In Taiwan hat man eine neue Methode entwickelt, einreisende Passagiere am Flughafen mit Hilfe von Infrarotkameras auf Erkrankungen hin zu untersuchen. Spätesten seit
SARS ist man in Südostasien empfindlich geworden, was Infektionen angeht. Mit Hilfe dieser neuartigen Screeningmethode, die Patienten mit einer Körpertemperatur über 38 Grad anzeigt und diese gleich an die Gesundheitsbehörden weiterleitet, konnten im vergangenen Jahr 83 % aller importierten Fälle von Dengué-Fieber in Taiwan rechtzeitig diagnostiziert werden.
Die Passagiere, die bei den Infrarottests mit Verdacht auf
Dengué-Fieber auffällig waren, mussten eine Blutprobe abgeben und bekamen ein Moskitonetz ausgehändigt, um evtl. Erreger nicht an heimische Moskitos weiterzureichen. Nach 24 Stunden mussten sie wieder bei den Behörden vorstellig werden, bis dahin waren die Blutproben ausgewertet.
Während die frühere Methode, Passagiere Fragebögen ausfüllen zu lassen, keine Infektionen frühzeitig erkannte, wurden im vergangenen Jahr 40 importierte Fälle von Dengué-Fieber erkannt.
Die Kosten der neuen Technik an beiden internationalen Flughäfen einschließlich Gehälter für geschultes Personal beliefen sich für Taiwan auf rund 85.000 Dollar. Jeder eingeschleppte und unerkannt gebliebene Fall von Dengué-Fieber führt zu rund 85 Folgeerkrankungen, von denen jeder einzelne durchschnittlich 1000 Dollar für die Behandlung verschlingt - die 85.000 Dollar sind also gut investiertes Geld.
Vermutlich werden auch andere Flughäfen in Asien und vielleicht in aller Welt bald mit Infrarotkameras Passagiere auf Erkrankungen checken - mit fortschreitender Technik können dann vielleicht auch andere Erkrankungen durch schnelles Screening erkannt werden. Es ist allerdings auch damit zu rechnen, dass dann Passagiere evtl. wegen bestimmter Erkrankungen gar nicht mehr ins Land gelassen werden - bei Einreise Blutprobe, Schweissanalyse oder ähnliches könnte obligatorisch werden, und fremde Staaten fröhlich im Zuge der eigenen Gesundheitsvorsorge medizinische Daten über Passagiere sammeln, die sie rein gar nichts angehen - ein zweischneidiges Schwert.