Mindestens eine Million Menschen sterben jährlich an
Malaria, die Bekämpfung durch die WHO stockt - zum einen, weil
geeignete Medikamente fehlen und die Erreger Resistenzen gegen gängige Prophylaxe entwickeln, zum anderen, weil in vielen Ländern auch ein Bewußtsein der Bevölkerung für die Brutbedingungen des Haupt-Überträgers, der Anophelesmücke, nicht vorhanden ist. So rief der
Präsident von Ghana in einem offenen Brief an seine Bevölkerung die Menschen auf, aktiv gegen die Malaria vorzugehen, statt sie zu ignorieren, indem sie geeignete Maßnahmen gegen Moskitos ergreifen. Zu Recht erinnert er daran, dass, nur weil Malaria "immer schon da" war, man sie nicht hinnehmen muss; daß alle Welt von AIDS spricht, Malaria aber ebenso viele Menschen in viel kürzerer Zeit tötet -- und jeder etwas dagegen tun kann.
Kenia und Tansania haben 2005 damit begonnen, Artemisinin, eine der wichtigsten medizinischen Substanzen im Kampf
gegen die Malaria, selbst zu produzieren - nicht zuletzt, weil Pharmakonzerne wie Novartis ihre gegenüber der WHO eingegangene Selbstverpflichtung zur Produktion kostengünstiger Malaria-Medikamente in ausreichender Menge nicht erfüllen konnten.
Dennoch bleiben all diese (man muss beinahe sagen: Verzweiflungs-) Aktionen wirkungslos, solange erst dann bekämpft wird, wenn die Infektion schon da ist. Noch Ende der 90er ging ein Aufschrei durch afrikanische Staaten als DDT weltweit verboten wurde: die Malaria nehme überhand. Die Schäden, die DDT hervorruft, sind ein Thema für sich -
gegen die Anophelesmücke aber scheint es endlich Hoffnung und wirksame Waffen zu geben.
Britische Forscher wollen Malaria mithilfe von Pilzen bekämpfen. Dazu werden die Pilze mit einem ölhaltigen Spray auf Wände oder Moskitonetze aufgesprüht und befallen den Überträger der Krankheit, die Anophelesmücke. Der Pilz ist bereits als biologisches Schädlingsbekämpfungsmittel zugelassen und wäre daher sofort verfügbar.
(
wissenschaft.de)
n24 meldet:
In der aktuellen Ausgabe des Magazins "Science" wird die biologische Bekämpfungsmethode in zwei Artikeln beschrieben. Ein Forscherteam um Simon Blanford von der britischen University of Edinburgh behandelte in Labortests die Flächen, auf die sich Moskitos nach einer Blutmahlzeit zurückziehen, mit Sporen des Pilzes Beauveria bassiana. Sobald diese mit dem Moskito in Berührung kommen, wachsen sie in sein Gewebe und zehren ihn von innen auf.
90 Prozent der Pilz-befallenen Stechmücken starben innerhalb von 14 Tagen, berichten die Forscher. Erst nach dieser Zeit können infizierte Stechmücken die Malaria-Erreger der Gattung Plasmodium übertragen. Sollte ein Moskito bis dahin überleben, sei er durch den Pilzbefall so weit beeinträchtigt, dass eine weitere Übertragung unwahrscheinlich werde, sagen die Wissenschaftler.
Weitere Test machten die Wissenschaftler mit Pilzen vom Typ
Metarhizium anisopliae, der auch gegen Heuschrecken eingesetzt wird. Pilzfallen mit diesem Typus töteten zwar nicht viele der mit Malaria-Erregern befallenen Mücken, sorgten aber für signifkant weniger Stiche und damit Übertragungen auf den Menschen.
Vorteilhaft ist an der Bekämpfung der Malaria über die Mücke, dass die Ursache angegangen wird und den Menschen die Belastung durch starke Medikamente erspart bleibt; bei einem Mückenspray auf Basis von
Beauveria bassiana kommt hinzu, dass die Wirkung des Sprays über Wochen anhält, also sehr ergiebig ist und wenig Nachbehandlung braucht.
Es gibt Hoffnung...