Wissenschafter der Universitäten Köln sowie Cambridge und London haben erste Biomarker für Schizophrenie entdeckt. Damit ist erstmals ein messbarer Nachweis der Schizophrenie möglich, wie die Uni Köln am Dienstag mitteilte. - Quelle: APA / AFP - DerStandard
Quer durch die Medien zieht sich der Bericht über die Entdeckung des Biomarkers für Schizophrenie, meist recht euphorisch betitelt, da ist von
Meilensteinen die Rede oder der "erstmals möglichen sicheren Diagnose" der
Schizophrenie.
Was genau ist eigentlich ein Biomarker?
Die
Wikipedia schreibt
Biomarker sind messbare Produkte von Organismen, die als Indikatoren z.B. für Umweltbelastungen oder Krankheiten herangezogen werden.
Es ist also keineswegs so, daß die Wissenschaft nun dahergeht und sagen kann, "Sie haben Substanz XY im Blut, also sind Sie schizophren." Vielmehr schauen sich die Forscher bestimmte Stoffwechselvorgänge an, und aus auffälligen Werten werden dann Zusammenhänge abgeleitet.
Im Falle der Schizophrenie wurde
erstmals klar bewiesen, dass bei Schizophrenie der Energiestoffwechsel des Gehirns gestört sei und die Glukose-Werte im Nervenwasser höher seien als bei gesunden Menschen. - Quelle: WELT
Die Forscher erhoffen sich von den verbesserten diagnostischen Werkzeugen, Schizophrenie früher erkennen und behandeln zu können. Bis die neuen Erkenntnisse allerdings als diagnostisches Wekzeug für alle Patienten zur Verfügung stehen, vergeht noch viel Zeit und Geld.
Derzeit seien die Untersuchungen und Verfahren sehr aufwendig und teuer. "Die Kollegen arbeiten daran, dies sozusagen von der Laborbank in praxisfähige Tests zu gießen", sagte Leweke. Für die Studie waren in Köln erstmals an Schizophrenie erkrankte Patienten und gesunde Kontrollpatienten untersucht worden. "Nach den Nervenwasser-Untersuchungen hoffen wir, das bald auch im Bluttest nachweisen zu können." - Quelle: WELT.
Zum Weiterlesen: -
Kompetenznetz Schizophrenie
Wednesday, September 13. 2006 at 15:53 (Link) (Reply)
Wednesday, June 18. 2008 at 03:37 (Reply)
Ich halte diese Euphorie für sehr bedenklich.