Wieder einmal sind sich die Experten in Sachen Ernährung uneins. So geht quer durch die Medien die Info, dass die sogenannte Mittelmeerdiä¤t
tatsächlich das Leben verlängere.
Die meisten der Online-Medien lassen aber ein paar Kleinigkeiten weg, wie der Blick in die WELT zeigt. Die stellt nämlich fest:
Die Mittelmeerdiät nützt nur am Mittelmeer.
und wird auch nicht müde, noch einmal darauf hin zu weisen, dass z.B. Phytoöstrogene in Studien bei Niederländerinnen anders wirken als bei Japanerinnen.
Immerhin kommt man bei der WELT auch auf die Idee, dass das schlechte Abschneiden der Mittelmeerdiät in D etwas mit der Qualität der hier zu findenden Nahrungsmittel zu tun haben könnte - dass eine sonnengereifte Paprika oder Tomate vielleicht doch gesünder sein könnte, als etwa das holländische Glashauspendant.
Wie so oft sind angebliche Forschungserkenntnisse in Sachen Ernährung also cum grano salis zu sehen. Dafür muss man nicht gleich auf die Idee kommen, es könne tiefgreifende genetische Unterschiede bei Homo sapiens je nach Region geben (das schreit förmlich nach der Eat Right For Your Race-Dä¤t), genetisch dürften weite Teile von Homo sapiens ohnehin an Nahrung angepasst sein, die es auf diesem Planeten nicht mehr in dieser Form gibt, Wildfrüchte und Wildfleisch und -fisch. Man sollte sich aber schon klar machen, dss man Ernährungsempfehlungen eben nicht cross culture übertragen kann. Wissenschaftler tun mit Verallgemeinerungen wie "Soja ist gesund" aber oft (und unter Nichtberücksichtigung einer Vielzahl anderer Faktoren) genau das.
Wie absurd Ernährungsempfehlungen von Wissenschaftlern sein können beweist in Deutschland immer wieder die DGE, die sich als oberster deutscher Ernährungshüter sieht, und (immer noch) eine Ernährungspyramide ähnlich der FDA vertritt, die Getreide und Kohlenhydrate nach ganz oben setzt - im eklatanten Widerspruch zu zB. den LOGI-Empfehlungen wie sie in Harvard entwickelt wurden, die auf Nahrung mit niedrigem glykämischen Index setzen (übrigens der Mittelmeerdiät nicht unähnlich).
Angesichts solch wissenschaftlicher Transparenz für den Laien gilt auch weiterhin, sich eine Ernährungsform zu suchen, die einem selbst bekommt. Guten Appetit.