Nicht nur für Nadelphobiker sind Spritzen ein Gräuel. Eine Menge Menschen könnten von Alternativen zur Nadel profitieren. Spritzen sind - gerade für Kinder - sehr unangenehm, oft lassen sich Wirkstoffe nur sehr mühsam gezielt da anbringen wo sie hinsollen (z.B. bei arthritischen Gelenkschmerzen) und der tägliche Gebrauch, etwa bei an Insulin gebundenen Diabetikern, hinterlässt seine Spuren am Körper.
Injektion ohne Pieken könnte vielen Patienten unnötige Schmerzen ersparen. Schon deshalb ist die marktreife Entwicklung einer Alternative zur Nadel ein Riesenfortschritt, auf den eigentlich alle hinarbeiten sollten.
Man wünscht sich direkt die StarTrek-Medizin mit den 'Hyposprays': eben angesetzt, Taste gedrückt, und schon ist das Medikament durch die Haut an dem Platz wo es hinsoll. Tatsächlich gibt es eine solche Technik. Studenten aus Berkeley haben mit dem MicroJet einen 'needlefree device' für die Medizin entwickelt. Schwierigkeiten gibt es noch bei den unterschiedlichen Hautdicken von Patienten, an die das Gerät angepasst werden muss.
Weitaus problematischer dürfte es allerdings sein, die Alternative zur Spritze auf dem Markt zu etablieren - zum einen sind Patienten in westlichen Ländern anscheinend spritzengläubig, zum anderen steht auch für die Hersteller der entsprechenden Technik - Milliarden Einwegspritzen - ein nicht unbeträchtlicher Umsatz auf dem Spiel. Tatsache ist, dass nadelfreie Techniken schon längst hätten entwickelt sein können, die entsprechende Forschung aber kaum Niederschlag in der Praxis gefunden hat - warum nur?