Dass massives Übergewicht ein Gesundheitsrisiko darstellt, ist nicht neu. Dass die steigende Zahl massiv übergewichtiger Patienten aber auch eine Herausforderung für Krankenhäuser, Ärzte, Pfleger und die Ausrüstung im Medizinbetrieb darstellt, wird vielen erst bewußt, wenn der Ernstfall eintritt.
So schreibt
die WELT heute:
Doch in den meisten Krankenhäusern und Arztpraxen wird weiter so behandelt, als gäbe es keine Patienten mit Gewichtsproblemen. Daß auch das Personal damit ein Problem hat, begreifen Krankenschwestern, Pfleger und Mediziner meist erst, wenn es fast zu spät ist: Wenn der Blutdruckmesser nicht mehr um den Oberarm paßt, die Nadel für die intravenöse Versorgung im Fett steckenbleibt oder beim Umdrehen des bettlägerigen Patienten der Rücken knackst. Nur langsam wächst das Bewußtsein, daß dicke Patienten eine spezielle Behandlung brauchen.
Die Rede ist vor allem von den USA, wo Medizintechnikhersteller langsam auf den neuen Markt ansprechen. Erneut die WELT:
In der Industrie hat das Umdenken längst begonnen. Das Unternehmen Quick-Medical im nordwestlichen Bundesstaat Washington etwa hat sich auf die Herstellung von Waagen spezialisiert, die selbst bei 450 Kilogramm Gewicht noch nicht am Anschlag sind. Ob Apparate für Mammographien, Blutdruckmesser, Rollstühle oder OP-Hemden - fast alles wird inzwischen auch in der Version XXXXXL angeboten.
Dennoch ist die Ausrüstung für den schwerstmöglichen Fall (pun intended) keineswegs Standard, und bei vielen Behandlungsmethoden weiß man schlicht nicht, wie sie sich auf Fettleibige auswirken, Medikamente etwa können ganz anders oder gar nicht wirken. Krankenhäuser lernen erst nach und nach, ihren Betrieb auch an die Bedürfnisse extrem fettleibiger Patienten anzupassen, und es ist noch viel Forschungsarbeit vonnöten.
Noch besser wäre allerdings, es patientenseitig gar nicht erst so weit kommen zu lassen...