Eine vernünftige Ausbildung ist wichtig!
Eine Weisheit die sicherlich jeder schon einmal gehört hat und kennt. Nach einer schon abgeschlossenen Ausbildung als Kauffrau für Bürokommunikation und zwei Jahre arbeiten in dem Beruf, hatte ich die Nase voll von Telefondienst, Papierkram und Rechnungswesen. Und was bot sich besser an nach meinem Umzug nach Lübeck, als noch mal neu anzufangen. Also wurden schnell Bewerbungen für die Ausbildung als "Gesundheits- und Krankenpflegerin" an die 3 Hauptkliniken in Lübeck verschickt.
Ich dachte, ich könnte froh sein, wenn mich eine der Kliniken für ein Vorstellungsgespräch einladen würde - die Erfahrungen in der Bürobranche hatten mich geprägt. Aber nein - in allen drei Kliniken erhielt ich die Chance mich vorzustellen.
Eigentlich liefen die Vorstellungsgespräche in den 3 Kliniken immer ein klein wenig anders ab. Die erste machte Individualtermine, die zweite sammelte 4 Anwärter für einen Zeitraum und interviewte sie dann unter sechs Augen und die letzte Klinik machte gleich ein Massenspektakel draus - mit Kreativtests, Logiktests, Ideentests und das alles in großen Gruppen mit vielen Interviewführern.
An was ich mich jedoch am besten erinnern konnte war das 2. Gespräch. Wie wahrscheinlich bei jedem Bewerbungsgespräch wurde gefragt, was an einem positiv und negativ ist. Ich antwortete wahrheitsgemäß, dass ich Probleme hab bei zwei Auftä¤gen von Vorgesetzten die wichtigere herauszufinden und diese als erstes zu erledigen. Meine Gesprächspartnerin fragte dann nur, ob ich an einem Helferkomplex leide.
Tja, und nun lerne ich in genau dem Betrieb - dem Uniklinikum von Lübeck. Ich wurde sogar genommen, obwohl ich keinerlei praktische Erfahrungen in einer Klinik hatte und wurde kurzfristig in einen Kurs gesteckt, der eigentlich schon komplett war. Das ließ mich schon etwas stutzig werden, vor allem da mein Helferkomplex in der Bürobranche überhaupt nicht gern gesehen wird.
Die Ausbildung begann am 01. April 2005, einem Freitag. Dies war relativ günstig, da wir nicht gleich in die Ausbildung geworfen wurden und ich mich auch wieder an den Schulalltag gewöhnen konnte. Die erste Tag bestand eigentlich nur aus dem gegenseitigen Vorstellen und ohne Ende Informationen. Die Kursleiterin wie auch die anderen LehrerInnen sind super nett und hilfsbereit.
Das Prinzip der Ausbildung ist so, dass wir erst 2 Monate Schule haben, um dann für 2 Monate auf eine Station kommen. Danach ist wieder 2 Monate Schule angesagt, usw. Derzeit stecke ich im ersten Monat der schulischen Ausbildung.
Ich werde versuchen, euch ein klares Bild von der Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpflegerin (ehemals Krankenpflegerin oder Schwester) zu vermitteln. Ich werde berichten, wie das Leben auf den Stationen abläuft, welche Anforderungen an einen gestellt werden, wie der Lernaufwand ist, welche Besonderheiten es auf bestimmten Stationen gibt und Ähnliches. Vielleicht werde ich mich auch ab und zu mit bestimmten Themen beschäftigen, z.B. bestimmten Krankheiten, basaler Stimulation, dem Umgang mit Sterbenden.
Also bis nächste Woche
Wednesday, April 27. 2005 at 20:36 (Reply)