In Indien sind mittlerweile
mindestens 675 Menschen an der japanischen Enzephalitis gestorben. Viele hätten nicht sterben müsssen... wäre Uttar Pradesh nicht einer der ärmsten Bundesstaaten Indiens, gäbe es eine funktionierende Gesundheitsversorgung oder flächendeckende Impfungen, brächten die Menschen ihre Kinder nicht erst zum Arzt wenn es für viele längst zu spät ist.
People are still coming to hospitals with unconscious children in their arms. Some of them are coming to us very late.
sagt etwa ein Kinderarzt des
BRD Medical College Gorakhpur.
Viele Todesfälle hätten dennoch verhindert werden können -
knapp über die Grenze hinweg in China gab es genug Impfstoffe, um eine weitere Eskalation der Lage zu verhindern - doch Bürokratie und die Frage der Finanzierung haben eine schnelle Hilfe verhindert.

Grafik: Asia-Pacific Daily Report
Mittlerweile hat der Gesundheitsminister Indiens angekündigt, alle 20 Millionen Kinder der betroffenen Regionen impfen lassen zu wollen - das dürfte auch auf den internationalen Druck und die Berichterstattung zurückzuführen sein. Bislang war das Impfen den Behörden zu teuer. Allein die Impfung von 7 Mio. Kindern in Uttar Pradesh würde circa. 57 Mio. US-Dollar kosten; Uttar Pradesh hat einen Gesamtetat für das Gesundheitswesen von umgerechnet 24 Mio. Dollar pro Jahr (für die Versorung von rund 180 Millionen Einwohnern). Nun will sich die indische Bundesregierung um Hilfen der WHO bemühen.
Ein Gericht in Allahabad (bei Lucknow) hat ausserdem angeordnet, dass die staatlichen Behörden den von der JE betroffenen Regionen Impfstoffe zur Verfügung stellen müssen, und binen zwei Wochen einen Bericht über ihre Arbeit abzulegen haben.
Die Japanische Enzepahilitis (JE) ist kein neuer Gast - sie tritt seit 25 Jahren in jeder Monsunzeit in Nordindien auf und hat bislang allein in Uttar Pradesh rund 3.500 Leben gekostet, im Jahr 2004 gab es in Indien 367 Todesfälle durch JE. davon 228 in Uttar Pradesh (Zahlen nach
Asia-Pacific-Daily Report).
Als flankierende Maßnahme zu den Impfungen werden Insektenvernichtungsmittel über dem Bundesstaat versprüht. Ebenso wie schon beim West Nile Virus in USA ist diese Maßnahme wohl eher fragwürdig, besonders wenn man die geschwächten Immunsysteme der Ärmsten der Armen in Betracht zieht. Aber wenigstens geschieht
jetzt endlich etwas.