Auf die Patienten....fertig....los
So....es ist endlich überstanden. Die Theorie ist erst einmal vorbei - die Praxis ruft. Aber vorher galt es die geschriebenen Klausuren zurück zu bekommen. Leider ließ die erste Klausur aufgrund zu hoher Belastung der LehrerInnen noch auf sich warten, aber die zweite bekamen wir schon wieder. Manche mögen sich fragen, wie das sein kann? Aber dies ist recht einfach zu beantworten. Die Klausur wird immer über bestimmte Fächer geschrieben. Und die zweite beinhaltete nur 4 Fächer dessen Themen nicht so ausladend und dessen Lehrer nicht so immens belastet waren. Lange Rede, kurzer Schluss: Ich konnte meine Klausur als Erfolg verbuchen - eine Eins - obwohl ich die vorhergehende Klausur als einfacher empfand. Mal sehen was dort rauskommt.
Wie bereits erwähnt folgt auf die Theorie meist die Praxis. Und um die Angst ein wenig zu mildern, wurden Praxisanleiter eingesetzt, die uns in den ersten zwei Tagen zur Seite stehen sollen und mit uns praktische Übungen am Patienten vornehmen. Bereits eine Woche vor Beginn der Praxis wurden sie uns
vorgestellt und erklärten uns das Konzept des Ganzen. Alles wirkte etwas verwirrend, aber ich bin mir sicher, dass es im Endeffekt viel simpler ist.
Die Einführungstage begannen mit einem Dienstbeginn um 7 Uhr morgens. Eine kleine Umstellung eine Stunde als gewohnt anzufangen. An dem Morgen wurden für einige (die im Zentral-Klinikum arbeiten) Spint-Schlüssel ausgegeben und ein Mentor aus einem Bereich berichtete über seine Arbeit. Ein Mentor ist im Gegensatz zu einem Praxisanleiter eine examinierte Pflegekraft, die eine Weiterbildung als Mentor durchgegangen ist. Sie leiten die SchülerInnen vor Ort auf ihrer Station an während sie arbeiten - sprich, sie sind normale KrankenpflegerInnen die arbeiten und sich nebenbei die Mühe machen SchülerInnen anzuleiten.
Die Praxisanleiter hingegen, haben meist nur eine halbe Stelle und sind nur dafür zuständig SchülerInnen am Patienten auszubilden und Fakten zu vermitteln. Während unserer praktischen Zeit werden auch unsere LehrerInnen (Praxisbegleiter) bei uns auf Station vorbei schauen und mit uns am Patienten arbeiten, um zu schauen wie wir auf Station klar kommen und ob wir bereits das können, was uns die Mentoren beigebracht haben.
Ich hoffe, ich habe jetzt genug Verwirrung gestiftet.
Nach der Mentorenvorstellung wurden wir von unseren Praxisanleitern in deren Zuständigkeitsbereichen herumgeführt. Jeder Praxisanleiter hat bestimmte Stationen, die er ständig bei der Betreuung von SchülerInnen übernimmt. Durch diese gehen sie halt durch und erklären die Räumlichkeiten und bestimmte Funktionsbereiche. Es folgte dann das Umziehen auf einer Station, wo wir uns noch mal kurz über einige Hygieneregeln verständigten und aus unserem Gedächtnis kramten. Dann wurde von der Station (bei mir eine gynäkologische Station) eine Patientin ausgesucht, die sich von uns Puls und Blutdruck messen lassen musste. Ein erster kleiner Test für den Umgang mit Patienten.
Ich glaube ich brauche euch nicht zu erzählen, wie nervös ich war. Allein schon nur aus der Theorie und einigen praktischen Übungen schöpfen zu müssen, um dann am Patienten arbeiten zu müssen war hart. Aber auch das meisterte ich gut und wir wurden dann einzeln von der Praxisanleitung auf unsere Station gebracht.
Hier empfing mich eine Frau, die ihren freien Tag opferte, um mich auf Station einzuführen. Ich bin auf der Neurochirurgie eingesetzt und habe damit meist mit Bandscheibenvorfälle und Hirntumoren zu tun. In der Regel sind die Patienten auf der Station mobil, wenn sie nicht gerade eine OP hinter sich haben, oder durch Tumore bereits Schäden am ZNS (zentrales Nervensystem) erlitten haben.
Es war wohl der heißeste Tag im Mai, wo wir durch die Gänge gingen und ich verzweifelt versuchte mir die Örtlichkeiten zu merken, wo das Ärztezimmer, wo das Stationszimmer, der Aufenthaltsraum, Umkleideraum, Spülraum und das Lager sind. Ich wollte die Station gar nicht erst zu einem Gang auf die anderen Stationen verlassen, denn meine Orientierung hätte dafür nicht mehr gereicht.
Es folgten noch einige Hinweise worauf ich beim Dienstplan achten müssen und wir führten das Erstgespräch (welches schriftlich festgehalten werden musste) wo wir aufschrieben, was so die Aufgaben in den nächsten Wochen sein würden. Ich ging an dem Tag noch mit einer anderen Schülerin mit, die im Oktober 2004 begonnen hatte und konnte mir noch ein paar Sachen anschauen. Dann ging es schon nach Hause.
Am folgenden Montag stieg ich schon richtig in der Frühschicht ein. Mir wurde wieder alles genau erklärt und konnte schon bei einer Dame Thrombosestrümpfe aufziehen und anziehen - eine sauschwere Arbeit selbst mit Anziehhilfe.
Laut Dienstplan, den ich mir schon eine Woche vorher abgeschrieben hatte, würde mich nach den Einführungstagen am Freitag und Montag, ein Tag Ruhe und 12 Tage durcharbeiten blühen. Dar war natürlich hart, gleich beim ersten Einsatz so durcharbeiten zu müssen. Aber ich sah es als guten Test an: Wenn ich das durchhielt, würde ich die Ausbildung schaffen und ich hätte mich für den richtigen Beruf entschieden.
Und was soll ich sagen. Der Beruf macht mir immer noch Spaß. Ich hatte in der ersten Woche mehrfach Wechselschicht, was bedeutete, dass man immer zwischen Spät- und Frühschicht schwankte. Es ist anstrengend, wenn man um 20.30 Uhr endlich Schluss hat und um 4.00 Uhr morgens wieder aus dem Bett muss. Auch zweimal späte Spätschicht hatte ich - auch wenn dies eigentlich nicht erlaubt war. diese ging von 14.00 Uhr bis 22.00 Uhr und reichte somit in die Nachtschicht rein.
Leider ist es im ersten und zur Hälfte im zweiten Ausbildungsjahr nicht erlaubt Nachtschichten zu schieben. Sicherlich will man damit die SchülerInnen schützen, aber ich denke mal sollte sie schon mal in der Probezeit durchlaufen haben, um feststellen zu können, ob das etwas für einen ist. Denn Krankenschwester ohne Nachtschicht gibt es nur selten.
Die Frühschicht ist mit am anstrengensten. Nicht weil mal um 6 Uhr anfangen muss, sondern weil dort viel mehr erledigt werden muss. Die Patienten müssen geweckt, gewaschen, angezogen werden, ihnen muss das Frühstück gebracht werden, wobei einigen geholfen werden muss, Messungen werden durchgeführt, Betten werden gemacht, sie werden zu OPs gefahren und wieder abgeholt, OP-Patienten müssen intensiver beobachtet werden. Weiterhin müssen wir dem Patienten beim Toilettengang behilflich sein, oder ein Steckbecken oder/und Urinflasche ans Bett gebracht und gerichtet werden. Die Messungen der Patienten müssen in die Akte eingetragen werden, Getränke und Gläser müssen erneuert werden und dann steht auch schon das Mittagessen an, welches verteilt, gerichtet/gereicht und abgeräumt wird. Dann folgt meist die Übergabe an die nächste Schicht und schon ist es 14 Uhr.
Die Spätschicht beginnt in der Regel um 12.18 Uhr. Die krumme Zahl ergibt sich aus den Umziehzeiten, die uns gewährt werden muss. Je nachdem wie viel beim Frühdienst los ist findet die Übergabe mal etwas früher oder später statt. Meist folgt der Übergabe das Verteilen von Wasser, Kaffe und Tee sowie der Temperatur- und Blutdruckdruckmessung. Die Werte werden aufgenommen und in die Akten eingegeben. Es folgen die Kontrolle von den bereitgestellten Medikamenten durch die Frühschicht sowie Ausführung von ärztlichen Anordnungen und Hilfe beim Toilettengang. Dann folgt eigentlich auch schon das Abendbrot und das Abräumen selbiger. Wie auch in der Frühschicht werden OP-Patienten überwacht und auf das Klingeln der Patienten in ihren Zimmern reagiert. Zwischendurch folgt der Geländegang in dem Klinikeigene Röntgenbilder ins Archiv gebracht werden (ein Fach in der Röntgenabteilung) und Befunde von anderen Stationen abgeholt werden.
Und schon ist der Tag vorbei.
Wenn man die späte Spätschicht hat, folgt eigentlich nur noch das tägliche Überprüfen der Blutzuckergeräte und die Nachtrunde, in der die Patienten noch mal besucht werden und nach Schlafmittel/Schmerzmittelbedarf gefragt wird.
Was ich als Schülerin so mitbekommen habe ist, dass die Patienten sehr redebedürftig sind. Dies kann ich sehr gut nachvollziehen, gibt es doch außer dem Fernseher und Zeitschriften und vielleicht mal Besuch keine große Abwechslung. Oftmals sind die Patienten frustriert, weil sie nicht so schnell operiert werden oder nach hinten verschoben werden, weil ein Notfall dazwischen gekommen ist. Aber alles in allem, sind die Patienten sehr umgänglich und liebenswürdig. Ich versuche mir immer etwas Zeit zu erstehlen um mich mit ihnen zu unterhalten und mir ihre Sorgen anzuhören. Sicherlich kann ich an denen nichts ändern, aber manchmal hilft es ja schon, wenn man darüber gesprochen hat.
Die Ärzte auf der Neurochirurgie sind allesamt sehr jung. Manchmal frage ich mich echt, wann die mit dem Studieren angefangen haben und ob die nicht schon vorher mit dem Studieren aufgehört haben. Der Großteil ist um die 30 Jahre....mache etwas weniger andere etwas mehr. Nur die Chefärzte/Oberärzte sind im gesetzten Alter. Sicherlich haben die erste auch ihre Schwachpunkte, aber sie scheinen mir durchweg gehend kompetent.
Meine Kollegen sind ebenfalls alle super nett und nehmen sich Zeit mir alles zu erklären und zu zeigen. Es ist auch nicht schlimm, wenn ich mal etwas nicht auf anhieb hinbekomme, weil sie wissen, dass ich noch nicht alles kann und auch nervös bei manchen Sachen bin. Trotzdem habe ich das Gefühl das ich stark gefordert und gefördert werde. Verbandswechsel, Braunülen (Dauer-Venen-Katheter) und Blasenkatheter ziehen sind kein Problem mehr. Vor allem da dies eigentlich nicht im Lehrplan für den ersten Praxiseinsatz steht.
Für mich ungewöhnlich ist immer noch die Pool-Kleidung. Die weißen Kassags und Hosen werden vom Krankenhaus gestellt und müssen nach Beendigung der Schicht auch in den Wäschesack geworfen werden. Ich fühle mich dann immer wie jemand ganz anderes und hilft mir auch die Distanz zu den Patienten zu wahren. Wenn ich nach Hause gehe, habe ich nie die Probleme der Patienten mir nach Hause genommen. Sicherlich rede ich mit meinem Freund darüber, vor allem auch, weil er mich danach fragt. Aber ich sehe mich nicht dadurch belastet und weiß wo der Schlussstrich ist.
Soviel also zu meinen ersten praktischen Erfahrungen. Ich hoffe bald mehr berichten zu können.
Macht es gut und bleibt mir gesund!
vorgestellt und erklärten uns das Konzept des Ganzen. Alles wirkte etwas verwirrend, aber ich bin mir sicher, dass es im Endeffekt viel simpler ist.
Die Einführungstage begannen mit einem Dienstbeginn um 7 Uhr morgens. Eine kleine Umstellung eine Stunde als gewohnt anzufangen. An dem Morgen wurden für einige (die im Zentral-Klinikum arbeiten) Spint-Schlüssel ausgegeben und ein Mentor aus einem Bereich berichtete über seine Arbeit. Ein Mentor ist im Gegensatz zu einem Praxisanleiter eine examinierte Pflegekraft, die eine Weiterbildung als Mentor durchgegangen ist. Sie leiten die SchülerInnen vor Ort auf ihrer Station an während sie arbeiten - sprich, sie sind normale KrankenpflegerInnen die arbeiten und sich nebenbei die Mühe machen SchülerInnen anzuleiten.
Die Praxisanleiter hingegen, haben meist nur eine halbe Stelle und sind nur dafür zuständig SchülerInnen am Patienten auszubilden und Fakten zu vermitteln. Während unserer praktischen Zeit werden auch unsere LehrerInnen (Praxisbegleiter) bei uns auf Station vorbei schauen und mit uns am Patienten arbeiten, um zu schauen wie wir auf Station klar kommen und ob wir bereits das können, was uns die Mentoren beigebracht haben.
Ich hoffe, ich habe jetzt genug Verwirrung gestiftet.
Nach der Mentorenvorstellung wurden wir von unseren Praxisanleitern in deren Zuständigkeitsbereichen herumgeführt. Jeder Praxisanleiter hat bestimmte Stationen, die er ständig bei der Betreuung von SchülerInnen übernimmt. Durch diese gehen sie halt durch und erklären die Räumlichkeiten und bestimmte Funktionsbereiche. Es folgte dann das Umziehen auf einer Station, wo wir uns noch mal kurz über einige Hygieneregeln verständigten und aus unserem Gedächtnis kramten. Dann wurde von der Station (bei mir eine gynäkologische Station) eine Patientin ausgesucht, die sich von uns Puls und Blutdruck messen lassen musste. Ein erster kleiner Test für den Umgang mit Patienten.
Ich glaube ich brauche euch nicht zu erzählen, wie nervös ich war. Allein schon nur aus der Theorie und einigen praktischen Übungen schöpfen zu müssen, um dann am Patienten arbeiten zu müssen war hart. Aber auch das meisterte ich gut und wir wurden dann einzeln von der Praxisanleitung auf unsere Station gebracht.
Hier empfing mich eine Frau, die ihren freien Tag opferte, um mich auf Station einzuführen. Ich bin auf der Neurochirurgie eingesetzt und habe damit meist mit Bandscheibenvorfälle und Hirntumoren zu tun. In der Regel sind die Patienten auf der Station mobil, wenn sie nicht gerade eine OP hinter sich haben, oder durch Tumore bereits Schäden am ZNS (zentrales Nervensystem) erlitten haben.
Es war wohl der heißeste Tag im Mai, wo wir durch die Gänge gingen und ich verzweifelt versuchte mir die Örtlichkeiten zu merken, wo das Ärztezimmer, wo das Stationszimmer, der Aufenthaltsraum, Umkleideraum, Spülraum und das Lager sind. Ich wollte die Station gar nicht erst zu einem Gang auf die anderen Stationen verlassen, denn meine Orientierung hätte dafür nicht mehr gereicht.
Es folgten noch einige Hinweise worauf ich beim Dienstplan achten müssen und wir führten das Erstgespräch (welches schriftlich festgehalten werden musste) wo wir aufschrieben, was so die Aufgaben in den nächsten Wochen sein würden. Ich ging an dem Tag noch mit einer anderen Schülerin mit, die im Oktober 2004 begonnen hatte und konnte mir noch ein paar Sachen anschauen. Dann ging es schon nach Hause.
Am folgenden Montag stieg ich schon richtig in der Frühschicht ein. Mir wurde wieder alles genau erklärt und konnte schon bei einer Dame Thrombosestrümpfe aufziehen und anziehen - eine sauschwere Arbeit selbst mit Anziehhilfe.
Laut Dienstplan, den ich mir schon eine Woche vorher abgeschrieben hatte, würde mich nach den Einführungstagen am Freitag und Montag, ein Tag Ruhe und 12 Tage durcharbeiten blühen. Dar war natürlich hart, gleich beim ersten Einsatz so durcharbeiten zu müssen. Aber ich sah es als guten Test an: Wenn ich das durchhielt, würde ich die Ausbildung schaffen und ich hätte mich für den richtigen Beruf entschieden.
Und was soll ich sagen. Der Beruf macht mir immer noch Spaß. Ich hatte in der ersten Woche mehrfach Wechselschicht, was bedeutete, dass man immer zwischen Spät- und Frühschicht schwankte. Es ist anstrengend, wenn man um 20.30 Uhr endlich Schluss hat und um 4.00 Uhr morgens wieder aus dem Bett muss. Auch zweimal späte Spätschicht hatte ich - auch wenn dies eigentlich nicht erlaubt war. diese ging von 14.00 Uhr bis 22.00 Uhr und reichte somit in die Nachtschicht rein.
Leider ist es im ersten und zur Hälfte im zweiten Ausbildungsjahr nicht erlaubt Nachtschichten zu schieben. Sicherlich will man damit die SchülerInnen schützen, aber ich denke mal sollte sie schon mal in der Probezeit durchlaufen haben, um feststellen zu können, ob das etwas für einen ist. Denn Krankenschwester ohne Nachtschicht gibt es nur selten.
Die Frühschicht ist mit am anstrengensten. Nicht weil mal um 6 Uhr anfangen muss, sondern weil dort viel mehr erledigt werden muss. Die Patienten müssen geweckt, gewaschen, angezogen werden, ihnen muss das Frühstück gebracht werden, wobei einigen geholfen werden muss, Messungen werden durchgeführt, Betten werden gemacht, sie werden zu OPs gefahren und wieder abgeholt, OP-Patienten müssen intensiver beobachtet werden. Weiterhin müssen wir dem Patienten beim Toilettengang behilflich sein, oder ein Steckbecken oder/und Urinflasche ans Bett gebracht und gerichtet werden. Die Messungen der Patienten müssen in die Akte eingetragen werden, Getränke und Gläser müssen erneuert werden und dann steht auch schon das Mittagessen an, welches verteilt, gerichtet/gereicht und abgeräumt wird. Dann folgt meist die Übergabe an die nächste Schicht und schon ist es 14 Uhr.
Die Spätschicht beginnt in der Regel um 12.18 Uhr. Die krumme Zahl ergibt sich aus den Umziehzeiten, die uns gewährt werden muss. Je nachdem wie viel beim Frühdienst los ist findet die Übergabe mal etwas früher oder später statt. Meist folgt der Übergabe das Verteilen von Wasser, Kaffe und Tee sowie der Temperatur- und Blutdruckdruckmessung. Die Werte werden aufgenommen und in die Akten eingegeben. Es folgen die Kontrolle von den bereitgestellten Medikamenten durch die Frühschicht sowie Ausführung von ärztlichen Anordnungen und Hilfe beim Toilettengang. Dann folgt eigentlich auch schon das Abendbrot und das Abräumen selbiger. Wie auch in der Frühschicht werden OP-Patienten überwacht und auf das Klingeln der Patienten in ihren Zimmern reagiert. Zwischendurch folgt der Geländegang in dem Klinikeigene Röntgenbilder ins Archiv gebracht werden (ein Fach in der Röntgenabteilung) und Befunde von anderen Stationen abgeholt werden.
Und schon ist der Tag vorbei.
Wenn man die späte Spätschicht hat, folgt eigentlich nur noch das tägliche Überprüfen der Blutzuckergeräte und die Nachtrunde, in der die Patienten noch mal besucht werden und nach Schlafmittel/Schmerzmittelbedarf gefragt wird.
Was ich als Schülerin so mitbekommen habe ist, dass die Patienten sehr redebedürftig sind. Dies kann ich sehr gut nachvollziehen, gibt es doch außer dem Fernseher und Zeitschriften und vielleicht mal Besuch keine große Abwechslung. Oftmals sind die Patienten frustriert, weil sie nicht so schnell operiert werden oder nach hinten verschoben werden, weil ein Notfall dazwischen gekommen ist. Aber alles in allem, sind die Patienten sehr umgänglich und liebenswürdig. Ich versuche mir immer etwas Zeit zu erstehlen um mich mit ihnen zu unterhalten und mir ihre Sorgen anzuhören. Sicherlich kann ich an denen nichts ändern, aber manchmal hilft es ja schon, wenn man darüber gesprochen hat.
Die Ärzte auf der Neurochirurgie sind allesamt sehr jung. Manchmal frage ich mich echt, wann die mit dem Studieren angefangen haben und ob die nicht schon vorher mit dem Studieren aufgehört haben. Der Großteil ist um die 30 Jahre....mache etwas weniger andere etwas mehr. Nur die Chefärzte/Oberärzte sind im gesetzten Alter. Sicherlich haben die erste auch ihre Schwachpunkte, aber sie scheinen mir durchweg gehend kompetent.
Meine Kollegen sind ebenfalls alle super nett und nehmen sich Zeit mir alles zu erklären und zu zeigen. Es ist auch nicht schlimm, wenn ich mal etwas nicht auf anhieb hinbekomme, weil sie wissen, dass ich noch nicht alles kann und auch nervös bei manchen Sachen bin. Trotzdem habe ich das Gefühl das ich stark gefordert und gefördert werde. Verbandswechsel, Braunülen (Dauer-Venen-Katheter) und Blasenkatheter ziehen sind kein Problem mehr. Vor allem da dies eigentlich nicht im Lehrplan für den ersten Praxiseinsatz steht.
Für mich ungewöhnlich ist immer noch die Pool-Kleidung. Die weißen Kassags und Hosen werden vom Krankenhaus gestellt und müssen nach Beendigung der Schicht auch in den Wäschesack geworfen werden. Ich fühle mich dann immer wie jemand ganz anderes und hilft mir auch die Distanz zu den Patienten zu wahren. Wenn ich nach Hause gehe, habe ich nie die Probleme der Patienten mir nach Hause genommen. Sicherlich rede ich mit meinem Freund darüber, vor allem auch, weil er mich danach fragt. Aber ich sehe mich nicht dadurch belastet und weiß wo der Schlussstrich ist.
Soviel also zu meinen ersten praktischen Erfahrungen. Ich hoffe bald mehr berichten zu können.
Macht es gut und bleibt mir gesund!
Posted by shanice on Sunday, June 12. 2005 at 23:05 in Schwester, Skalpell bitte!
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