krank macht", lautet der Titel, erschienen im Piper-Verlag.schreibt etwa 3sat in der Wissenschaftssendung nano zu einem Interview mit Udo Pollmer zu seinem neuen Buch
oder, etwas knapper und prägnanter: "Wer Angst vorm Essen hat, wird fetter."
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Antibiotika - mehr fürs Geld
Angesichts einer in der aktuellen Ausgabe des renommierten Mediziner-Fachblatts The Lancet veröffentlichten Studie über den "ursächlichen Zusammenhang zwischen Antibiotikaverschreibung und -resistenz" (im Abstract und Artikel steht dann korrekterweise 'Gebrauch' stattt 'Verschreibung') überschlagen sich die Medien gerade mit Berichten zur Resistenzenbildung durch Antibiotika, und ich möchte frei nach Loriot einfach nur "Ach?" sagen.
Stellvertretend n-tv:
Vorsicht bei Antibiotika - Bakterien rasch resistent
Was bereits lange vermutet wurde, ist nun bewiesen: Der Einsatz von Antibiotika macht Bakterien rasch unempfindlich gegen einige dieser Substanzen. (...)Mediziner sollten deshalb genau überlegen, wie oft und für welche Fälle sie die Mittel einsetzen. Resistenzen führen zunehmend zu massiven Problemen, weil einige Antibiotika ihre Wirksamkeit gegen bestimmte Erreger komplett verloren haben.
[mode: Ironie] Nein, wirklich?! [mode: Ironie off]
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