Bei Patienten mit Parkinson liegt u.a. ein Ungleichgewicht der Botenstoffe Dopamin und Glutamat im Gehirn vor, wogegen mit
verschiedenen Medikamenten vorgegangen wird. Anscheinend führt eine Gruppe dieser Medikamente, die sogenannten Dopamin-Antagonisten, zu tiefgreifenden Persönlichkeitsänderungen, insbesondere Zwangsstörungen, wie
Forscher der Mayo-Clinic in einer Studie feststellen konnten.
Forbes.com etwa meldet
Eleven people with Parkinson's disease temporarily became compulsive gamblers after taking a class of drugs designed to control movement problems caused by the illness, a new study reports.
This is the latest in a series of case studies linking such drugs -- called dopamine agonists -- to pathological gambling in Parkinson's patients.
Weitere 6 Patienten entwickelten zusätzlich andere Zwangsstörungen, wie Essucht, massiv erhöhten Alkoholkonsum und sogar Sexsucht. Nach Absetzen der Medikation schwand auch der Zwang zum Zocken.
Dass Dopamin als Botenstoff des Gehirns psychoaktive Wirkungen hat, ist - wie u.a. auch sein Einfluß auf neurologische Erkrankungen wie AD(H)S und bei Depressionen zeigt - keine allzu neue Erkenntnis. Die Studie, die in der Septemberausgabe der
Archives of Neurology erscheinen wird, wirft dennoch ein neues Licht auch auf Suchtmechanismen und eventuelle neurophysiologische Ursachen von Zwangsstörungen, das Psychiatrie, Neurologie und Pharmazie noch eine Weile beschäftigen dürfte.
Zynischer Nebeneffekt: wie beinahe zu erwarten, folgt die Klage auf dem Fuß. So meldet der
kanadische Radiosender CFRA:
A Toronto law firm is handling a Canadian proposed class-action lawsuit filed against the Canadian and America distributors. It's seeking three-million dollars for gambling addictions allegedly linked to the drug.