Immer mehr Erreger werden gegen die Mittel, mit denen wir sie bekämpfen, resistent. So gibt es z.B. Salmonellen, die gegen so ziemlich alles, was wir ihnen antun könnten, mittlerweile widerstandsfähig sind.
Antibiotika, einstmals die Wunderwaffe schlechthin gegen Krankheiten, verlieren immer mehr an Wirkung, da ihr Einsatz auch zum Entstehen immer resistenterer Stämme führt. Zusätzlich verwenden wir viel zu viele eigentlich medizinisch sinnvolle Antibiotika für andere Zwecke - etwa indem wir Käse damit behandeln oder Tiere damit füttern und so die Wirkstoffe in unseren Körper und die Umwelt bringen - und kraftlos machen.
Auch die grossflächige Anwendung von Antibiotika in der Medizin, selbst da, wo sie ggf. nicht sinnvoll sind, hat Resistenzen gefördert. Und Bakterien haben sehr viel höhere Reproduktionsraten und schnellere Lebenszyklen als der Mensch, sind also viel stärker fähig, sich veränderten Bedingungen anzupassen. In gewisser Weise haben wir die Bakterien, die auf viele Antibiotika ansprachen, selbst ausgerottet.
Insbesondere Krankenhäuser, die gezwungen sind, mit massivem Einsatz von Desinfektionsmitteln und Medikamenten gegen jeglichen Erreger vorzugehen, werden genau deswegen zu Zuchtstationen für immer widerstandsfähigere Krankheitskeime, sogenannte Superbakterien. In den USA macht sich in Krankenhäusern eine neue Form infektiösen Wundbrandes breit, gegen der derzeit kein Mittel hilft - die Patienten verfaulen nach und nach. Hier bekommt iatrogen eine ganz neue Bedeutung.
Was kommt als nächstes - penicillinresistente Tuberkulose? Eventuell muss es gar nicht die Grippe sein, die uns als weltumspannende Seuche bedroht.
Schöne Aussichten...