Aus Vietnam kommen Meldungen, dass dort bereits Patienten an einer H5N1-Infektion (vulgo: Vogelgrippe) gestorben sind, bei der die Erreger gegen Oseltamivir (Tamiflu) resistent waren. Auch von anderen Vogelgrippe-Erregern ist bekannt, daß sie Resistenzen gegen das Mittel entwickeln bzw. Mutationen sich durchsetzen, die auf das Medikament nicht mehr reagieren.
Besonders oft entwickeln sich solche Resistenzen nach Aussage von Forschern bei Kindern, die nicht viele natürliche Antikörper gegen 'ältere' Viruserkrankungen besitzen. Verfrühte und falsche Selbstmedikation mit Tamiflu kann die Gefahr der Entwicklung resistenter Viren noch beschleunigen, warnen die Wissenschaftler.
Bedenklich ist aber vor allem, daß sich weltweit alle Strategien gegen eine Vogelgrippe Pandemie ausschließlich auf Tamiflu stützen. Tamiflu "heilt" die Vogelgrippe nicht etwa, indem die Erreger davon abgetötet werden, es unterstützt nur das Immunsystem bei der Bekämpfung, indem es die Viren an der Fortpflanzung hindert. Wird dieser Mechanismus von den Viren ausgehebelt, ist das Medikament nutzlos.
"This frightening report should inspire us to devise pandemic strategies that do not favor the development of oseltamivir-resistant strains." -- (Anne Moscona, M.D.,Weill Cornell Medical College in New York, zitiert nach medpagetoday.com)
Ausführlicher Artikel bei The Guardian (in Englisch)