Kanada nimmt "Pille danach" aus der Rezeptpflicht
Medical News Todayberichtet, wie auch andere Medien Nordamerikas, über die nicht unumstrittene Entscheidung der kanadischen Gesundheitsbehörden, für "emergency contraception", also die "Pille danach" (ein Medikament, das binnen 72 Stunden nach Geschlechtsverkehr noch eine Empfängnis verhindern kann) kein Rezept mehr zu verlangen. Das Medikament soll frei in Apotheken verkäuflich sein (over the counter = OTC).
Wie die Regelung tatsächlich dann in den einzelnen Provinzen aussehen wird, ist von deren lokaler Gesetzgebung abhängig.
Kanada ist das 34. Land der Welt, das die 'Pille danach' von der Rezeptpflicht ausnimmt. Letzten Endes wird aber immer noch von der Gnade eines Apothekers abhängen, ob er das Medikament abgibt oder nicht. Immerhin ist nun das Medikament in der Theorie für jede Frau, die es braucht, dann verfügbar und zugänglich, wenn sie es braucht - ohne den u.U. beschwerlichen und mit sozialen Problemen verbundenen Weg zu einem ansässigen Arzt.
Die Diskussionen in Kanada reichen vom Problem, wie solche OTCs später mit der Krankenversicherung abzurechnen wären, bis zur zu erwartenden Auseinandersetzung um die Frage, ob die öffentliche Verfügbarkeit des Medikamentes Abtreibungen verhindere oder etwa Frauen zu "größerer Promiskuivität" ermutige.
Zumindest für die kanadische Regierung scheint aber das sexuelle Selbstbestimmungsrecht der Frau wichtiger zu sein als moralinsaure Diskussionen. Daß sie auch gegen den Strom zu schwimmen bereit sind, haben die Kanadier ja schon mit ihrer Entscheidung über cannabishaltige Medikamente oder ihrem Versuch eines Verbots von Transfettsäuren in Lebensmitteln gezeigt.
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Mangelernährt und belogen
... werden Patienten nach aktuellen Berichten in deutschen Krankenhäusern. So meldet dpa heute:
In deutschen Krankenhäusern werden Behandlungsfehler aus Sicht von Ärzten zu oft verschwiegen. Es sei denkbar, dass bis zu 17 000 Patienten jährlich an den Folgen ärztlicher Fehler in Kliniken sterben, berichtete die Gesellschaft für Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung am Freitag bei einer Tagung in Hannover.
Sie forderte, Krankenhäuser sollten mit Fehlern offener umgehen. Es komme immer wieder vor, dass Medikamente falsch dosiert oder bei Operationen sogar Seiten verwechselt werden.
Das Hamburger Abendblatt berichtet, dass Patienten immer öfter fehl- und mangelernährt aus Krankenhäusern kommen, was besonders Kinder und alte Menschen trifft.
Ernährung: Mediziner schlagen Alarm. Jeder zweite ältere Patient kommt bereits mangelernährt in die Klinik. Dort wird der Mißstand oft nicht erkannt. Schlechtes Essen führt zu weiteren Komplikationen.
Oft wird auch pflegebedürftigen Patienten (selbst mehrfach so erlebt) das Essen einfach ohne Hilfe hingestellt und nach einer Stunde wieder abgeräumt...
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Die lange Nacht der Depression
Radiotipp
Samstag 00:05 Uhr, Deutschlandradio Kultur (bis 3:00 Uhr)
Samstag 23:05 Uhr, Deutschlandfunk (bis 2:00 Uhr)
"Saturns Schatten" - Eine Lange Nacht über Depressionen
Von Judith Grämmer und Martin Winkelheide
"Hoffnung, dieser Erwartungs-Gegenaffekt gegen Angst und Furcht, ist die menschlichste aller Gemütsbewegungen und nur Menschen zugänglich".
(Ernst Bloch)
"Wenn der Mensch nicht mehr hoffen kann, aus welchen Gründen auch immer, dann vegetiert er nur noch. Genau das traf jetzt auf mich zu. Ich vegetierte. Die Hoffnung war mir abhanden gekommen, in mir war nur noch ein schwarzes Loch", beschreibt der Schweizer Regisseur und Autor Rolf Lyssy in seinem autobiografischen Bericht "Swiss Paradise" den Beginn seiner Depression. Als eine alle Lebenskräfte lähmende Erkrankung erlebte er eine Art Tod bei lebendigem Leib, bis er den Weg aus dem endlosen schwarzen Tunnel wieder heraus fand. Wenn sich das Alltagsleben nur noch um den endlosen schwarzen Tunnel dreht, aus dem es für den Depressiven lange kein Entrinnen gibt, dann kann neben einem individuell passenden Behandlungskonzept auch die zuverlässige Unterstützung und das Verständnis durch Angehörige, Freunde und Kollegen das lebensnotwendige Licht am Ende des Tunnels sein.
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Doc Morris startet Zuzahlungsoffensive

Die europäische Internet-Versandapotheke startet eine Zuzahlungsoffensive. Künftig übernimmt sie bei jedem erstattungsfähigen Medikament die Hälfte der Zuzahlungen.
Auch privat Versicherte oder von den Zuzahlungen Befreite sollen nicht leer ausgehen. Sie erhalten pro rezeptpflichtigem Arzneimittel einen Bonus von 3 EUR, der auf ihr Konto gutgeschrieben wird, sobald sich 30 EUR aufsummiert haben.
Ein Angebot das besonders für Chroniker attraktiv sein dürfte... und das sicherlich Maßnahmen der niedergelassenen Apotheken und Verbände nach sich ziehen wird.
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Neue Checks im Vorsorgeheft für Kinder
In Zukunft sollen die Kinder auch auf Übergewicht, Lernstörungen, Allergiebereitschaft sowie motorische Defizite und Hyperaktivität (ADHS-Syndrom) hin untersucht werden.
In dem Artikel wird jedoch beklagt, das die meisten Kinder- und Jugendärzte nicht ausreichend geschult sind um auch diese neuen aufgenommenen Probleme zu erkennen.
Ausserdem gilt die Kritik dem generellen System, das als ABM-Massnahme für Ärzte und Bindung der Patienten an die einzelnen Praxen bezeichnet wird.
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Cannabis gegen Multiple Sklerose
The Canadian government this week approved the prescription sale of a liquid marijuana extract to treat symptoms of multiple sclerosis, the Washington, D.C.-based Marijuana Policy Project reports. Sativex, produced by U.K. firm GW Pharmaceuticals, is a whole-plant extract that contains all of the naturally occurring compounds called cannabinoids that are found in marijuana plants.
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USDA revises Food Pyramid
Die NY Times (und andere) verkünden, die amerikanische Regierung habe ihre Ernährungsempfehlungen grundlegend überarbeitet.
Wer jetzt allerdings glaubt, das Landwirtschaftsministerium der USA habe endlich etwa die neuesten Erkenntnisse der Ernährungsforschung aus Harvard, in Deutschland auch als LOGI bekannt, implementiert, den erwartet eine herbe Enttäuschung.
Die alte Pyramide unterscheidet sich nämlich kaum von der neuen. Tatsächlich hat man sich die Mühe gemacht, die etwas vagen Empfehlungen der bisherigen "Food Pyramid" in etwas exaktere Mengenangaben und Portionsgrössen umzurechnen - ansonsten ist das alter Wein in neuen Schläuchen. Amtlich ist die neue Pyramide unter http://www.mypyramid.gov/ zu finden, heute morgen lief die Seite jedoch nicht. Weiter unten ist eine Abbildung der Pyramide zu sehen.
Was von amtlichen Ernährungsempfehlungen zu halten ist, hat die NY Times schon vor einiger Zeit in einem interessanten und vor allem differenzierten Artikel auseinandergepflückt.
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Tod aus der Pillendose
Gestern hat in Saarbrücken ein Kongress über Patientensicherheit bei medikamentöser Therapie begonnen - der erste dieser Art in Deutschland.
Dass es dafür höchste Zeit ist, steht wohl ausser Zweifel:
Sind es 16.000 Tote jedes Jahr oder doch eher 58.000? Wie viele Menschen in Deutschland durch falsch dosierte Arzneimittel oder unerkannte Wechselwirkungen der Medikamente Schaden erleiden, kann niemand sagen. Offensichtlich aber wird das Thema unterschätzt.
(Sueddeutsche Zeitung)
Daniel Grandt, Professor für Innere Medizin am Klinikum Saarbrücken, bezeichnet medikamentöse Therapie als einen "Hochrisikoprozeß", der von Ärzten wie von Patienten unterschätzt werde. (Die WELT)
Eine neuere italienische Studie kommt übrigens zu dem Schluß, dass jedes dritte Kind falsche Medikamente erhält. Insbesondere kommen überdurchschnittlich häufig 'exzessive Mengen Antibiotika' zum Einsatz. Wir erinnern uns an die resistenten Superbakterien...
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Immer mehr Menschen leiden an Depressionen
Ob es daran liegt, dass die "Angst vor Arbeitslosigkeit die Deutschen krank macht" (BILD), angesichts veränderter Arbeitsbedingungen Menschen sich weniger den Rücken beschädigen und mehr unter psychischen Erkrankungen leiden, oder dank größerer Verbreitung des Wissens über depressive Erkrankungen Patienten wie Ärzte häufiger auf die Diagnose Depression kommen, jedenfalls ist Deutschland eine depressed nation:
http://www.deutscher-apotheker-verlag.de/daz_neu/public/tagesnews/April/tagesnews20050418a.html
Dazu passen auch Meldungen, dass mittlerweile 2/3 aller Arbeitnehmer schon mit Mobbing Bekanntschaft gemacht haben und etwa 3 Prozent der Arbeitsstunden in Deutschland nach einer Studie durch Mobbing und seine Folgen verloren gehen.
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Resistente Superbakterien
Immer mehr Erreger werden gegen die Mittel, mit denen wir sie bekämpfen, resistent. So gibt es z.B. Salmonellen, die gegen so ziemlich alles, was wir ihnen antun könnten, mittlerweile widerstandsfähig sind.
Antibiotika, einstmals die Wunderwaffe schlechthin gegen Krankheiten, verlieren immer mehr an Wirkung, da ihr Einsatz auch zum Entstehen immer resistenterer Stämme führt. Zusätzlich verwenden wir viel zu viele eigentlich medizinisch sinnvolle Antibiotika für andere Zwecke - etwa indem wir Käse damit behandeln oder Tiere damit füttern und so die Wirkstoffe in unseren Körper und die Umwelt bringen - und kraftlos machen.
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