Vor kurzem brachte der NDR eine
Infosendung mit dem Schwerpunkt Nanopartikel / Nanotechnologie.
In immer mehr Produkten sind Nanopartikel enthalten, da sie fast universell einsetzbar sind. Dazu gehören zum Beispiel Wandfarben, Autolacke, Haushaltsreiniger, Medikamente und Regenjacken. Durch die Nanos erhalten die Produkte ganz neue Eigenschaften. Waschbecken und Glastische bleiben immer sauber, Regenjacken und mit Spezialspray behandelte Schuhe sind monatelang wasserdicht.
Aber auch in Kosmetika sind
Nanopartikel zu finden, und die Folgen für die Gesundheit sind bislang faktisch unbekannt.
Nanopartikel stellen eine besondere Zustandsform der Materie zwischen dem einzelnen Molekül und dem festen Körper mit neuen Eigenschaften dar. Sie sind nicht nur 10.000 Mal kleiner als der Durchmesser eines Menschenhaares, sie sind auch rund tausend Mal kleiner als rote Blutkörperchen und können deshalb beliebig durch die feinsten menschlichen Blutgefäße strömen und anschließend von Tumorzellen millionenfach aufgenommen werden. - Quelle: 3sat
So erhoffen sich Forscher zum Beispiel,
mit Hilfe von Nanoteilchen Krebs bekämpfen zu können.
Der gleiche Mechanismus, der die winzigen Teile für die Therapie von Krankheiten so aussichtsreich macht, macht sie auch gefährlich für den Menschen.
Das Problem von Nanopartikeln: Die kleinen Teilchen reagieren im Körper viel stärker. Aufgenommen über die Atemwege oder die Haut, dringen sie tiefer in die Organe ein. Besonders betroffen ist die Lunge. Das empfindliche Organ ist daran gewöhnt, kritische Partikel herauszutransportieren und sich damit selbst zu reinigen. Da die Teilchen aufgrund ihrer Größe länger in der Lunge verweilen, besteht die Gefahr von Entzündungen. - Quelle: NDR
Um überhaupt eine Bewertung der Nanopartikel vornehmen zu können, wurde ein neues Forschungsprojekt gestartet.
Im Forschungsprojekt INOS werden Gesundheits- und Umweltauswirkungen von Nanopartikeln untersucht, die sich im Stadium von Forschung und Entwicklung befinden. Das Forschungsprojekt INOS (Identifizierung und Bewertung von Gesundheits- und Umweltauswirkungen von technischen nanoskaligen Partikeln) ist auf drei Jahre angelegt und wird vom Bundesforschungsministerium mit über einer Million Euro gefördert.
An dem Forschungskonsortium sind beteiligt: Das Max-Bergmann-Zentrum für Biomaterialien (MBZ), die Medizinische Fakultät "Carl Gustav Carus" der TU Dresden, das Fraunhofer-Institut für keramische Technologien und Systeme Dresden (IKTS) und die NAMOS GmbH aus Dresden sowie das Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle (UFZ). - Quelle: ivcon Nanotech News
Und
weil Nanopartikel sich als ein Riesengeschäft entpuppen könnten, ist relativ klar was dabei heraus kommen wird. Schließlich werden wir auch schon jetzt alltäglich Nanopartikeln ausgesetzt, deren Unschädlichkeit nicht bewiesen ist - im Gegenteil:
Sicher ist, dass industriell hergestellte Nanopartikel beim Inhalieren negative Wirkungen auf die Gesundheit haben. Toxikologen fordern eine verstärkte Forschung bei Produkten aus diesem Bereich und wenn nötig, die Einführung eines Grenzwertes auf sehr niedrigem Niveau. Wichtig ist zudem die Auswirkung auf die Umwelt: Noch offen sind Fragen, was passiert, wenn die Produkte altern oder auf dem Müll landen beziehungsweise verbrannt werden. -- (NDR, Hervorhebung durch mich)
Functional Nanofoods sind in Arbeit, und Nanopartikel erwischen uns noch aus einer ganz anderen Richtung.
Mein ursprünglicher Auslöser, mich mit Nanopartikeln zu befassen, war diese
Meldung über Nanopartikel in Sonnenschutzmitteln. Insbesondere eigentlich als sicher geltende Sonnenschutzmittel, die physikalischen Sonnenschutz (
Titandioxid, Zinkoxid) durch Reflektion von Licht möglich machen, sind hier problematisch. Während diese Stoffe in 'normalen' Größen keine Auswirkungen auf den Körper haben, werden sie durch die Verkleinerung auf Nanopartikel biologisch aktiv und gewebegängig, wie ja auch weiter oben zu lesen ist.
Nano particles have an enormous surface to volume ratio, which renders them biologically active. Oberdorster says, "This increased biologic activity can be either positive and desirable (e.g., antioxidant activity, carrier capacity for therapeutics, penetration of cellular barriers for drug delivery) or negative and undesirable (e.g., toxicity, induction of oxidative stress or of cellular dysfunction), or a mix of both." (...)
We aren't talking about the same zinc oxide that you knew as a youth on lifeguard's noses. Nanoscale engineered materials (smaller than 100 nanometers in diameter -- iron, aluminum, zinc, carbon, and many others) are measured in billionths of a meter. A human hair is 80,000 nanometers wide. A strand of DNA is 3.5 nm across. The nanoworld is quite a different place -- a world where particles can pass directly from the environment into your bloodstream, tissues, cells and organelles. The nano revolution has burst upon us for just that reason -- nanomaterials take on new and unique properties that make them attractive as drug delivery vehicles, chemical sponges and nano-robot ("nanobot") building blocks.
Zahlreiche Verbraucher- und Umweltorganisationen und auch Wissenschaftler fordern daher in den USA, dass Nanopartikel als neue Substanz behandelt und deklariert werden müssen, da sie sich biologisch anders verhalten als ihre großen Brüder - ein Schluß, zu dem die
British Royal Society schon 2004 ohne Druck von aussen kam.