Urlaubsreif
Es ist nun schon einige Monate her, seit dem ich das letzte Mal über meine Ausbildung berichtet habe. Dies lag erstens an meinem Urlaub, der einen Monat dauerte und dann noch, weil viel zu tun war während meiner letzten beiden Theorieblöcke. Ich werde mal versuchen, die Ereignisse so halbwegs in zeitlicher Abfolge zu beschreiben.
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Posted by shanice on Sunday, February 12. 2006 at 19:16 in Schwester, Skalpell bitte!
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SSRI in der späten Schwangerschaft schlecht fürs Kind
Ein aktueller Artikel aus dem Ärzteblatt bringt mich gleich in zweifacher Hinsicht zum Kopfschütteln. Auszug:
Das erste was ins Auge sticht ist die starke Häufung vonFachchinesisch Medizinerlatein. Es ist ja nichts dagegen einzuwenden, daß ein Fachblatt sich einer gewissen Fachsprachlichkeit bedient, aber man kann es auch übertreiben. Zum Beispiel existieren so schöne Wörter wie Häufigkeit (statt Inzidenz), Kinderärztin (Pädiaterin) oder Erweiterung (statt Dilatation), und bei "Exposition mit Antidepressiva" verlässt es mich völlig... die schwangere Patientin wurde nicht "dem Medikament ausgesetzt" das irgendwo durchs All schwebte, sondern sie hat es - vermutlich aufgrund ärztlicher Verordnung - eingenommen.
Womit wir beim zweiten Punkt wären... welcher Arzt verordnet um Himmels willen einer hochschwangeren Patientin Medikamente, die dermaßen massiv in endokrinologische Vorgänge eingreifen? Eine Schwangerschaft ist eine so starke hormonelle und psychische Veränderung, daß Eingriffe in den ohnehin labilen Neurotransmitterhaushalt sich per se verbieten sollten; und jede Frau die einigermaßen bei Sinnen ist sollte wissen, daß alle Arten von verabreichten Medikamenten im Körper einer Schwangeren (und damit im Blutkreislauf des Kindes) nur im absoluten Notfall etwas verloren haben...
Das soll nun nicht rechtfertigen, daß den Kindern spätere Schäden bleiben durch eine medizinisch notwendige Behandlung der Mutter, aber die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer solchen Medikation sollte man sich meines Erachtens als allererstes stellen...
Die Exposition mit Antidepressiva aus der Gruppe der SSRI in der Spätschwangerschaft kann möglicherweise eine schwere pulmonale Hypertonie des Neugeborenen auslösen. Die Erkrankung ist selten, kann aber tödlich verlaufen, weshalb die Ergebnisse einer Fall-Kontroll-Studie im New England Journal of Medicine (2006; 354: 579-587) die US-amerikanische Aufsichtsbehörde FDA auf den Plan gerufen hat.
Die Pädiaterin Christina Chambers von der Universität von Kalifornien in San Diego hatte 377 Frauen befragt, deren Kinder nach der Geburt eine primäre pulmonale Hypertonie des Neugeborenen (PPHN) entwickelt hatten. Diese Erkrankung ist relativ selten, aber gravierend. Die Inzidenz wird auf 1 bis 2 pro 1.000 Geburten geschätzt, von denen 10 bis 20 Prozent an den Folgen einer respiratorischen Insuffizienz sterben. Ursache ist eine fehlende Dilatation der Lungengefäße nach der Geburt.
Das erste was ins Auge sticht ist die starke Häufung von
Womit wir beim zweiten Punkt wären... welcher Arzt verordnet um Himmels willen einer hochschwangeren Patientin Medikamente, die dermaßen massiv in endokrinologische Vorgänge eingreifen? Eine Schwangerschaft ist eine so starke hormonelle und psychische Veränderung, daß Eingriffe in den ohnehin labilen Neurotransmitterhaushalt sich per se verbieten sollten; und jede Frau die einigermaßen bei Sinnen ist sollte wissen, daß alle Arten von verabreichten Medikamenten im Körper einer Schwangeren (und damit im Blutkreislauf des Kindes) nur im absoluten Notfall etwas verloren haben...
Das soll nun nicht rechtfertigen, daß den Kindern spätere Schäden bleiben durch eine medizinisch notwendige Behandlung der Mutter, aber die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer solchen Medikation sollte man sich meines Erachtens als allererstes stellen...
Vorsorge beim Skilaufen
Sonny Bono und Michael Kennedy könnten noch leben, hätten sie beim Skilaufen einen Helm getragen. Nach einem Bericht der Los Angeles Times tragen immer mehr Skiläufer und Snowboarder in den USA Helme - und das, obwohl weder die Skiausrüster noch die Skiregionen das Tragen von Helmen besonders fördern.
Die Hersteller fürchten sich vermutlich vor Schadenersatzklagen, die Skiregionen möchten vermeiden, daß skifahren als gefährlicher, lebensbedrohlicher Sport wahrgenommen wird. Die Benutzung eines Helmes kann jedoch das Risiko einer schweren Schädelverletzung um 66 Prozent reduzieren, für Snowboarder sogar um 80 %.
Der Wert von Helmen war bisher umstritten, da die meisten Skihelme nur bei niedrigen Geschwindigkeiten getestet wurden. Das klingt für mich nach einer flachen Ausrede - Profi-Skirennfahrer tragen auf Abfahrtsrennen schon lange Helme, die unter realen Hochgeschwindigkeitsbedingungen bereits ihre Wirkung bewiesen haben, und die Frage des Aufprallschutzes sollte sich nicht so rudimentär von der von Motorradhelmen unterscheiden, die ihre Wirksamkeit schon lange unter Beweis gestellt haben.
Die LA Times führt beispielhaft den Fall von Denver Haslam auf, der nur überlebte, weil er für das Studienprojekt seines Profs einen Helm trug:
Wer mit viel Speed - und Tempo 30 ist ohne schützendes Auto sehr viel - skifährt oder sich aufs Snowboard stellt, sollte erwägen, das eigene Hirn gegen einen Aufprall zu schützen - und Helm zu tragen.
Die Hersteller fürchten sich vermutlich vor Schadenersatzklagen, die Skiregionen möchten vermeiden, daß skifahren als gefährlicher, lebensbedrohlicher Sport wahrgenommen wird. Die Benutzung eines Helmes kann jedoch das Risiko einer schweren Schädelverletzung um 66 Prozent reduzieren, für Snowboarder sogar um 80 %.
Levy, who has reviewed more than 700 cases of skiers and snowboarders with head injuries, presented data at a neurosurgery conference last spring that showed helmet use cut the rate of head injuries by two-thirds and reduced the risk of skier and snowboarder fatalities by 80%. Levy says that while skiing is a relatively safe sport, head injuries are the leading cause of death and critical injury in skiing and snowboarding accidents. - Quelle: LA Times (free subscription may be required)Kanadische Forscher melden ganz ähnliche Zahlen - bei Helmträgern sind die schweren Kopfverletzungen um 56 % zurückgegangen. Insbesondere jungen Menschen empfehlen die Wissenschaftler, einen Helm zu tragen. Zusätzliche Rücken- oder Halswirbelverletzungen durch einen Helm können die Forscher bislang nicht ausmachen.
Der Wert von Helmen war bisher umstritten, da die meisten Skihelme nur bei niedrigen Geschwindigkeiten getestet wurden. Das klingt für mich nach einer flachen Ausrede - Profi-Skirennfahrer tragen auf Abfahrtsrennen schon lange Helme, die unter realen Hochgeschwindigkeitsbedingungen bereits ihre Wirkung bewiesen haben, und die Frage des Aufprallschutzes sollte sich nicht so rudimentär von der von Motorradhelmen unterscheiden, die ihre Wirksamkeit schon lange unter Beweis gestellt haben.
Die LA Times führt beispielhaft den Fall von Denver Haslam auf, der nur überlebte, weil er für das Studienprojekt seines Profs einen Helm trug:
The 50 mph crash shattered the college student's right shoulder and rib cage, broke his vertebra and left femur, split his kidney, ruptured his spleen, punctured his lungs and lacerated his pancreas. The ambulance nurse on the ride to Denver's St. Anthony Central Hospital called him a "talking corpse."
Haslam was alive and talking because he was one of a growing number of skiers wearing a helmet, say his doctors.
Wer mit viel Speed - und Tempo 30 ist ohne schützendes Auto sehr viel - skifährt oder sich aufs Snowboard stellt, sollte erwägen, das eigene Hirn gegen einen Aufprall zu schützen - und Helm zu tragen.
Posted by Ishtar on Tuesday, February 7. 2006 at 08:50 in Aus aller Welt
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Radiotipp: DLF - Sprechstunde: Alkoholabhängigkeit
Morgen, am Dienstag, dem 7. Februar, bringt der Deutschlandfunk im Rahmen seiner Sendung "Journal am Vormittag" die
Sprechstunde: Alkoholabhängigkeit
10:10 Uhr bis 11:30 Uhr, Deutschlandfunk
Studiogast: Prof. Dr. med. Dipl. Psych. Lutz G. Schmidt, Klinikum der Johannes Gutenberg Universität Mainz, Psychiatrische Klinik und Poliklinik
Moderation: Judith Grümmer
Hörertel.: 00800 - 44 64 44 64
Hörerfax: 00800 - 44 64 44 65
Posted by Ishtar on Monday, February 6. 2006 at 08:05 in Vermischtes
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Arzt haftet für fehlgeschlagene Verhütung
Aus dem Handelblatt:
(voller Artikel hier)
Ich finde das Urteil in mehrererlei Hinsicht interessant.
Irgendwie kann ich mich über das Urteil nicht freuen.
Damit gab das OLG einer jungen Frau Recht, die im Jahr 2002 einen Sohn bekommen hatte. Die damals 21-Jährige hatte sich zuvor von einem Gynäkologen ein langwirkendes Verhütungsmittel (Kontrazeptivum) in einem Plastikröhrchen oberhalb der Ellenbeuge unter die Haut einsetzen lassen, weil sie in ihrer erst wenige Monate alten Beziehung nicht schwanger werden und außerdem einen guten Job antreten wollte. Der Eingriff schlug fehl, die Frau wurde schwanger. (Az: 13 U 134/04 vom 1. Februar 2006)
Das Gericht bekräftigte im Anschluss an frühere Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts und des Bundesgerichtshof (BGH), dass die Unterhaltslast für das ungewollte Kind „einen Schaden im Rechtssinne darstellt“.
(voller Artikel hier)
Ich finde das Urteil in mehrererlei Hinsicht interessant.
- Es ist positiv, daß hier ein Gericht einen Arzt für seine (Fehl-) Leistung haftbar macht. Es wäre wünschenswert, wenn die Gesetzeshüter auch bei anderen Fehlleistungen von Ärzten so konsequent pro Patient entscheiden würden.
- Aber, und das erstaunt mich an der Sache - alle Verhütungsmethoden, einschließlich der Sterilisation (mit Ausnahme einer Totaloperation der Frau) haben ein gewisses Restrisiko, über das ein(e) Patient(in) zu informieren ist. Wie sehr muß der Arzt gepfuscht haben, um dennoch verurteilt zu werden? Hormonelle Verhütung ist unzuverlässig und stellt per se einen möglicherweise schädlichen Eingriff in den Körper des Patienten dar, der die Berufsethik berührt. Des weiteren ist bekannt, daß Implantate dieser Art in genügend Fällen aufgrund individueller Faktoren unzuverlässig arbeiten können (von den Nebenwirkungen ganz zu schweigen),
- Wenn Ärzte für die Unterhaltskosten von ihnen verursachter Kinder haftbar gemacht werden, ist die Frage, wie viele Ärzte in Zukunft noch ohne einen 70seitige Rechtliche Absicherung und erhöhte Versicherungsprämien der Berufshaftpflicht ein solches Risiko für ihr eigenes Leben auf sich nehmen.
- Wenn die frischgebackenen Eltern die offenbar weder Kind noch Partnerschaft wollten (herzlichen Glückwunsch) die Schwangerschaft unterbrochen hätten , wäre das langfristige "Schadens"-Potential (ein Kind ist also nach Rechtsauffassung ein wirtschaftlicher Schaden, und das mit Segen höchster Richter!) für die Eltern wie für den behandelnden Arzt deutlich niedriger ausgefallen.
- Zu guter Letzt... Verhütung ist natürlich auch hier exklusiv und mit einem schädlichen Eingriff allein Sache der Frau...
Irgendwie kann ich mich über das Urteil nicht freuen.
Posted by Ishtar on Saturday, February 4. 2006 at 08:41 in Gesundheitspolitik
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Österreich bekommt Patientenverfügung
Die [österreichische] Regierung hat am Donnerstag die so genannte "Patientenverfügung" beschlossen. Damit soll - für den Fall, dass man selbst nicht mehr in der Lage sein sollte, das zu entscheiden - vorsorglich festgelegt werden können, welche medizinischen Behandlungsmethoden abgelehnt werden.. -- Quelle: Kleine Zeitung
Der Weg zu dieser "Stärkung der Patientenrechte" ist allerdings steinig. Die Erklärung kann nur von voll mündigen Erwachsenen abgegeben werden; vorausgegangen sein muß ein umfassendes Beratungsgespräch mit einem behandelnden Arzt, und erklären muß der Patient seinen Willen vor einem Notar, Rechtsanwalt oder der Patientenanwaltschaft. sind alle Formalien erfüllt, gilt die Erklärung für fünf Jahre, danach muß sie erneuert werden.
Wenn nicht alle Formalien eingehalten wurden (also zB. eine Erklärung nicht erneuert wurde), gilt die Verfügung nicht mehr als 'verbindlich', sondern als 'beachtlich' - also als "Orientierungshilfe bei der Ermittlung des mutmaßlichen Patientenwillens".
Posted by Ishtar on Friday, February 3. 2006 at 08:30 in Aus aller Welt
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Defined tags for this entry: Patienten
Kosten, Kranke, Korruption
In der Berliner Morgenpost heute zu lesen:
Was muß man sich unter Korruption vorstellen?
Wegen der Korruption im internationalen Gesundheitswesen haben Millionen Menschen keine ausreichende medizinische Versorgung. Zudem fördert dieser Zustand die Verbreitung resistenter und tödlicher Krankheitserreger, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Jahresbericht der in Berlin ansässigen Organisation Transparency International (TI) hervorgeht. "Korruption im Gesundheitssektor kostet mehr als Geld", erklärte TI-Chefin Huguette Labelle. "Der Preis für die Korruption im Gesundheitswesen wird in menschlichen Leben bezahlt."
Was muß man sich unter Korruption vorstellen?
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Posted by Ishtar on Thursday, February 2. 2006 at 07:56 in Aus aller Welt, Gesundheitspolitik, Krankenkassen, Pharmaindustrie, Vermischtes
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