Reuters vermeldet heute:
Wegen fehlender Ärzte droht einer Studie zufolge in vielen Regionen eine drastische medizinische Unterversorgung. Der Trend zeige sich zunehmend auch im Westen Deutschlands.
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In allen ostdeutschen Bundesländern fehlen der Studie zufolge Hausärzte, am meisten in Sachsen-Anhalt mit 108 und in Brandenburg mit 67 vakanten Posten. Doch auch die westlichen Bundesländer haben Anteil an dieser Entwicklung. In Niedersachsen fehlen demnach bereits 208, in Bayern 64 und in Westfalen-Lippe 62 Hausärzte.
Gefragt ist vor allem die Politik, die einheitliche Richtlinien und vor allem die Kostenübernahme für eine ärztliche Grundversorgung neu überdenken muß. Gerade in der ambulanten Versorgung werden die Budgets für die Hausarzpraxis vor Ort, die für die meisten Menschen die wichtigste Anlaufstelle ist, immer enger. Trotz weniger Ärzten und nachdem auch immer weniger Menschen zum Arzt gehen (
in Haushalten mit unter 1000 Euro Einkommen knapp 1/5 weniger Arztbesuche), fragt man sich immer mehr, wo die Gelder eigentlich bleiben, die für die gesetzlichen Krankenversicherungen aufgewendet werden.
Bei den Hausärzten jedenfalls nicht. Allein in 11 von 99 Planungsbezirken in Ostdeutschland ist eine reguläre ärztliche Versorgung nicht mehr gewährleistet. Wenn bis 2015 geschätzt 70.000 Mediziner in Ruhestand gegangen sein werden, wird sich die Lage nicht eben verbessern. Immer mehr Medizinstudenten brechen ab, von den Absolventen wenden sich viele lukrativeren Berufen (sic!) in der Pharmaindustrie zu oder gehen ins Ausland.
Wednesday, September 28. 2005 at 10:40 (Reply)
Auch viele der Krankenpfleger / Krankenschwestern wollten gern Medizin studieren. Sie konnten es sich aber finanziell nicht leisten, da die Eltern genug verdienten (damit kein Bafäg für den Studenten), aber nicht genug verdienten um ihr Kind im Studium zu unterstützen.
Viele müssen dann über den zweiten Weg in das Studium gehen. Es wird also erst einmal 5 Jahre gearbeitet und dann ein Studium angefangen.
Nur wenn ich das machen würde, dann wäre ich erst mit 40 mit dem Studium fertig, wenn alles glatt und gut geht. Dann kann ich noch 20 Jahre arbeiten - wenn überhaupt.
Da arbeitet das System gegen sich selbst. Und wenn ich daran denke, dass nun Studium auch noch bezahlt werden muss, dann wird die Gesundheitsversorgung wohl vollends gegen den Baum fahren. Dann können es sich wirklich nur noch die Reichen leisten - und das, wo wir doch alle auf Lohn verzichten sollen, um die Konjunktion wieder aufleben zu lassen.
Schönen Dank!
Tuesday, December 13. 2005 at 22:13 (Reply)
der Witz ist, dass das Medizinstudium eines der teuersten Studien überhaupt ist - für die Steuerzahler. Die cleveren Mediziner gehen jedoch verstärkt ins Ausland, hauptsächlich in die Länder, in denen das Medizinstudium für die Studenten viel Geld kostet und die Anzahl der Studierenden sich daher selbst limitiert. D.h. der Steuerzahler zahlt 2x für Leistungen, die er letztendlich nicht bekommt: das Medizinstudium und die Kassenbeiträge, für die er immer weniger ärztliche Leistung bekommt.
Was für ein Schwachsinn!#
Grüsse,
GRL.